Kirchheim

„Wir sind froh, dass wir uns beide noch haben“

Ehejubiläum Werner und Johanna Malchow aus Kirchheim feiern im kleinen Rahmen ihre diamantene Hochzeit.

Werner und Johanna Malchow sind seit 60 Jahren verheiratet und feiern nun ihre diamantene Hochzeit.Foto: Carsten Riedl
Werner und Johanna Malchow sind seit 60 Jahren verheiratet und feiern nun ihre diamantene Hochzeit. Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Am morgigen Donnerstag ist es 60 Jahre her, dass Werner und Johanna Malchow in der Berliner Osterkirche geheiratet haben. Damals war noch nicht damit zu rechnen, dass sie schon fünf Jahre später nach Kirchheim kommen würden - um dauerhaft zu bleiben.

Kennengelernt hatten sich die beiden in Berlin - „im Büro“. Der Beginn der Ehe war nicht ganz so unbeschwert, wie man sich das heutzutage romantisch ausmalen würde: Werner Malchows Mutter war mit 53 Jahren verstorben, und nun musste sich jemand um zwei Kinder im Grundschulalter kümmern, die zurückblieben. „Da ist meine Frau eingesprungen, und das war sehr mutig“, erzählt Werner Malchow rückblickend.

Nicht lange blieb die junge Familie in Berlin: 1960 - noch vor dem Mauerbau - ging es nach Düsseldorf. Nur vier Jahre später folgte der Umzug nach Kirchheim. Nach kurzer Zeit machte sich Werner Malchow selbständig - mit einem Betrieb, der Doppel-Rohr-Systeme für die chemische Industrie entwickelte. Weil er viel unterwegs war, stellt er fest: „Meine Frau musste zuhause fast alles alleine machen.“

Selbst im Urlaub kam es vor, dass er kurz vom Allgäu nach Frankfurt reisen musste. Nur eins wollte er sich nicht antun: „Die Chinesen haben mich gedrängt, eine Niederlassung in China aufzubauen.“ Aber auch so gab es genug zu tun. Erst mit 78 hat Werner Malchow aufgehört zu arbeiten - auf Anraten seiner Frau.

Die knappe Freizeit verbrachte das Ehepaar mit Fahrradfahren, Kegeln oder Billard. Das ist stark zurückgegangen: Das Gehör des 90-jährigen Werner Malchow lässt nach, und auch der Freundeskreis wird kleiner. „Wir sind froh, dass wir uns beide noch haben“, stellt er deshalb fest. Seine 83-jährige Frau legt Wert auf größtmögliche Selbständigkeit: „Wichtig ist ein Führerschein. Wir können uns noch selbst versorgen.“ Dazu passt das Festprogramm: Mit zwei Kindern, drei Enkeln und Bekannten aus der Anfangszeit in Kirchheim wird zuhause im kleinen Rahmen gefeiert - „mit Kaffee und Kuchen nach der Kirche“. Andreas Volz

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