Kirchheim

Wo Ideen wachsen

Organisation Kerstin Wacha arbeitet als Ehrenamtskoordinatorin der katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim. Ihr Ziel: neue Engagierte gewinnen. Von Peter Dietrich

Kerstin Wachas Wege führten immer zurück nach Kirchheim. Jetzt ist sie in der Teckstadt Ehrenamtskoordinatorin.Foto: Peter Dietr
Kerstin Wachas Wege führten immer zurück nach Kirchheim. Jetzt ist sie in der Teckstadt Ehrenamtskoordinatorin.Foto: Peter Dietrich

Was ist hier zu tun? Für viele Arbeitsstellen gibt es, zumindest im gut organisierten Betrieb, Aufgabenbeschreibungen. Im Ehrenamt sind sie dagegen eher unüblich. Doch hilfreich wären sie, darum ist auch das eine Aufgabe von Kerstin Wacha. Seit Jahresanfang arbeitet Kerstin Wacha als Ehrenamtskoordinatorin der katholischen Gesamtkirchengemeinde Kirchheim

Für die Kinderkirche gibt es nun ein Werbeblatt: Was kann ich dort tun? Welche Fähigkeiten brauche ich? Welchen Zeitaufwand bedeutet das? „Das Bild, wenn ich etwas beginne, dann muss ich es ganz lange machen, steckt noch immer in den Köpfen“, sagt Kerstin Wacha. „Manche Leute muss man nur fragen“, freut sie sich über die Bereitschaft vieler zum Engagement. Die Bereitschaft sei nicht weniger geworden, nur anders. Nicht mehr 30 Jahre dasselbe am Stück, sondern angepasst an die Lebenssituation, etwa abhängig vom Alter der Kinder.

Kerstin Wacha ist 1976 geboren, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Dettingen. Sie hat an der katholischen Fachhochschule in Mainz Sozialpädagogik studiert. Die neue Arbeitsstelle war eine Art Rückkehr: Sie ist in Kirchheim und der katholischen Kirchengemeinde Maria Königin aufgewachsen. Nach dem Studium hatte sie zuerst in einer Beratungsstelle für Menschen mit körperlicher Behinderung gearbeitet, dann im Waldkindergarten in Kirchheim.

Die neue 50-Prozent-Stelle von Kerstin Wacha ist eine Projektstelle der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Neun weitere gibt es an ganz unterschiedlichen Standorten, sie alle sind auf fünf Jahre angelegt und werden von einer Hochschule evaluiert.

Wichtig ist Kerstin Wacha die Frage, was ein möglicher Mitarbeiter mitbringt, wo seine Gaben liegen. Klar, dass sie da nach dem Beruf fragt. Doch sie weiß, dass das Herz manchmal ganz woanders schlägt und fragt deshalb auch nach den Hobbys und Interessen. „Ich will Leute unterstützen, die eine Idee haben.“

Das Spektrum der Ehrenamtlichen ist weit, reicht von den Geburtstagsgratulanten bis zum Kinderhospiz. Kerstin Wacha sucht auch Kontakte und Kooperationspartner außerhalb, arbeitet mit der städtischen Fachstelle Bürgerengagement zusammen. Wenn ein Mitarbeiter seine Gaben am besten in einer Einrichtung entfalten kann, die nicht in katholischer Trägerschaft ist, ist das völlig in Ordnung. Gerne stellt sie Verknüpfungen und Erstkontakte her.

Am Anfang stand die Analyse: Welche Mitarbeitergruppen gibt es überhaupt? Manche sind, das hat Kerstin Wacha festgestellt, über lange Zeit sehr stabil. Statistische Zahlen hat sie noch keine, noch fehlt der Gesamtüberblick, so viel Engagement gibt es in der Gesamtkirchengemeinde von Schlierbach und Notzingen, Ohmden und Jesingen über Kirchheim St. Ulrich und Maria Königin bis Ötlingen, Dettingen, Nabern und Bissingen.

Veränderungen müssen her

Wichtiger als die Statistik ist eine andere Frage: „Wie kann ich Strukturen verändern, um den Ehrenamtlichen die Arbeit zu erleichtern? Das kann bei der Abrechnung sein oder ein eigener Schlüssel, damit ihn jemand nicht jedes Mal holen muss.“ In manchen Bereichen, etwa den Lektoren im Gottesdienst, ist die Aus- und Fortbildung bereits strukturiert. In anderen nicht. Hinzu kommen, wenn nötig, Konfliktbearbeitung und Supervision. Wacha steht nicht alleine auf weiter Flur, sondern ist Teil des Pastoralteams von St. Ulrich. Ihr Büro liegt gleich beim Kindergarten neben St. Ulrich.

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