Kirchheim

Wo sind die Krokodile?

Kirchheim: Mehrere Mitarbeiter vom Tierheim Esslingen und ein Tierarzt suchen erfolglos nach den mutmaßlichen Krokodilen in den Kirchheimer Bürgerseen. Das Areal bleibt bis Montag gesperrt. Von Thomas Krytzner

Zwei „Krokodiljägerinnen“ wagten sich bei der Suchaktion mit Neoprenanzügen ins Nass. Trotzdem blieben alle Bemühungen bisher ve
Zwei „Krokodiljägerinnen“ wagten sich bei der Suchaktion mit Neoprenanzügen ins Nass. Trotzdem blieben alle Bemühungen bisher vergebens.Fotos: Thomas Krytzner

Eine Stadt in Aufregung: Sind tatsächlich Krokodile in den Bürgerseen nahe des Flugplatzes Hahnweide? Zumindest hatte am Dienstagabend eine Spaziergängerin zu Beginn der Abenddämmerung drei Tiere im Wasser gesehen. Sofort eilte sie zum nahe gelegenen Kiosk und klopfte dort an Türen und Scheiben, wie Pächter Rainer Stradinger bestätigte. Gemeinsam verständigte man umgehend die Polizei. Die herbeigeeilten Streifen sahen sich noch am selben Abend an den Seen um und konnten aber vorerst keine Krokodile entdecken.

Nach der ersten erfolglosen Suchaktion gibt eine entsprechende Information an die Stadtverwaltung in Kirchheim. Der verantwortliche Bürgermeister Stefan Wörner ordnete am Mittwochmorgen die Sperrung der Bürgerseen an - der Zugang zu den Gewässern ist derzeit nicht erlaubt.

Die Enttäuschung bei den großen und kleinen Badegästen war groß, hatten sie sich doch bei der Hitze auf die erfrischende Abkühlung im See gefreut. „Einige Kinder haben sogar geheult“, bedauerte Rainer Stradinger die einstweilige Sperrung der Bürgerseen. „Aber Sicherheit geht vor und solange nicht klar ist, ob nun Krokodile im Wasser sind oder nicht, sollte da niemand ins Wasser gehen.“

Die Nachricht von den vermeintlichen Echsen verbreitete sich wie ein Lauffeuer. In Facebook wurde kurz nach Mittag über die Krokodile im See diskutiert. Ebenso in anderen Medien war die Sichtung der Tiere schnell ein Thema.

Erst da - dann weg

Für die Verantwortlichen der Stadt Kirchheim war die Sensationsmeldung eine Premiere. „Krokodile in unseren Gewässern hatten wir bisher noch nicht“, betonte Bürgermeister Stefan Wörner. Am Mittwochmorgen gab es eine entsprechende Krisensitzung und fieberhaft suchte man nach einer Lösung, wie man die Tiere in den Bürgerseen finden könnte. „Wir haben mit dem Tierpark Wilhelma gesprochen und Rat eingeholt.“

Bis zum Abend war die Suchmannschaft zusammengestellt: Aus Filderstadt beteiligte sich die Tierarztfamilie Tobias Buschik und zudem noch einige Mitarbeiter vom Tierheim in Esslingen. Ebenso war Kirchheims Gewässerexperte Eberhard Müller mit von der Partie. Auch die beiden Bürgermeister Günter Riemer und Stefan Wörner durchforsteten die Uferböschungen der Bürgerseen.

Plötzlich Aufregung: Eine Tierheimmitarbeiterin schrie: „Da ist eins!“ Leider konnte sie das Tier nicht dingfest machen, weil es schnellstens davon geschwommen war. Zwischenzeitlich war auch eine Streife der Polizei vor Ort und begleitete die Suchaktion. Tierarzt Tobias Buschik schlug vor, dass man die Insel im Bürgersee ebenfalls durchsuchen sollte.

Zwei Unerschrockene zogen sich mitgebrachte Neoprenanzüge über und stiegen ins Wasser, um die Suche zu intensivieren. Doch auch die beiden Schwimmerinnen konnten keines der vermeintlichen Krokodile entdecken. Mittlerweile begann es zu dämmern, wobei die Suchmannschaft keine Augen für den faszinierenden Sonnenuntergang hatte. Vielmehr beschäftigte man sich mit der Frage, wie man die Tiere jetzt noch finden könnte. Die Helfer dachten dabei an starke Taschenlampen, um die Tiere durch die Lichtreflektionen in deren Augen aufstöbern zu können. Allerdings war man auch um die Sicherheit der „Krokodiljäger“ besorgt. Deshalb wurde die Suche nach Einbruch der Dunkelheit abgebrochen. Tierarzt Tobias Buschik schlug vor, dass er am gestrigen Donnerstag in der Frühe nochmal bestimmte Plätze an den Seen absuchen werde.

Der Pressesprecher der Kirchheimer Stadtverwaltung, Dennis Koep, erklärte: „Wir wollen die Gewässer so schnell wie möglich wieder für die Badegäste freigeben, aber erst sobald die Sicherheit für alle gewährleistet ist.“

Rund um die Seen stehen derzeit Absperrungen
Rund um die Seen stehen derzeit Absperrungen
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