Kirchheim

Wohnen als Thema mit Variationen

Haushalt Die Generaldebatte im Kirchheimer Gemeinderat steht im Zeichen des Bauens. Es geht darum, möglichst schnell möglichst viel bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Von Andreas Volz

Im Kirchheimer Gemeinderat hat das Thema „Wohnen“ die oberste Priorität.Foto: Jean-Luc Jacques
Im Kirchheimer Gemeinderat hat das Thema „Wohnen“ die oberste Priorität.Foto: Jean-Luc Jacques

Wohnen ist derzeit das zentrale Thema der Kirchheimer Kommunalpolitik. In den Haushaltsreden wie in den Anträgen war bei der Generaldebatte im Gemeinderat die Forderung nach mehr Wohnraum allgegenwärtig.

Für die Freien Wähler sprach Andreas Banzhaf davon, dass die Wachstumsregion Stuttgart viele Menschen anziehe, „die alle dringend ein Dach überm Kopf brauchen“. Endlich sei das Wohnen ein Schwerpunktthema in Kirchheim: „Das war lange überfällig“. Die Diskussion um Flüchtlinge sei „sachlich und unaufgeregt“ zu führen, „ohne uns gegenseitig in eine rechte Ecke zu stellen“. So sei es möglich, „die Akzeptanz unserer oftmals zurecht kritischen Bürger zu gewinnen und dadurch den Populisten den Wind aus den Segeln zu nehmen“.

Die CDU-Fraktion erkennt an, dass 2016 „relativ viele Bebauungspläne auf den Weg gebracht wurden“. Dennoch forderte Natalie Pfau-Weller „mehr Aufklärung und Transparenz, damit sowohl für Bauwillige als auch für Bauträger das Verwaltungshandeln nachvollziehbar wird“. Den Haushalt 2017 stellte sie unter das Motto: „Wir müssen noch mehr sparen.“ Allerdings dürfe man das nicht nur auf die Errichtung von Gebäuden zur Anschlussunterbringung zurückführen: „Auch ohne diese 9,3 Millionen Euro müsste der Haushalt konsolidiert werden.“

Andreas Kenner stellte seitens der SPD-Fraktion ebenfalls fest: „Wir müssen schieben, streichen, sparen, kürzen und konsolidieren.“ Und auch er konstatierte, dass in Kirchheim in den vergangenen zehn Jahren viel zu wenig gebaut worden sei. „Dabei hält der Zuzug in unsere wirtschaftsstarke Region ununterbrochen an. Die jetzt noch dazugekommenen Flüchtlinge sind nicht die Ursache der Wohnungsknappheit. Sie verschärfen diese allerdings zusätzlich.“

Die Grünen wollen das Wohnen sozialer und umweltfreundlicher machen. Viktoria Pardey sagte: „Bei Sozialmietwohnungen sind wir nicht zufrieden, wenn man immer noch acht Euro Miete pro Quadratmeter zahlt.“ Trotz der Notwendigkeit für Neubauten appellierte sie: „Schont unsere Flächen.“ Auf dem Güterbahnhofsgelände solle nicht nur ein „Vorzeigeobjekt für sozialen Wohnungsbau“ entstehen, sondern auch eins für nachhaltige Mobilität. Dazu gehörten Carsharing-Stationen ebenso wie Lademöglichkeiten für E-Bikes.

Für Eva Frohnmeyer-Carey von der Frauenliste geht es außer um Wohnen auch um Leben in den Quartieren. Sie forderte deshalb weitere professionell betriebene Projekte wie das Kooperationsmodell „Wir Rauner“. Bauträger könnten darauf verpflichtet werden, Räume zur Begegnung zu schaffen. Die Bebauung des Güterbahnhofsgeländes sei so geplant, dass sie auch für die angrenzenden Wohngebiete zum Gewinn wird.

Siegfried Pöschl (FDP/KiBü) verlangt, geplante Projekte endlich auch zu realisieren. So ziehe sich die Bebauung des Hallenbadgeländes bereits seit Jahren hin, ohne dass etwas vorwärtsgeht. Und auch beim Steingauquartier hofft seine Gruppierung, „dass dort endlich der Startschuss fällt“.

Gerd Mogler (CIK) sprach eher seine Visionen für eine neue Kultur des Miteinander an, die er sich für 2030 erhofft. Die notwendigen Wohnungen sollten bis dahin längst gebaut oder renoviert sein.

Für Ötlingen gehe es darum, die Bevölkerungsdichte in der Reutlinger Straße zu reduzieren, meinte Ortsvorsteher Hermann Kik. Außerdem forderte er, die Eduard-Mörike-Mehrzweckhalle durch ein neues Gebäude zu ersetzen und die Einhaltung des Lkw-Durchfahrtsverbots stärker zu überwachen.

In Jesingen stehen ebenfalls Umbauten an, wie Ortsvorsteher Christopher Flik anmerkte: bei der Gemeindehalle wie auch bei der Schule, aus der ein Bildungshaus entstehen soll. Ansonsten richten die Jesinger ihren Blick voraus auf eine neue Ortschronik, die für 2019 zur 1250-Jahr-Feier ansteht.

Das Zusammenwachsen von Schule und Kindergarten ist auch in Nabern ein Thema. Der stellvertretende Ortsvorsteher Jürgen Hülß mahnte deshalb die entsprechenden Sanierungen und Umbauten an.

Weiterer Sanierungsbedarf besteht in Lindorf. Der zweite stellvertretende Ortsvorsteher Ernst Kümmerle nannte die sanitären Einrichtungen und die Beleuchtung im Bürgerhaus, die auf den neuesten Stand der Technik zu bringen seien. Auch das Lindorfer Rathaus sei renovierungsbedürftig.

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