Kirchheim

Wohnungsnot spitzt sich weiter zu

Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen investiert 8,3 Millionen Euro in den Wohnungsmarkt

Bernd Weiler weist auf die anhaltende Wohnungsnot hin. Die Kreisbaugenossenschaft stellt sich dem Engpass und investiert weiter in neue Bauprojekte.

Die Kreisbaugenossenschaft beteiligt sich am Projekt „EZA“-Gelände - wenn die Bedingungen der Stadt Kirchheim passen.Foto: Carst
Die Kreisbaugenossenschaft beteiligt sich am Projekt „EZA“-Gelände - wenn die Bedingungen der Stadt Kirchheim passen.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Vorstandssprecher Bernd Weiler berichtete an der Mitgliederversammlung in der Teckhalle von einem sportlichen Programm im vergangenen Jahr: Insgesamt 8,3 Millionen Euro investierte die Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen in den Neubau, die Modernisierung und Instandhaltung von Wohnungen. 69 Genossenschaftswohnungen und 55 Eigentumswohnungen wurden erstellt.

Dass der Geldfluss im Immobilienmarkt nötig ist, zeigt die hohe Anfrage nach Wohnungen. Von 908 Anfragen im vergangenen Jahr konnten lediglich 99 befriedigt werden. Es wird noch enger: In 2016 gingen aktuell bereits über 600 Anfragen ein – bald doppelt so viele wie im Vorjahr.

Die Kreisbaugenossenschaft hat seit Bestehen über 5 000 Wohnungen in Mietshäusern, Kaufeigenheime, Betreuungsbauten sowie Eigentumswohnungen erstellt. Im ersten Quartal 2016 konnten 53 neue Genossenschaftswohnungen den Mitgliedern zur Nutzung überlassen werden.

Bernd Weiler sieht die Wohnbaugenossenschaft gefordert: „Die Erstunterbringung und die folgende Anschlussunterbringung von Flüchtlingen verschärfen die Situation auf dem Wohnungsmarkt. Hier sind alle gefragt, nicht nur Bund, Land und Kommunen.“ Er freute sich über den höchsten Stand von Genehmigungen für den Bau von Wohnungen seit 15 Jahren. Rund 309 000 Zusagen wurden 2015 erteilt. „Das ist immer noch zu wenig. In den Ballungsräumen ist der Bedarf wesentlich größer. Die Prognose liegt bei rund 400 000 Neubauwohnungen jährlich.“

Mit der Nutzungsgebühr von durchschnittlich 5,86 Euro pro Quadratmeter ermöglicht die Baugenossenschaft weiterhin bezahlbaren Wohnraum. Die Vermietung von Wohnungen ist das Kerngeschäft der Kreisbaugenossenschaft, und dieses bescherte in 2015 Umsatzerlöse von über 9,4 Millionen Euro. Die Bilanzsumme erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 78,2 Millionen Euro.

Der Vorsitzende des technischen Vorstands, Georg Hörmann, stellte das derzeit größte Bauprojekt vor: In der Eichendorffstraße in Kirchheim werden nach Fertigstellung der Baumaßnahmen, die voraussichtlich zwei Jahre dauern, statt der bisherigen 72 Wohnungen 47 Neubauwohnungen und 48 modernisierte Mieteinheiten zur Verfügung stehen. „71 davon sind barrierearm zu erreichen.“ Auch der Erwerb des ehemaligen „EZA“-Geländes stehe nach wie vor im Raum. Hörmann dazu: „Sofern es die Rahmenbedingungen der Stadtverwaltung Kirchheim zulassen, werden wir uns – mit anderen Wohnungsunternehmen – in diesem Projekt engagieren.“ Immerhin sollen auf dem brachliegenden Gelände fast 250 neue Wohnungen entstehen.

Anzeige