Kirchheim

Zwei Neue stellen den Kurs auf Zukunft

Amtseinführung Die Stiftung Tragwerk begrüßt im Kirchheimer Wächterheim den neuen doppelköpfigen Vorstand. Manfred Sigel verabschiedet sich Ende Juni in den Ruhestand. Von Andreas Volz

Die beiden Neuen auf der Kommandobrücke der Stiftung Tragwerk bei der Amtseinführung: Jürgen Knodel als Vorstandsvorsitzender un
Die beiden Neuen auf der Kommandobrücke der Stiftung Tragwerk bei der Amtseinführung: Jürgen Knodel als Vorstandsvorsitzender und Andrea Dreizler als Wirtschaftliche Vorständin.Foto: Markus Brändli

Die Stiftung Tragwerk ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und ist zu einer der großen sozialen Einrichtungen im Landkreis Esslingen geworden. Sichtbarer Ausdruck dieser Entwicklung: Auch der Vorstand ist gewachsen. War Manfred Sigel bislang allein für die Leitung verantwortlich, kann er nun in einer dreimonatigen Übergangsfrist gleich zwei Nachfolger „einlernen“: Jürgen Knodel als neuen Vorstandsvorsitzenden und Andrea Dreizler als Wirtschaftliche Vorständin.

Bei der Amtseinführung der beiden Neuen an der Spitze des Tragwerks waren zwei wichtige Bilder im Spiel: die Schiffscrew und die Filmcrew. Zunächst stellten die Bereichsleitungen die Stiftung Tragwerk als Segelschiff vor, zu dem die unterschiedlichsten Abteilungen gehören - vom „Maschinenraum“ über die Hauswirtschaft und die Verwaltung bis hin zur Altenhilfe, zur Jugendhilfe sowie zur Schule und zur Schulberatung. Natürlich lassen sich nicht alle Bereiche direkt auf ein Segelschiff übertragen. Aber die Idee, die dahintersteckt, ist eindeutig: Wenn alle im selben Boot sitzen, können sie nur gemeinsam ans Ziel kommen, indem jeder an seiner Stelle seine Aufgaben pflichtgetreu erfüllt. Und auf der Kommandobrücke - auch das wäre in der Schifffahrt eher unüblich - gibt es neuerdings eben zwei Kapitäne.

Manfred Sigel brachte dann die Filmcrew ins Spiel und erklärte die Rolle der beiden Kapitäne auf seine Art: Der eine ist der Regisseur und der andere der Kameramann, und zwar im steten Wechsel dieser Rollen - „der eine soll führen und leiten, und der jeweils andere darauf achten, dass es richtig gemacht wird“. Ob die Regisseure nun auch gleich die Hauptrollen übernehmen, sei dahingestellt. Aber Manfred Sigels Bild stellte ebenfalls das funktionierende Ganze in den Mittelpunkt, weil eben auch die Hauptdarsteller ohne Nebenrollen, Komparsen oder Beleuchter keinen Film machen können - von den Geldgebern einmal ganz abgesehen.

Als das Wichtigste am ganzen Film sieht Manfred Sigel ohnehin dessen Wirkung an, also die Tatsache, dass möglichst viele Menschen etwas Persönliches aus dem Film mitnehmen und etwas davon haben wollen. Auf die Stiftung Tragwerk übertragen, heißt das: „Viele Menschen erwarten von uns Hilfe, Begleitung, Orientierung, Zuwendung, Trost.“ Bezogen auf den Prediger Salomo und auf die beiden neuen Kapitäne an Bord, stellte Manfred Sigel fest: „Alles hat seine Zeit, und jetzt kommt Ihre Zeit.“

Richtig neu sind beide nicht: Andrea Dreizler war schon acht Jahre lang die Verwaltungsleiterin der Stiftung Tragwerk. „Im Herzen bin ich Sozialarbeiterin“, sagte sie. Aber ohne die betriebswirtschaftliche Seite geht eben auch nichts. Eigentlich wollte sie immer in einer Einrichtung arbeiten, „die klein genug ist, um Gesichter und Namen zu kennen“. Dafür werde die Stiftung Tragwerk langsam zu groß. Trotzdem freut sie sich als Sozialarbeiterin, dass hier Menschen in allen Lebensphasen betreut werden - vom Kleinkind in der Kita bis zum alten Menschen im Pflegeheim.

Jürgen Knodel kommt eher aus der Jugendarbeit und hatte in den vergangenen Jahren immer wieder engen Kontakt zur Stiftung Tragwerk. „Bis auf die Altenhilfe sind mir alle Themen vertraut“, stellte der bisherige Jugendhilfe-Bereichsleiter im Kreis Esslingen fest. Als Kapitän der Stiftung Tragwerk scheint er eher nicht auf die volle Kommandogewalt zu setzen, wenn er sagt: „Dieser Einrichtung als Vorstand zu dienen, ist eine Aufgabe, der ich mich gerne stellen möchte.“ Beide neuen Vorstände setzen auf Verlässlichkeit: „Das Wohl der Menschen steht im Mittelpunkt unserer Bemühungen.“ Das gilt sowohl für die „Passagiere“ als auch für die „Crew“.

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