Kirchheim

Zwei Schwerverletzte bei Brand

Großeinsatz Die Feuerwehr bekämpfte mit 101 Kräften am Samstagmorgen den Brand eines Gebäudes in der Kirchheimer Metzgerstraße. Sie verhinderte ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser. Von Iris Häfner

Beim Löschen des Brandes in der Metzgerstraße.
Beim Löschen des Brandes in der Metzgerstraße. Foto: SDMG/Kohls

Dieser Samstagmorgen begann für die Anwohner in der Kirchheimer Heidenschaft mit großer Aufregung. Kurz nach 7 Uhr bemerkten Anwohner starken Rauch in einem Gebäude in der Sonnenstraße, das über die Metzgerstraße seinen Zugang hat.

Dramatische Szenen spielten sich ab. Zwei Bewohner hingen im zweiten Stock am Fenstersims. Als Flammen aus den Fenstern schlugen, ließen sie sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr fallen, wobei sie sich schwer verletzten. Die Feuerwehr kümmerte sich als erstes um die Verletzten, dann um die Brandbekämpfung. Über den Gesundheitszustand der Verletzten konnte Fabian Mayer, Leiter des Kirchheimer Polizeireviers, vor Ort zunächst keine Angaben machen. Die 25 und 34 Jahre alten Männer zogen sich jedoch so schwere Verletzungen zu, dass sie mit dem Rettungsdienst zur weiteren Behandlung in umliegende Kliniken gebracht werden mussten. Die weiteren Bewohner konnten das Gebäude unverletzt verlassen.

Um 7.16 Uhr hatte eine Anwohnerin über Notruf eine starke Rauchentwicklung aus einem Nachbargebäude mitgeteilt, weshalb Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei in die Metzgerstraße ausrückten. Noch auf dem Weg zum Brandort alarmierte Einsatzleiter Michael Briki die Gesamtfeuerwehr Kirchheim, also auch die Abteilungen aus den Teilorten Ötlingen, Lindorf, Jesingen und Nabern. Weil es sich um den engbebauten Innenstadtbereich handelte, forderte er auch sofort die Drehleiter aus Weilheim an. Die Freiwillige Feuerwehr aus der Limburgstadt war ebenfalls schnell in Kirchheim und konnte die Nebengebäude vor einem Übergreifen der Flammen schützen, sodass sich die Kirchheimer Wehr auf das Löschen des schon voll brennenden Gebäudes konzentrieren konnte. Insgesamt waren 101 Feuerwehrleute und 21 Fahrzeuge im Einsatz, auch aus Esslingen mit dem Gerätewagen Atemschutz des Landkreises. Ein Feuerwehrmann zog sich leichte Verletzungen zu.

Fast Punkt 10 Uhr wurde die Drehleiter eingezogen, der Brand war gelöscht. In den Korb stiegen dann zur ersten Lagesondierung das THW, das mit einem Statikspezialisten vor Ort war. Es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass der Dachstuhl einstürzt. Danach verschaffte sich die Feuerwehr-Einsatzleitung einen Überblick über die Situation. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war ebenfalls in der Innenstadt, ebenso ein Rettungs- und ein Polizeihubschrauber.

Zügig am Brandort eingetroffen war auch Kirchheims Bürgermeister Günter Riemer. Acht Bewohner in vier Wohnungen sind nun obdachlos. Am Wochenende sind sie in einem Hotel untergebracht, Günter Riemer ist zuversichtlich, dass sie am Montag in eine vorübergehende Bleibe einziehen können.

Noch ungeklärt ist die Ursache des Brands. An dem stark beschädigten Hinterhof-Gebäude entstand ersten Schätzungen zufolge ein Sachschaden von circa 500 000 Euro. Es ist derzeit nicht mehr bewohnbar. Das Polizeirevier Kirchheim hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Großaufgebot am Einsatzort.
Großaufgebot am Einsatzort. Foto: SDMG/Kohls
Flammen lodern aus dem brennenden Haus.
Flammen lodern aus dem brennenden Haus. Foto: Hans Dieter Merz
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