Kirchheimer Umland

13 Häuslebauer müssen Farbe bekennen

Energie Der Notzinger Gemeinderat befasst sich mit der möglichen Gasversorgung im Neubaugebiet.

Notzingen. Nach aktueller Einschätzung der Energieversorgung Filstal (EVF) sei die Nachfrage nach einer Gasversorgung bei Bauherren in letzter Zeit eher gering, berichtete Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher im Gemeinderat. Das hänge mit den Bestimmungen zum Anteil erneuerbarer Energien zusammen: Bauherren, die eine Gasheizung betreiben wollen, müssen teure Maßnahmen in anderen Bereichen vornehmen. Dazu gehören beispielsweise eine Dach- und Wanddämmung oder effizientere Fenster. Daher falle in der Regel die Wahl eher auf Luft-Wärme-Pumpen. Für die EVF liegt der Fokus nach eigener Aussage daher auf der Nachverdichtung der Gasversorgung im Bestand. Dort sei die Nachfrage höher.

Trotzdem sollen die künftigen Hofäcker IV-Bewohner die Wahl haben und die 13 bereits bekannten Bauherren nach ihrem Bedarf gefragt werden, um eine Tendenz zu bekommen. Noch im Oktober steht die Ausschreibung an die Baufirmen an. 900 Euro netto würden pro Gasanschluss anfallen. Sie wären von den Eigentümern der Grundstücke selbst zu bezahlen. „Wenn sich nachher nur fünf, sechs für eine Gasversorgung entscheiden, ist das unverhältnismäßig. Daher ist die Abfrage jetzt wichtig“, meinte Haumacher.

Zu warten, bis man auch die restlichen 28 neuen Bauherren befragen könne, beziehungsweise die gemeindeeigenen Grundstücke zeitnah zu vergeben, wie es Hans Prell von der UKW vorschlug, sei so nicht umsetzbar, erklärte Sven Haumacher. So müsse beispielsweise erst ein Kriterienkatalog für die Bauplatzvergabe erarbeitet werden, und wer jetzt den Zuschlag bekomme, könne frühestens in eineinhalb Jahren bauen. In dieser Zeit könnten sich die Voraussetzungen noch ändern, etwa was die Förderfähigkeit in Sachen Energieversorgung angehe, gab Rudolf Kiltz von der CDU zu bedenken. Er plädierte dafür, die Hausanschlüsse gleich mitzuverlegen, um die Straße später nicht mehr aufreißen zu müssen. Davon riet auch Manfred Blessing (UKW) nachdrücklich ab, zumal man eine Erschließung erst vollständig abrechnen könne, wenn der Endbelag aufgebracht sei.

Drei Ausbauvarianten

Drei Ausbau-Varianten standen zur Debatte, wobei der klare Fokus auf Variante 1 lag, sollten die bereits bekannten Eigentümer überhaupt Bedarf äußern: Variante 1 sieht vor, im Zuge der Erschließung eine Gasleitung inklusive Hausanschlüssen auf den Grundstücken zu verlegen. Eine zweite Variante wäre, nur die Hauptleitung in der Straße mit zu verlegen, und die Hausanschlüsse später bei Interesse zu ergänzen. Der Haken: Dann müsste die neu gebaute Straße wieder aufgegraben werden, was aus diesem Grund auf wenig Gegenliebe beim Erschließungsträger, der Verwaltung und dem Gemeinderat stieß. Oder aber man müsste in einer dritten Variante die oberste, feine Asphaltschicht der Straße noch weglassen, erläuterte Sven Haumacher die Optionen. Auch davon sah man ab.

Grundsätzlich gilt laut EVF: Zunächst wird die Gasleitung, sollte sie eingebaut werden, noch nicht genutzt. Realistisch sei ein Anschluss des Neubaugebiets an das Gasnetz frühestens 2022.

Jetzt wird bei den 13 Eigentümern der Bedarf an einer Gasversorgung abgefragt. Ist dieser wider Erwarten hoch genug, wird Variante 1 umgesetzt, bei der die Hausanschlüsse auf die Grundstücke mitverlegt werden. Katja Eisenhardt

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