Kirchheimer Umland

20 Prozent mehr Einsätze

370 Mal mussten die Kirchheimer Feuerwehrabteilungen im vergangenen Jahr ausrücken

11 116 Einsatzstunden bewältigten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim im vergangenen Jahr. Bei ihrer Jahreshauptversammlung in der Kirchheimer Feuerwache blickten die Floriansjünger auf das zurückliegende Jahr zurück.

Zahlreiche Mitglieder der Feuerwehr Kirchheim wurden bei der Hauptversammlung für 25, 30, 40, 50 und 60 Jahre Zugehörigkeit geeh
Zahlreiche Mitglieder der Feuerwehr Kirchheim wurden bei der Hauptversammlung für 25, 30, 40, 50 und 60 Jahre Zugehörigkeit geehrt.Foto: Daniela Haußmann

Kirchheim. 370 Mal rückten die Abteilungen Stadtmitte, Ötlingen, Lindorf, Jesingen und Nabern 2015 aus. Damit sind die Einsatzzahlen gegenüber 2014 um rund 20 Prozent gestiegen, wie Roland Schultheiß im Rahmen der Hauptversammlung mitteilte. Die Alarmierungen umfassten 169 Brandeinsätze und 201 Fälle, in denen die Floriansjünger technische Hilfe leisteten. „Somit wurden im Jahr 2015 Einsatzgelder in Höhe von fast 150 000 Euro ausbezahlt“, bilanzierte der Stadtbrandmeister.

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475 Angehörige zählte die Kirchheimer Wehr Stand 31. Dezember 2015. „Das sind 23 Mitglieder weniger als 2014“, so Schultheiß weiter, der betonte, dass der Grund dafür in einer kompletten Überarbeitung der Personalakten liege, in deren Rahmen auch „Karteileichen entfernt und Doppelmitglieder anders erfasst wurden“. Der Frauenanteil in der Einsatzabteilung belaufe sich auf 27 Mitglieder, die 39-köpfige Jugendfeuerwehr zähle 18 Mädchen in ihren Reihen. „Das jüngste Mitglied in der Einsatzabteilung ist 17 Jahre alt, das älteste 64“, sagte Roland Schultheiß.

„Da die Tagesverfügbarkeit nicht mehr so gut ist wie vor fünf Jahren, haben wir die Alarm- und Ausrückeordnung umgestellt und alarmieren im Bedarfsfall zusätzlich eine oder mehrere Abteilungen“, berichtete Roland Schultheiß. Eine Veränderung, die Teil einer aktuell laufenden Strukturanalyse ist, in deren Fokus nicht nur die Wirtschaftlichkeit, Zukunftsfähigkeit und Einsatzbereitschaft der Kirchheimer Feuerwehr steht, sondern auch ihre Bedeutung für das Gemeinwohl und die Mitglieder. „Derzeit finden Gespräche mit der Verwaltung statt“, so Roland Schultheiß. „Wir sind auf einem guten Weg, und die Struktur wird höchstwahrscheinlich so belassen, wie sie ist.“

Neben den normalen Einsatz- und Übungsdiensten durchliefen 96 Floriansjünger im vergangenen Jahr diverse Ausbildungen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Bruchsal. So probten die Kameraden unter anderem 72 Stunden im Brandübungscontainer den Ernstfall. Darüber hinaus durchliefen einige Einsatzkräfte erfolgreich die Grundausbildung zum Truppführer, Atemschutzgeräteträger und Maschinisten. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker lobte in diesem Zusammenhang den sehr guten Ausbildungsstand der Feuerwehrleute. Sie betonte, dass die Kirchheimer Wehr damit über eine hohe Schlagkraft verfügt, die die Sicherheit der Bürger im Stadtgebiet nachhaltig gewährleistet.

2016 stehen einige Neuanschaffungen an. „Der Zuschuss für ein Löschfahrzeug für die Abteilung Jesingen wurde nicht gewährt. Der Antrag wird deshalb neu gestellt“, erklärte Roland Schultheiß. „Für Kirchheim soll ein Rüstwagen und für Ötlingen ein Mannschaftstransportwagen angeschafft werden.“ Sorgen bereitete dem Stadtbrandmeister bei der Jahreshauptversammlung, dass die Feuerwehr im Ernstfall fristgerecht den Einsatzort erreicht. Das heißt, ab der Alarmierung müssen die Kameraden den Arbeitsplatz verlassen, zum Gerätehaus fahren, sich dort ankleiden und zum Einsatzort fahren. „Das alles muss innerhalb von zehn Minuten passieren“, so Schultheiß. „Doch hohes Verkehrsaufkommen, 30er-Zonen, die Vorfahrtberechtigung von Linienbussen und die Schaltzyklen von Ampeln machen das Einhalten der Eintreffzeiten in den Tagesstunden immer schwieriger.“

Angelika Matt-Heidecker betonte, dass „die Feuerwehr jeden Cent wert ist, der in sie investiert wird“. Die Rathauschefin wies darauf hin, dass die Sanierung der Feuerwache für rund acht Millionen Euro um ein Jahr verlängert wird und 2019 die Bauarbeiten ausgesetzt werden. Dies sei der Tatsache geschuldet, dass die Verwaltung die Verschuldung der Stadt so gering wie möglich halten möchte. Matt-Heidecker bat deshalb um Verständnis.

Kreisbrandmeister Bernhard Ditt­rich lobte das Engagement der Kirchheimer Wehr im Bereich der Jugendarbeit, aber auch ihren Einsatz bei der Einrichtung der Kreissporthalle für Flüchtlinge. 39 Personen, darunter auch Angehörige der Alterswehr, hätten tatkräftig angepackt und 13 Personen eine Brandsicherheitswache gestellt. Dafür bedankte sich Dittrich nachhaltig. Bei der Hauptversammlung in der Kirchheimer Feuerwache wurden 18 Kameraden für insgesamt 1 015 Jahre Zugehörigkeit geehrt. Hermann Kik wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Stabführer Uli Schmid berichtete über die Aktivitäten der 24 Mitglieder des Spielmannszuges, aus dessen Reihen zwei Musikerinnen von Kreisstabführer Hartmut Nies für 30 Jahre und 40 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden.