Kirchheimer Umland

Abenteuer erleben in der Südstadt

Freizeit Im Kirchheimer „SNEG“ ist wirklich was los: Der neue Naturspielplatz lädt Kinder zum Bauen, Entdecken und Erfinden inmitten der Natur ein. Von Elise Czaja

Es ist ein drückend heißer Nachmittag, aber auf dem Spielplatz unterm Blätterdach weht eine sanfte Brise. Die großen Bäume werfen viel Schatten auf die Sitzplätze im Garten.

Der Südstadt-Natur-Erlebnis-Garten, auch SNEG genannt, wurde nun offiziell eröffnet. Der Park ist ein pädagogisch betreuter Naturspielplatz am südlichen Ortsrand von Kirchheim. „Das Gelände ist ideal für Kinder“, beteuert Willi Kamphausen, Vorsitzender vom Brückenhaus, das seit Jahrzehnten viele Angebote für Kinder in Kirchheim anbietet . Der Verein hat den Park in Kooperation mit der Teck-Grundschule konzipiert.

Janne ist fasziniert von der Stabilität eines Tipis, das andere gebaut haben. Foto: Carsten Riedl
Janne ist fasziniert von der Stabilität eines Tipis, das andere gebaut haben. Foto: Carsten Riedl

Das Organisationsteam besteht aus Jörg Weigele und Katja Schuler, die beide an der Teck-Grundschule tätig sind. „Der Park wird fast überrannt“, freut sich Jörg Weigele, der die Kinder bei ihren Vorhaben tatkräftig unterstützt. Die vielfältige Tierwelt und die Natur im Park bieten den Kindern viel Abwechslung vom Stadtleben, und das direkt vor ihrer Haustüre.

Der SNEG richtet sich an alle, nicht nur an Kinder aus der Südstadt. Auch Eltern und Rentner sollen an dem Park, in dem bald Gemüse und Obst wächst, Freude haben. Eine Grillstelle bietet mehreren Familien Platz. Sie kann sogar vor Regen geschützt werden. Denn eines der Hauptziele des Gartens ist, dass die Besucher gut miteinander und ihrer Umgebung umgehen.

„Die Natur wirkt beruhigend, sie entstresst“, erzählt Katja Schuler. Sie berichtet von familiären Spannungen, die bei vielen zu Hause wegen Corona herrschen. Der SNEG ist ein Ort, an dem sich all das entzerren kann. Auch für Rückzugsorte ist gesorgt. Man kann sich in sein eigenes Bauwerk zurückziehen, oder am Bach die Füße ins Wasser hängen lassen.

Die „Action“ kommt beim Bauen und Werkeln selbstverständlich nicht zu kurz. Trotzdem ist der Park kein Ort zum Schreien und Toben. Jörg Weigele verweist auf den Sportplatz nebenan. „Die Kinder sollen lernen, achtsam mit der Natur und Tieren umzugehen“, sagt er.

Die Flagge wurde von Kindernder Teck-Grundschule gestaltet. Foto: Carsten Riedl
Die Flagge wurde von Kindernder Teck-Grundschule gestaltet. Foto: Carsten Riedl

Was viele Kinder auch nicht gewöhnt sind, ist das freie Kommen und Gehen: Sie verpflichten sich zu nichts, wenn sie keine Lust mehr zum Bauen haben, können sie heimgehen. Jörg Weigele erhofft sich langjährigen Spaß am SNEG, wenn die Kinder selbst entscheiden, wann sie weiter bauen oder ob sie anderen Kindern ihren Bauplatz überlassen. Darüber hinaus dürfen sie mitentscheiden, was im SNEG so los ist.

Der Park bietet die Möglichkeit, eigene Ideen zu verwirklichen und mit viel Holz und Seilen zu bauen. Sogar ein kleines Lager steht schon in einem Eck, ganz ohne Schrauben und Nägel. Die Mädchen und Jungen können an Seilgartenelementen klettern, am Jauchertbach spielen, und sich sogar an einem Bogenschießstand ausprobieren. Dabei steht ihnen immer ein Pädagoge zur Seite, der ihnen hilft und Tipps gibt.

Zur offiziellen Eröffnung haben drei Drittklässler der Teck-Grundschule die Flagge gehisst, die in der Kernzeit der Teck-Grundschule entstand. Von nun an wacht die SNEG-Schnecke über den Park, wenn er geöffnet ist.

Eine Abkühlung muss sein. Foto: Carsten Riedl
Eine Abkühlung muss sein. Foto: Carsten Riedl

„Ich finde das besser als Spiele an Konsolen“, sagt der neunjährige Carl. Er ist sicher, dass er noch viel öfter kommen wird. Abseits vom PC kann er viel entdecken. Auch der ebenfalls neunjährige Janne klettert beschwingt auf verschiedenen Bauwerken aus Naturfasern und Holz. „Wir bieten den Kindern viel Platz für Kreativität“, sagt Weigele und beobachtet die kletternden Abenteurer mit wachsamen Blick.

Carl fächelt demFeuer mit einem Sitzkissen Luftzu. Foto: Carsten Riedl
Carl fächelt demFeuer mit einem Sitzkissen Luftzu. Foto: Carsten Riedl

Für die Sommerferien ist ein Programm geplant. Es wird offene Türen für Kinder geben sowie auch ein dreitägiges Indianer-Projekt, für das man sich allerdings anmelden muss. Jugendliche haben die Chance, sich ehrenamtlich bei der Betreuung von Kindern im Sommerferienprogramm zu betätigen. Es gibt also für jede Altersgruppe etwas zu tun. Vor allem für Kinder, die die Natur kennen und schätzen lernen möchten.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Interessierte unter der Nummer 01 78/3 28 41 49

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