Kirchheimer Umland

„Aber bitte mit Sahne!“

Konzert Der Zither- und Akkordeonverein Kirchheim begeistert die Zuhörer in der Stadthalle.

Kirchheim. Hohes musikalisches Niveau und technisch hochwertige Ausstattung machten das Konzert des Zither- und Akkordeonvereins (ZAV) Kirchheim in der Stadthalle zu einem unvergesslichen Klangerlebnis.

Die „Akko-Jugend-Band“ unter der Leitung von Claudia Petrow bewies mit „It‘s Rocktime“ von Luigi Palermo, dass sie seit ihrem letzten Auftritt in musikalischer Hinsicht wieder ein bisschen gewachsen ist und durchaus eine ernst zu nehmende Formation darstellt. Auch das brasilianisch anmutende „Bossa für Anna Lena“ von Michael van Boxel wurde gekonnt vorgetragen. Die bekannte Pophymne „Amazing Grace“ begeisterte das Publikum, und mit dem Schlager „Hulapalu“ von Andreas Gabalier verabschiedeten sich die Jugendlichen.

Als Gastgruppe konnte das Akkordeonquintett des Handharmonika-Clubs Ditzingen unter der Leitung von Jens Reimann gewonnen werden. Jeder Spieler für sich war ein ungewöhnlich talentierter Ausnahmespieler, und fünf von dieser Klasse hört man selten zusammen. Einem souverän vorgetragenen Medley aus Hits von Glenn Miller, darunter das bekannte „Chattanooga Choo Choo“, folgte „In the Mood“ von Joe Garland, das mit seinem Walking Bass zügig voranschreitet. Zu der spieltechnischen Herausforderung „La Cumparsita“ von Rodriguez wurde dem Publikum augenzwinkernd mitgeteilt, dass es sich hierbei keinesfalls um einen argentinischen, sondern um einen uruguayischen Tango handelte. Nach dem peppigen „Samba Negra“ erklang mit „Rumänisch“ eine sehr konzertant aufgearbeitete Folge an Volkstänzen mit ihren landestypischen Tempowechseln. Der rasante und mit absoluter Perfektion vorgetragenen „Säbeltanz“ von Khachaturian veranlasste das Publikum zu begeistertem Applaus. Dieser wurde wiederum mit dem „Galopp“ aus Rudolf Würthners Ballettabend belohnt.

Nach der Pause öffnete sich der Vorhang für das 23-köpfige Akkordeonorchester des ZAV Kirchheim und seine Dirigentin Claudia Petrow. Die hervorragende Akustik der Stadthalle, aber auch die neue Soundanlage des Vereins machten das hymnenartige „Concerto d‘Amore“ von Jacob de Haan zu einer akustischen Freude. In der Filmmusik „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ von Svoboda kam besonders schön das durch den Schlagzeuger Marc Oberlander bediente Glockenspiel zur Geltung. In „Seven Songs of Joy“ verarbeitete Wolfgang Ruß Beethovens „Ode an die Freude“ als Cross-over in diversen Stilrichtungen. Während dem filigranen „Para una Despedida“, bei dem Rainer Lay sehr einfühlsam die Solostimme spielte, hätte man im Saal eine Stecknadel fallen hören können - so gebannt lauschte das Publikum dem Vortrag.

Zu größter Klangfülle lief das Orchester bei der „Bohemian Rhapsody“ der Gruppe Queen auf, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Für gute Laune sorgte ein Hit-Mix von Udo Jürgens, in dem der Klassiker „Aber bitte mit Sahne!“ nicht fehlen durfte. Melancholisch und ruhig war zuletzt Michael Jacksons „Heal the World“. Das beeindruckte Publikum erklatschte sich als Zugabe „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang.Steffi Reusch

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