Kirchheimer Umland

Älteste Ampel im Landkreis soll fallen

Verkehrszählung Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann erinnert das Regierungspräsidium Stuttgart an nicht eingehaltene Versprechen. Von Iris Häfner

So entspannt geht es an den Ampeln auf der B¿465 selten zu. Foto: Carsten Riedl
So entspannt geht es an den Ampeln auf der B¿465 selten zu. Foto: Carsten Riedl

Seit Jahren sind die Ampeln auf der B 465 auf Dettinger Markung ein Ärgernis. Vor der Krise im Jahr 2008 stimmte das Regierungspräsidium dem vierspurigen Ausbau der Bundesstraße zu. Dann war jedoch kein Geld mehr da und so wurde die Maßnahme mehrmals verschoben und für das Jahr 2014 versprochen. „Bis heute ist nichts geschehen, um die überlasteten Knotenpunkte an der Teckstraße und der Abzweigung Richtung Nabern zu entlasten“, erklärte Bürgermeister Haußmann. Doch nun konnte er dem Gemeinderat einen kleinen Erfolg vermelden: Im Juni und Juli sollen die zwei ältesten Ampelanlagen des Landkreises Esslingen erneuert werden. „Endlich, die Ausfälle sind hochgradig gefährlich“, sagte der Rathauschef. Auch die Bahn ist involviert, sie beteiligt sich mit einer Million Euro an den Kosten. Die Situation ist hochkomplex, beide Ampeln müssen aufeinander abgestimmt sein, einschließlich der Bahnübergänge. Dazu kommt noch die Ampel an der Autobahnmeisterei, die mit synchronisiert werden muss.

Das vielschichtige Thema Verkehr beschäftigte den Gemeinderat intensiv. Dieter Stahl von der Ingenieur-Gesellschaft Verkehr (IGV) präsentierte die Ergebnisse der Verkehrszählung, die im Juni vergangenen Jahres stattfand. Die Fahrzeugströme konnten ermittelt werden, auch was den Schleichverkehr durch den Ort anbelangt. Morgens sind es rund 440 Fahrzeuge, nachmittags über 600. Auf der B 465 wurden von der Autobahn bis zur Kreuzung nach Nabern über 32 000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, in Richtung Nabern bogen 17 300 ab, der Rest fuhr Richtung Owen weiter. Die Kirchheimer Straße von der Firma Mosolf bis zur Querspange frequentierten 9 600 Autos und Lkws.

Der Gutachter empfiehlt dringend, die Kreuzungen auf der B 465 mit längeren Abbiegespuren zu beschleunigen. So kann Stau vermieden werden. Eine moderne Ampelanlage allein reicht jedoch nicht aus. Dieter Stahl rät davon ab, die Vorfahrtsregelung für den Bereich Querspange und Kirchheimer Straße zu ändern, wie es der Gemeinderat angeregt hatte. Das Gremium dachte über eine abknickende Vorfahrt in Richtung Gewerbegebiet nach. Doch der Geradeausverkehr auf der Kirchheimer Straße ist wesentlich höher als von der Querspange. In diesem Bereich stellte er zudem fest, dass die Linksabbiegespur beim Rewe nicht von allen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. „Ich empfehle, dort eine Strichmarkierung und einen Pfeil auf die Straße aufzubringen“, erklärte er.

Dann gab es die Diskussion über die Berliner Kissen, besser gesagt: Doppelkissen. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Verkehrsberuhigung - entweder eine Art Noppenmatte oder betoniert -, die am Minikreisel beim Goldmorgen und im Bereich „Stelle“ vom Neuen Friedhof kommend auf die Straße montiert werden soll, denn im Kreisel wird oft und gerne zu schnell gefahren. „Der Busverkehr wird dadurch nicht beeinträchtigt. Wir müssen jedoch auch an land- und forstwirtschaftlichen Verkehr denken“, sagte Rainer Haußmann. An die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Verbindungsstraße zwischen Dettingen und Owen halten sich nicht alle. Mini-Poller auf dem Gehweg am Kreisverkehr haben wenig Erfolg gebracht. Die Berliner Kissen sollen nun die Autofahrer verlangsamen, und damit es zu keinen Ausweichmanövern kommt, werden die Kissen beidseitig aufgebracht.

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