Kirchheimer Umland

Alina Barth verrät den Lehrern nichts​

Die Schulsozialarbeiterin hat ein breites Betätigungsfeld an der Gemeinschaftsschule

Ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler hat die Schulsozialarbeiterin Alina Barth. Sie regelt Konflikte und sucht nach Lösungsmöglichkeiten.

Die Schlierbacher Schule ist Außenstelle der Werkreal- und Gemeinschaftsschule Albershausen.Foto: Deniz Calagan
Die Schlierbacher Schule ist Außenstelle der Werkreal- und Gemeinschaftsschule Albershausen.Foto: Deniz Calagan

Schlierbach. Was macht eine Schulsozialarbeiterin eigentlich? Alina Barth, Schulsozialarbeiterin an der Gemeinschaftsschule Albershausen-Schlierbach hört diese Frage oft. Fragensteller sind dabei nicht nur die Eltern der Schüler: Auch die Mitglieder des Zweckverbands „Westliche Voralb“ als Schulträger wollten einmal genauer informiert werden.

Anzeige

„Unter Schulsozialarbeit stellt man sich alles Mögliche vor“, ist Alina Barths Erfahrung. Seit fast zwei Jahren nun ist die Sozialpädagogin an der Gemeinschaftsschule tätig und stellte dem Zweckverband „Westliche Voralb“, in dem die Gemeinden Albershausen, Schlierbach, Hattenhofen und Zell als gemeinsame Träger der Gemeinschaftsschule organisiert sind, ihre Arbeit vor.

Das Hauptziel ihrer Arbeit umreißt Barth so: „Kinder und Jugendliche sollen in ihrer allgemeinen Entwicklung begleitet, unterstützt und gefördert werden.“ Eine sehr allgemeine Umschreibung, die konkreter wird, sobald man sich die einzelnen Arbeitsfelder ansieht, die Barth in der Schule beackert. „Arbeit mit den einzelnen Klassen, Beratung, Elternarbeit, Einzelfallhilfe“, zählt die Sozialpädagogin unter anderem auf.

Bei der Arbeit in den Klassen kommen dabei ganz unterschiedliche Themenbereiche zur Sprache. Gemeinsam mit Barth stellen sich die Schüler Fragen nach eigenen Schwächen und Stärken, findet Präventionsarbeit zum Umgang mit digitalen Medien statt und wird die Klassengemeinschaft gestärkt. „In diesem Jahr haben wir den Klassenrat eingeführt, um Probleme innerhalb der Klassen gemeinsam besser lösen zu können“, berichtet Barth.

Daneben hat die Schulsozialarbeiterin auch immer ein offenes Ohr für die Probleme der Schüler. In den Einzelgesprächen geht es dann oft um Konfliktlösungen. „Da regeln wir dann gemeinsam Konflikte, die immer wieder in einer Schule auftreten: Probleme mit Freunden und Freundinnen, Klassenkameraden oder auch Lehrern.“

Wichtig dabei: Alina Barth ist gerade bei Problemen mit Lehrern Vertrauensperson und nicht Teil der Lehrerschaft – was die Kinder und Jugendlichen mit ihr besprechen, fällt in aller Regel auch unter das Siegel der Verschwiegenheit. Und auch bei Problemen im familiären Umfeld ist die Sozialpädagogin eine wichtige Ansprechpartnerin. Für das kommende Schuljahr sind neue Projekte geplant, wie etwa ein spezielles Mädchenangebot zur Stärkung des Selbstwertgefühls. Ebenfalls starten möchte Barth mit dem Projekt „Streitschlichter“, bei dem Schüler zu Streitschlichtern ausgebildet werden, um selbstständig Konflikte innerhalb der Klasse oder zwischen Schülern lösen zu können.

Bedauerlich bleibt, dass an der Gemeinschaftsschule lediglich eine 50-Prozent-Stelle für die Schulsozialarbeit finanziert werden kann. Denn eigentlich wäre noch viel mehr zu tun, wie der Leiter der Schule, Rektor Manfred Mettang, feststellt: „Wir könnten noch viel mehr Schulsozialarbeit brauchen.“

Alina Barth verrät den Lehrern nichts​
Alina Barth verrät den Lehrern nichts​

Info: Die Gemeinschaftsschule Albershausen-Schlierbach

Seit Beginn des Schuljahres 2014/2015 ist die Albert-Schweizer-Schule in Albershausen Gemeinschaftsschule. Das Besondere: Sie ist eine der wenigen Gemeinschaftsschulen im Land, die mehrere Standorte, nämlich Albershausen und Schlierbach, hat. Im kommenden Schuljahr werden knapp 150 Schüler den Gemeinschaftsschulzweig der Schule besuchen. 46 Neuanmeldungen sorgen dafür, dass es zwei 5.  Klassen geben wir. Die Schüler der Klassenstufen 5 bis 7 gehen am Standort Albershausen zur Schule, ab der Klassenstufe 8 ist dann Schlierbach der Schulort . Derzeit sind die letzten Klassen der auslaufenden Werkrealschule in Schlierbach untergebracht. In diesen Klassen werden noch rund 70 Schüler unterrichtet. vs