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An der Steige rumpelt es kräftig

Verkehr Der Albaufstieg von Gutenberg nach Schopfloch wird im kommenden Jahr erneut für mehrere Wochen halbseitig gesperrt. Fundamente sind beschädigt, und es braucht weitere Fangzäune. Von Anke Kirsammer  

Die Gutenberger ­Steige hält die Verantwortlichen weiter in Atem: Immer wieder gibt es Abbrüche von kleinerem und größerem Gestein. Sechs Wochen lang war der Albaufstieg nun nur halbseitig befahrbar, weil das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart

 

Die Steige hätte den Winter über sonst nicht freigegeben werden können.
Lisa Schmidt
Die Pressereferentin des RP zum ­Abräumen gefährlicher Felsblöcke 

 

den Ursachen auf den Grund gehen wollte und Schutzmaßnahmen ergriffen hat. Auch im kommenden Jahr sind größere Arbeiten nötig.

Wie die Pressereferentin Lisa Schmidt erklärt, wurden im November und Dezember Felssicherungssysteme von Bewuchs freigeschnitten. Gutachter stellten in manchen Bereichen starke Schäden an den freigelegten Fundamenten fest. „Außerdem beschädigte ein Einschlag einen der Fangzäune kurz vor den Arbeiten sehr stark“, so die Sprecherin. Dieses Bauwerk habe man unvorhergesehen dringend sichern müssen.

Ein Abschnitt einer Felswand am unteren Ende der Steige wurde teilweise neu vernetzt und der komplette Hang bis hoch zur „Schwarzen Wand“ von Geologen begutachtet. Die Vollsperrungen an einzelnen Wochenenden nutzte das RP, um gefährliche Felsblöcke abzuräumen. Den Zeitplan wirbelte das ordentlich durcheinander. „Die Baufirma hat es kurzfris­tig erledigt, sonst hätte die Steige den Winter über nicht freigegeben werden können“, sagt Lisa Schmidt dazu. Die Geologen stellten zudem fest, dass ein weiterer Fangzaun am unteren Ende der Steige nötig ist. Dessen Dimension wird momentan von einem Ingenieurbüro bemessen. Geplant sei, den Zaun möglichst im Herbst 2023 anzubringen, da sonst erneut Gutachten und ein weiteres Abräumen vor dem nächsten Winter nötig wären. Geklärt werden müssen dazu jedoch naturschutzrechtliche Fragen.

Die Schäden sind größer als erwartet

Weil bei der Instandsetzung der Fangzäune in den vergangenen Wochen deutlich größere Schäden ans Licht kamen als gedacht, plant das Regierungspräsidium von Februar an erneut eine halbseitige Sperrung der Steige für sechs bis acht Wochen. Fundamente müssen komplett abgebrochen, neue Gründungspfähle hergestellt und die Fundamente frisch betoniert werden. „Das ist wegen des Geländes sehr aufwendig“, erläutert Lisa Schmidt. Bremselemente, Netze und Tragseile werden an den Systemen ausgetauscht. Außerdem werde eine Felswand im unteren Bereich neu vernetzt. Die Arbeiten konnten aufgrund der unvorhergesehenen Maßnahmen nicht komplett erledigt werden.

Auch im oberen Bereich der Steige wird der Bautrupp noch alle Hände voll zu tun haben. Dort gab es in den vergangenen Monaten an der Böschungskante einige Abbrüche. Das Geröll muss nicht nur entfernt werden, die entstandenen Hohlräume werden darüber hinaus mit neuen Felsnägeln und einem Erosionsschutz stabilisiert. Das RP geht derzeit davon aus, dass die Steige im Februar oder März an zwei Wochenenden voll gesperrt wird. Um Bauteile in den Hang zu hieven, wird ein Kran benötigt, der die Sperrung unumgänglich macht.

Dass die Instandsetzungen nicht bereits im vergangenen Jahr vorgenommen wurden, als die Steige zehn Monate wegen der Sanierung gesperrt war, erklärt das RP mit aktuellen Stein- und Baumschlägen. Sie seien damals nicht absehbar gewesen und hätten teils zu den Schäden etwa an den Gründungspfählen der Fundamente geführt. Sanierungen von Felssicherungssystemen seien meistens nicht planbar. „Sie hängen von äußeren Einflüssen wie Frostperioden, Niederschlägen und Stürmen ab und müssen nach Bedarf ausgeführt werden“, so Lisa Schmidt.