Kirchheimer Umland

An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck

Günter Köhler läuft oder radelt wöchentlich auf die Burg – Das Hobby hält ihn fit

Alles begann mit einem zweiwöchentlichen Stammtisch Anfang der 90er-Jahre. Bald schon machte sich Günter Köhler aus Kirchheim jeden Mittwoch auf den Weg zur Teck. Bis ­heute stehen die Wanderungen oder Radtouren fest auf dem ­Programm des 68-Jährigen.

An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck
An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck

Owen/Kirchheim. „Das 1600. Mal hebe ich mir für Silvester auf“, erklärt Günter Köhler, „ich laufe jedes Jahr an Silvester auf die Teck, aber immer bevor die Gruppe vom großen Silvesterlauf ankommt. Das Jahr mit einem Ausflug auf die Teck abzuschließen, hat für mich Tradition.“

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Doch nicht nur am letzten Tag des Jahres macht sich der 68-jährige Kirchheimer auf den Weg zur Burg. Seit 1992 ist die Teck für Günter Köhler ein regelmäßiges Ausflugsziel – ob zu Fuß oder mit dem Rad. Häufig startet er vor der eigenen Haustür im Stadtteil Schafhof – elf Kilometer sind es auf der einfachen Strecke. „Das hat alles damit angefangen, dass wir in dem Sommer Anfang der 90er nicht in den Urlaub gefahren sind. Stattdessen bin ich dann mal auf die Teck hoch gelaufen und habe dort zufällig Bekannte getroffen, die dort alle zwei Wochen zu einem Stammtisch zusammengekommen sind. Da habe ich mich dann spontan angeschlossen“, erinnert sich Günter Köhler. Anfangs sei er auch noch oft von Owen oder Bissingen aus gestartet, bald ging es wöchentlich auf die Burg: „Heute kenne ich sämtliche Wege auf die Teck hoch.“

Man könne schon sagen, dass das ein „Spleen“ ist, sagt Köhler und lacht. „Seit ich in Rente bin, bin ich auch zweimal wöchentlich oben, schließlich habe ich ja jetzt mehr Zeit. Davor war es in der Regel immer der Mittwoch, das war ein gesetzter Termin. Nur als mein Vater an einem Mittwoch gestorben ist, war ich nicht auf der Teck.“

Den Stammtisch, mit dem alles begann, gebe es mittlerweile nicht mehr. Viele schöne und teils auch kuriose und tierische Erlebnisse gab es in den letzten 23 Jahren auf der Teck, wie Köhler erzählt: So habe er bislang vier Wirtspaare miterlebt, den 80. Geburtstag seiner Mutter oben gefeiert, mit vielen Bekannten und Verwandten aus nah und fern Ausflüge auf die Teck unternommen. „Einmal bin ich im Wald nicht weitergekommen, weil die Polizei wegen eines abgestürzten Kletterers alles abgesperrt hatte, ein anderes Mal wollte meine Frau auf die Teck nachkommen, da ist direkt vor ihr ein Stück Mauer abgerutscht. Sie hatte wirklich Glück.“

Im Winter hat Günter Köhler immer wieder seinen Schlitten dabei, um mit ihm wieder runter zu fahren. „Einmal, als der Betrieb auf der Teck bereits in der Winterzeit eingestellt war, bin ich im Burghof plötzlich auf einen Ziegenbock getroffen. Der war recht angriffslustig, zum Glück hatte ich meinen Schlitten zur Abwehr dabei“, erinnert sich Köhler und lacht. Friedlicher lief da schon seine andere tierische Begegnung ab: „Auf der Teck gibt es eine Katze, die lebt wild im Freien. Im Winter habe ich ihr dann immer etwas zu Trinken und Futter mitgebracht. Mittlerweile ist das gar nicht mehr nötig, durch viele Besucher ist sie bestens versorgt, sie hat sogar ein Häuschen bekommen.“

Gewandert ist Günter Köhler schon immer gern und das nicht nur auf die Teck, „ich bin zum Beispiel auch immer wieder im Schwarzwald oder Allgäu unterwegs, erst jetzt im Spätsommer habe ich dort mit Wohnmobil und Fahrrad eine 5-Klammen-Tour gemacht.“ Mit dem Rad ging es sogar schon von Kirchheim bis nach London, Paris, in die Partnerstadt Rambouillet oder auch nach Südtirol. „Da war ich allein unterwegs und habe dann in Jugendherbergen übernachtet, da war immer was los.“ Erst vor ein paar Jahren radelte der 68-Jährige zur Verwandtschaft nach Bremen, „meine Frau kam dann mit dem Auto nach.“

Oft und gern reisen beide auch mit ihrem Wohnmobil durch Europa, 2016 soll es eventuell nach Lettland gehen. Mit einem ehemaligen Studienfreund ist Günter Köhler dagegen in ferneren Gefilden unterwegs: „Er lebt in Uganda, dort habe ich ihn schon mehrmals besucht, wir waren zusammen mit dem Rucksack in Indien oder über den Jahreswechsel von 2012 auf 2013 auf mehrwöchiger Rundreise durch Kambodscha, Laos, Thailand und Malaysia. Eine Reise in die Südsee ist schon geplant. Ein bisschen Action muss im Urlaub schon sein, ich kann nicht nur zwei Wochen am Strand liegen“, meint Köhler schmunzelnd.

An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck
An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck
An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck
An Silvester zum 1600. Mal auf die Teck