Kirchheimer Umland

Anbau an den Kindergarten wird teurer

Mehrkosten Beim Baubeschluss lag noch keine Berechnung fürs Jesinger Käppele vor: Aus 840 000 werden jetzt 975 000 Euro.

Geld
Symbolbild

Kirchheim. „Erstens wird es teurer - und zweitens als man denkt“: An diese abgewandelte Volksweisheit dürften sich die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderatsausschusses für Bildung, Soziales und Bürgerdienste erinnert gefühlt haben, als sie wieder einmal überplanmäßige Ausgaben abzusegnen hatten. In diesem Fall ging es um die Erweiterung des Jesinger Kindergartens „Im Käppele“. Im Februar hatte der Gemeinderat die Ausschreibung beschlossen und war davon ausgegangen, dass der Anbau rund 840 000 Euro kosten würde. Jetzt musste der Ausschuss weitere 135 000 Euro genehmigen. Die Kosten sind also auf fast eine Million Euro gestiegen - oder gar auf über eine Million, wenn man die Außenanlagen hinzurechnet, für die es jetzt ebenfalls 50 000 Euro an Mehrkosten zu genehmigen gab.

Beim „Käppele-Kindergarten“ handelt es sich aber nicht nur um die „übliche“ Kostensteigerung, sobald die öffentliche Hand baut. Es war vor allem so, dass alles rasch gehen musste: Im Februar waren die Ausschreibungen sehr schnell erfolgt, weil der neue Gebäudetrakt schon Ende des Jahres bezugsfertig sein soll. Kirchheims Erster Bürgermeister Günter Riemer erklärte deswegen „Grundsätzliches zu dem Projekt“: „Wir hatten einen enormen Zeitdruck beim Baubeschluss. Der ist ohne Kostenberechnung erfolgt, weil wir zu dem Zeitpunkt noch keine fertige Planung hatten.“ Die höheren Kosten seien dadurch zu erklären, dass es immer wieder größere Schwankungen zwischen Kostenschätzung und Kos­tenberechnung gibt.

Einzug im Januar 2021

Marianne Gmelin, die für die SPD nicht nur im Kirchheimer Gemeinderat sitzt, sondern auch im Jesinger Ortschaftsrat, hielt ein flammendes Plädoyer für den Kindergartenanbau, für dessen Planung und für die Genehmigung der Mehrkosten: „Wir sind darauf angewiesen, dass die neue Gruppe zum Jahresbeginn 2021 dort einziehen kann. Es geht hier auch nicht um Luxus. Wenn der Anbau fertig ist, haben wir das gesamte Kindergartengebäude auf den aktuellen Standard gebracht.“

An einer Stelle erhielt sie Schützenhilfe von Sabine Bur am Orde-Käß, der Vorsitzenden der Grünen-Fraktion im Gemeinderat: „Ich möchte dringend davor warnen, am Sonnen- und Wärmeschutz zu sparen“, sagte sie angesichts eines Anteils von 40 000 Euro an Mehrkosten, der auf Fenster und Sonnenschutz entfällt: „Wir sollten die Finger lassen von Wärmeschutzglas und auf jeden Fall einen außenliegenden Sonnenschutz anbringen lassen.“

Der Ausschuss zeigte sich überzeugt und stimmte den Mehrausgaben einstimmig zu. Andreas Volz

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