Kirchheimer Umland

Anwohner melden sich in Bürgerfragestunde zu Wort

Dass sie eine Asylbewerberunterkunft in der Nachbarschaft ablehnen, daran haben einige Anwohner in der Bürgerfragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung keinen Zweifel gelassen. Vom Wunsch, die Unterkunft mehr an den Rand der Gemeinde zu rücken, bis hin zu der Äußerung, man wolle das eigene Kind künftig nicht mehr allein auf den Bus warten lassen, kamen viele Wünsche und Ängste der Bürger zur Sprache. Auch der Vorwurf, die Gemeinde nehme zu wenig Rücksicht auf die Bürger, wurde laut. Beim Bürgermeister stießen sie damit nur bedingt auf Verständnis. „Völlig egal, wo man eine solche Unterkunft baut: Es wird immer Widerstand geben“, sagte er. Haumacher rechnet damit, dass der Strom der Flüchtlinge nicht abreißt. In Zukunft würden noch viel mehr Bürger betroffen sein. Für die europäische Flüchtlingspolitik sei jedoch das Notzinger Rathaus nicht zuständig. Die Meinung, dass ein Flüchtlingsheim in Modulbauweise den Ortskern nicht unbedingt hübscher machen wird, teilt er. „Dass das den Ort verschandelt, ist klar. Mit ‚Unser Dorf soll schöner werden‘ hat das nichts zu tun“, sagte Haumacher. Der Notzinger Bürgermeister wies auf den Mangel an Alternativen hin. Er habe die Bürgerschaft drei Mal dazu aufgefordert, Wohnraum zu nennen – ohne Erfolg. Er habe jeden Leerstand geprüft und sei auf jeden Eigentümer zugegangen. „Niemand war bereit, etwas zur Verfügung zu stellen, was mich ehrlich gesagt auch nicht gewundert hat.“ Die Angst einer Bürgerin, dass demnächst die Sporthalle mit Feldbetten belegt werden könnte, konnte Vera Morlok-Gommel (UKW) entkräften. „Kommunale Sporthallen werden nicht beschlagnahmt. Der Landkreis hat noch eigene Sporthallen“, sagte die Gemeinderätin. Das sei der momentane Stand. Morlok-Gommel, die im Landratsamt seit Kurzem zuständig für alle Flüchtlingsunterkünfte ist, ist bei Abstimmungen über die Asylbewerberunterbringung in Notzingen künftig befangen. adö


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