Kirchheimer Umland

Bei Bauplätzen und Wohnraum drückt der Schuh

Zukunft Einwohner und die Verwaltung aus Schlierbach erstellen gemeinsam ein Gemeindeentwicklungskonzept.

Schlierbach. Eine Fragebogenaktion unter den Einwohnern, etliche Beratungen im Gemeinderat, eine Untersuchung durch Fachleute: Die Gemeinde Schlierbach nimmt sich ihrer Zukunftsfragen an und hat im vergangenen Jahr einen Entwicklungsprozess gestartet. Ziel ist die Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzepts. Nun wurden die bisherigen Erkenntnisse der Öffentlichkeit präsentiert. Das Interesse in der Schlierbacher Einwohnerschaft ist groß, und entsprechend gut war die Dorfwiesenhalle besucht.

Frühzeitigen Austausch und Bürgerbeteiligung hat sich Schlierbachs Bürgermeister Sascha Krötz auf die Fahnen geschrieben. „Nutzen Sie die Gelegenheit heute, das loszuwerden, was Sie loswerden wollen“, lud er die Anwesenden zum Dialog ein. Bevor allerdings Verwaltungsmitarbeiter und Bürger an den in der Halle verteilten Stellwänden miteinander ins Gespräch kamen, stand zunächst einmal geballter Input auf der Tagesordnung. Manfred Mezger und Gerhard Ueding vom Planungsbüro „mquadrat“ erläuterten das Ergebnis ihrer eigenen Untersuchungen sowie der Bürgerbefragung. „Dieses Konzept lebt auch von den Bürgerinnen und Bürgern“, stellte Manfred Mezger klar.

Verschiedene Themengebiete, die für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde entscheidend sein könnten - von Wohnen und Leben über Verkehr und Infrastruktur bis hin zur örtlichen Nahversorgung - hatten die Berater im Vorfeld identifiziert und näher untersucht. Für jedes Themenfeld haben die Planer eine Liste mit Schlüsselprojekten unterschiedlicher Priorität herausdestilliert: Beim Themengebiet Wohnen etwa die zeitnahe Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, in Sachen Verkehr eine Verbesserung des ÖPNV, bei der Infrastruktur schnelle Breitbandversorgung oder die Ansiedlung einer weiteren Arztpraxis und eines Lebensmittelvollsortimenters im Bereich Nahversorgung.

Spiegelbildlich zu der Untersuchung von Verwaltungsseite aus haben die Planer auch die Bürger befragt. Im vergangenen Herbst war dazu im Mitteilungsblatt ein Fragebogen beigelegt. Die Schlierbacher konnten hier Auskunft darüber geben, wie sie die Gemeinde selbst wahrnehmen: Wie lebt es sich in Schlierbach, wo liegen die Stärken und Schwächen? Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie Gerhard Ueding feststellt: „Insgesamt bescheinigen Sie der Gemeinde eine hohe Lebensqualität.“

Hier drückt der Schuh

Dennoch wurde auch deutlich, wo die Einwohnerschaft Verbesserungspotenziale sieht: Mehr Bauplätze, bezahlbarer Wohnraum, schnelles Internet, mehr Angebote für Senioren, eine Verbesserung der wohnortnahen Versorgung mit mehr Ärzten, Apotheke und kleinen Läden im Ort wurden als wichtige Baustellen identifiziert.

Die Ergebnisse aus Untersuchung und Umfrage sollen nun im weiteren Prozess im Gemeinderat beraten werden. Auch weitere Bürgerveranstaltungen sind im Rahmen der Konzeptentwicklung geplant, wie Bürgermeister Sascha Krötz sagt. Er hofft, im Herbst ein fertiges Konzept präsentieren zu können. Ebenfalls im Herbst muss das Konzept auch zum ersten Mal seinen Wert beweisen: Denn dann möchte die Gemeinde beim Land ein neues Sanierungsprogramm für die Ortsmitte beantragen - und dafür ist ein mit Bürgerbeteiligung entstandenes Gemeindeentwicklungskonzept Grundvoraussetzung.Volkmar Schreier

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