Kirchheimer Umland

„Berliner Kissen“ beruhigt Dettingen

Verkehr Der Kreisel beim Baugebiet Goldmorgen überfordert regelmäßig die Autofahrer. Viele sind zu schnell von Owen kommend unterwegs und schanzen nicht nur über die Mitte, sondern auch über den Gehweg. Von Iris Häfner

Ein „Berliner Kissen“ vor dem Kreisverkehr im Goldmorgen in Dettingen soll den Verkehr abbremsen.  Foto: Markus Brändli
Ein „Berliner Kissen“ vor dem Kreisverkehr im Goldmorgen in Dettingen soll den Verkehr abbremsen. Foto: Markus Brändli

Wir nehmen alle wahr, dass einige zu schnell in den Kreisel kommen und dann fahrdynamisch nicht in der Lage sind, ihn richtig auszurunden - und rechts auf dem Gehweg landen“, sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann. Mit der Erweiterung des Baugebiets Goldmorgen wurde am Ortseingang von Owen kommend dieses Bauwerk errichtet, um Fahrzeuge sämtlicher Art auf die 30er-Zone vorzubereiten. Das ignorieren Autofahrer jedoch regelmäßig. Schilder wurden umgeknickt, aktuell sind drei der überfahrbaren Mini-Baken platt gewalzt. Direkt dahinter befindet sich der Gehweg, weshalb sich die Anwohner Sorgen um ihre Sicherheit, und vor allem um die ihrer Kinder machen.

Bereits im März diskutierte der Gemeinderat deshalb, ob dort ein „Berliner Kissen“ installiert werden soll. Das kennt in der Region so ziemlich jeder, denn Kirchheim hat schon solch eine verkehrsberuhigende Einrichtung: auf der Alleenstraße zwischen Marktstraße und Dettinger Straße. Wie in der Teckstadt sollen in Dettingen die Auf- und Abfahr-Rampen eine Steigung von etwa sechs Prozent auf einer Länge von rund 2,7 Meter haben, was relativ steil ist. Das erzeugt die gewünschte Abbremswirkung. Die „Ebene“ wird mit sechs Metern jedoch nicht ganz so lang, wie das Kirchheimer Pendant und einen Zebrastreifen wird man hier auch vergebens suchen.

Weil nichts über die Köpfe der Anlieger entschieden werden sollte, gab es eine Bürgerinformationsveranstaltung. „Keiner war gewaltig dagegen“, fasste Rainer Haußmann das Resultat zusammen. Die größte Sorge war, „dass was scheppert“. Da das Berliner Kissen jedoch aus einem Asphalt-Guss und nicht aufgeschraubt ist, entsteht keine Lärmquelle. „Wenn ein Pritschenwagen drüberfährt, kann es jedoch sein, dass die Ladung scheppert“, so der Schultes. Für ihn ist das Kissen die optimale und dazu noch elegante Lösung des Problems: „Die Anlage braucht keinen Strom und funktioniert 24 Stunden sieben Tage die Woche.“

Gebaut werden soll das Kissen zwischen Kreisel und Feldweg. Sowohl Busse als auch landwirtschaftliche Gespanne können es problemlos „überqueren“. Ausgebremst wird nicht nur der Verkehr in Richtung Dettingen, sondern auch die Autofahrer, die nach Owen wollen. Die beschleunigen nicht selten schon in der Gutenberger Straße und überfahren auch ortsausgangs den Kreisverkehr.

„Sollten wir die Autofahrer nicht mit einem Schild warnen? Wenn einer vor dem „Berliner Kissen“ scharf abbremst - dann scheppert‘s womöglich tatsächlich“, sagte Peter Bayer. Der Verwaltung ist klar, dass die Gemeinde aus der Haftung sein muss. Ob mit einem Warnhinweis oder einer radikalen Geschwindigkeitsreduzierung, das wird im Vorfeld abgeklärt. Auf jeden Fall bekommen die Rampen, wie in Kirchheim auch, aufgemalte Dreiecke. Ulrike Schweizer ist froh, dass die Entscheidung pro „Berliner Kissen“ gefallen ist. „Drei der Hütchen sind umgefahren. Es kommt dort regelmäßig zu prekären Situationen. Es ist im Sinne aller, den Verkehrsfluss dort einzudämmen“, sagte sie.

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