Kirchheimer Umland

Bezahlbare Mietwohnungen bleiben heiß begehrt

Mitgliederversammlung der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen – Sechs Prozent Dividende

Wohnungsknappheit, Mietpreisbremse, bezahlbares Wohnen – dies waren die bestimmenden Themen der Mitgliederversammlung der Kreisbaugenossenschaft Kirchheim-Plochingen. Die Genossenschaft erzielte 2014 einen Jahresüberschuss von 1,3 Millionen Euro. Beschlossen wurde die Ausschüttung einer Dividende von sechs Prozent.

Kirchheim. Mehr als 200 Mitglieder waren in die Stadthalle Kirchheim gekommen, um sich über die Geschäfte der Kreisbau zu informieren. Wie der Vorstandssprecher Bernd Weiler berichtete, blieb die Nachfrage nach Miet- und Eigentumswohnungen im Geschäftsgebiet im Jahr 2014 ungebrochen: „Trotz des Ausbaus des Wohnungsangebots auf 1 605 Mietwohnungen konnten lediglich 20 Prozent der 663 Wohnungsnachfragen befriedigt werden“, so Weiler. Umso wichtiger sei es deshalb, das Mietwohnungsangebot an den Standorten Kirchheim, Weilheim, Wendlingen, Nürtingen, Plochingen und Umgebung weiter auszubauen. „Mit unserem aktuellen Bauprogramm von 104 neuen Wohnungen, darunter 78 Mietwohnungen, stoßen wir dabei aber auch an die Grenzen des Machbaren“, so Weiler.

Mit einer Nutzungsgebühr von durchschnittlich 5,76 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche im Monat bewege sich die Genossenschaft weiterhin deutlich unter den ortsüblichen Vergleichsmieten, sagte der Vorstandssprecher. Dies spreche für das „Erfolgsmodell Genossenschaft“, denn „Genossenschaften stehen für nachhaltiges Wirtschaften und regionale Wertschöpfung“.

Der Erfolg schlage sich im Geschäftsergebnis nieder. Der Jahresüberschuss fiel um beinahe zwei Drittel höher aus als im Vorjahr. Das Anlagevermögen stieg auf 61 Millionen Euro an. Dazu habe insbesondere die günstige Kapitalmarktsituation beigetragen. Zur Finanzierung seien Kreditmittel bei Banken aufgenommen worden, die zur Erhöhung des Fremdkapitals auf 34,9 Millionen Euro führten. Dennoch habe der Zinsaufwand auf 590 000 Euro reduziert werden können.

Im Jahr 2014 habe die Kreisbau über 11,3 Millionen Euro in die Bewirtschaftung und den Neubau von Wohnungen investiert. Ein Teil dieser Investitionen fließe in den Bau von 53 Genossenschafts- und 15 Eigentumswohnungen, mit denen im Berichtsjahr begonnen wurde, sagte Georg Hörmann, Technischer Vorstand der Kreisbaugenossenschaft. 4,3 Millionen Euro seien in die Instandhaltung und Modernisierung von Bestandsimmobilien sowie in die energetische Sanierung investiert worden.

Diesen Zahlen stehen Umsatzerlöse von rund 14,25 Millionen Euro gegenüber. „Das sind 2,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr“, betonte Weiler. Insbesondere der Verkauf von 14 Eigentumswohnungen und drei Gewerbeeinheiten sowie der Erwerb von 61 Mietwohnungen hätten sich positiv darauf ausgewirkt. Dienstleistungen wie Verwaltung, Makeln, Energieerzeugung und Geschäftsbesorgung hätten mit 591 526 Euro zum Jahresergebnis beigetragen. Wie Sigrid Feßler, Verbandsdirektorin des Verbandes baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen berichtete, blieb die Prüfung des Bilanzabschlusses beanstandungslos.

Der Jahresbericht wurde von den anwesenden Genossenschaftsmitgliedern einstimmig angenommen. Das positive Ergebnis machte auch die Entlastung des Vorstandes zur reinen Formalität: Er wurde von den Mitgliedern einstimmig entlastet. Die Aufsichtsräte Ulrich Kübler, Wolfgang Merkl, Peter Raviol und Stefan Wiedemann wurden vom Plenum wiedergewählt.

„In Kirchheim wird es keine Mietpreisbremse geben. Denn in Kirchheim ist die Kreisbau die Mietpreisbremse“, so der Aufsichtsratsvorsitzende der Kreisbaugenossenschaft Dieter Helber zu Beginn der Versammlung.pm

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