Kirchheimer Umland

Blitzeis sorgt für „schlechten Rutsch“

Verkehr Einsetzender Regen trifft auf gefrorenen Boden – eine denkbar schlechte Kombination, die viele Berufspendler und Schüler am gestrigen Morgen überraschte.

Im Berufsverkehr befanden sich einige Autofahrer auf Abwegen. Einer davon landetet bei der Überleitung von der A 8 auf die B 313
Im Berufsverkehr befanden sich einige Autofahrer auf Abwegen. Einer davon landetet bei der Überleitung von der A 8 auf die B 313 bei Köngen im Grünstreifen.Foto: SDMG/jäger

Blitzeis hat am Dienstagmorgen zu Beginn des Berufsverkehrs nach den Weihnachtsferien zu erheblichen Behinderungen und zahlreichen Verkehrsunfällen im Bereich des Polizeipräsidiums Reutlingen gesorgt. Allein in der Zeit von 6.30 und 9 Uhr gingen bei der Polizei 62 Meldungen über Verkehrsunfälle in den Landkreisen Esslingen und Reutlingen ein. In 58 Fällen ist es hierbei bei Blechschäden geblieben.

Bei vier Verkehrsunfällen haben sich fünf Personen leichte Verletzungen zugezogen. Im Landkreis Esslingen haben sich 54 Verkehrsunfälle auf dem Blitzeis ereignet.

Glücklicherweise blieb es bei den meisten Rutschpartien, bei denen Autofahrer im Graben, auf dem Vordermann oder auf geparkten Fahrzeugen landeten, lediglich bei Blechschäden. Unfallschwerpunkte waren Wernau mit sieben Unfällen, Kirchheim und Köngen, wo sich jeweils fünf Unfälle ereigneten. Ein Autofahrer zog sich um 7.15 Uhr leichte Verletzungen zu, als sein Auto in der Sudetenstraße in Kirchheim gegen einen Bus rutschte. Er benötigte keinen Rettungsdienst. Ein gestürzter Radfahrer erlitt kurz vor sieben Uhr in der Wendlinger Gartenstraße so schwere Verletzungen, dass er vom Rettungsdienst in eine Klinik gebracht werden musste.

Allerdings dürfte es sich bei diesen Zahlen lediglich um die Spitze des Eisberges handeln, denn die Dunkelziffer der Fälle, die nicht der Polizei gemeldet wurden, scheint höher zu sein. Allein in Kirchheim und Umgebung sind einige Lehrer und Schüler auf dem Weg zur Schule, ob mit dem Fahrrad unterwegs oder zu Fuß, gestürzt. Aber nicht nur das sorgte teils für einen verspäteten Schulanfang. Aus Hochdorf fehlte ein ganzer Schulbus, der aufgrund von Blitzeis nicht in Richtung Schlossgymnasium starten konnte.

Trotzdem scheinen die meis­ten Unfälle relativ glimpflich abgelaufen zu sein, ganz im Gegensatz zum Nachbarkreis Göppingen. Hier kam es zu einigen Unfällen mit Schwerverletzten. Gegen 7 Uhr überraschte Blitzeis eine 33-jährige Auofahrerin in Albershausen im Herzenhaldenweg. Sie rutschte gegen einen Mercedes und stieg aus. Ein nachfolgender Mercedes konnte ebenfalls nicht mehr anhalten und stieß gegen die Frau. Ein dritter Mercedes geriet außer Kontrolle, rutschte gegen ein Auto und über eine Mauer. Danach knallte er gegen einen Audi. Die Frau musste mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Ebenfalls schwer verletzt wurde ein Lastwagenfahrer, dessen Zugmaschine auf einem Firmengelände auf einen höher gelegenen Grünstreifen rutschte und umkippte. Zur mehrstündigen Bergung des Gespanns war ein Spezialkran nötig. Die Stuttgarter Straße war halbseitig gesperrt.

Lediglich leichte Verletzung erlitten ein Fahrradfahrer ins Eislingen, ein Fußgänger in Ebersbach und ein Autofahrer in Eschenbach. Bei 15 weiteren blitzeisbedingten Unfällen im Göppinger Stadtgebiet wurde niemand verletzt. Auch bei Unfällen in Albershausen (zwei), Birenbach, Ebersbach (drei), Eislingen (fünf), Geislingen, Heiningen (zwei), Uhingen (sechs) und Schlierbach blieb es bei Sachschäden. lp

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