Kirchheimer Umland

Bloß nicht den Kontakt verlieren

Aktion Mit „Zeit zum Reden“ will das Deutsche Rote Kreuz Abhilfe gegen Isolation und Einsamkeit schaffen.

Symbolbild

Region. Keine Singstunde mehr, keine Kaffeerunde, kein Besuch mehr von den Enkelchen: Seit nun drei Wochen leben die Menschen in Deutschland wegen der geltende Kontaktsperre nahezu in Isolation. Mit der Telefon-Aktion „Zeit zum Reden“ will der DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim zusammen mit Kooperationspartner nun dafür sorgen, dass Menschen trotzdem im Gespräch bleiben.

Für viele sei die aktuelle Situation sehr belastend: „14 Tage können lang werden, wenn man keine sozialen Kontakte mehr hat.“, weiß Melvin Mendritzki von der Kreisbereitschaftsleitung. Vor allem Alleinstehenden und Älteren bricht durch die Verfügungen zur Kontaktminimierung derzeit ein Großteil ihrer sozialen Kontakte ersatzlos weg. Für ihn war deshalb schnell klar: „Hier müssen wir was tun.“

Unterstützt vom DRK-Kreisverband Nürtingen-Kirchheim sowie den Evangelischen Kirchen, dem Katholischen Dekanat Esslingen-Nürtingen, dem Diakonieverband Esslingen sowie der Caritas haben die Ehrenamtlichen nun innerhalb kürzester Zeit die Aktion „Zeit zum Reden“ ins Leben gerufen. Über die zentrale Rufnummer 0 70 22/70 07-57 können alle, die Gesprächsbedarf haben und über ihre Sorgen mit jemanden sprechen möchten, täglich zwischen 10 und 17 Uhr Kontakt aufnehmen - auch an den Wochenenden.

Der Mitarbeiter der zentralen Kontaktstelle notiert Namen und Telefonnummer des Anrufes und gibt diese an einen der Ehrenamtlichen aus dem Projekt-Team weiter. „Wir rufen dann zeitnah zurück“, berichtet Melvin Mendritzki. So ist garantiert, dass die zentrale Kontaktstelle schnell wieder frei ist und beim Rückruf genügend Zeit für das Gespräch zur Verfügung steht.

Beim DRK sind es die Ehrenamtlichen vom Team der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV), die den Kontakt zu den Anrufern übernehmen. Im wöchentlichen Wechsel mit Ehrenamtlichen sowie pastoralen Mitarbeitern der Kirchen sowie dem Kreisdiakonieverband und der Caritas bieten sie „Zeit zum Reden“ an. Die Gespräche sind vertraulich und kostenfrei. pm

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