Kirchheimer Umland

Borkenkäfer legen dieses Jahr früh los

pmNatur Die Forstleute beginnen bereits mit Kontrollen, um Infektionsketten unter den Waldschädlingen früh abzuschneiden.

Auf der Suche nach Anzeichen eines Borkenkäferbefalls: Cordula Samuleit mit Albrecht Schöllkopf.
Auf der Suche nach Anzeichen eines Borkenkäferbefalls: Cordula Samuleit mit Albrecht Schöllkopf. Foto: pr

Kreis. Keine Verschnaufpause gibt es für die Forstleute im Landkreis Esslingen in Sachen Borkenkäfer-Management, denn das Jahr 2020 lässt nichts Gutes erwarten: Die Saison startet durch die hohen Frühlingstemperaturen ungewöhnlich früh, die Anzahl der überwinterten Käfer aus dem vergangenen Jahr ist hoch. Aktuell gilt es, die ersten frisch befallenen Fichten in den betreuten Waldflächen zu finden, um sie möglichst schnell aus dem Wald herausschaffen zu können. „Auch alle Privatwaldbesitzer müssen jetzt unbedingt regelmäßig ihre Wälder kontrollieren“, appelliert das Kreisforstamt.

Gewisse Parallelen zwischen der Eindämmung der Corona-Erkrankungen und der Eindämmung des Borkenkäferbefalls im Wald sind für die Leiterin des Kreisforstamtes Esslingen, Cordula Samuleit, durchaus erkennbar. „Es geht auch im Wald darum, die Infektionskette so früh wie möglich abzuschneiden, weil wir es in der Folge mit exponentiellem Wachstum zu tun haben.“ Ein Rechenbeispiel verdeutlicht dies: Von einer einzigen befallenen Fichte, die nicht rechtzeitig aus dem Wald geschafft wurde, können innerhalb von sechs bis acht Wochen bis zu 20 weitere Fichten befallen werden. Die folgende Käfergeneration greift erneut bis zu 400 Bäume an, und wenn es zu einer dritten Generation kommt, sind dadurch bis zu 8 000 Fichten gefährdet. Diese Problematik zeigt, dass Maßnahmen gegen den Borkenkäfer zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr große Wirkung haben. „Deshalb ist es jetzt so entscheidend, wie wir in die Saison starten und dass wir jetzt besonders wachsam sind“, erläutert die Forstamtschefin.

Dazu bedarf es eines geschulten Auges, denn ist der Befall offensichtlich, ist es in der Regel schon zu spät. Gesucht wird nach braunem Bohrmehl auf der Rinde am Baumfuß, Harztröpfchen am Stamm oder nach grün abfallenden Nadeln.

Privatwaldbesitzer, die Fragen haben oder Unterstützung brauchen, können sich an das Kreisforstamt oder an den zuständigen Revierleiter wenden. Die Adressen finden Betroffene unter www.landkreis-esslingen.de. pm

Anzeige