Kirchheimer Umland

Briefe gegen das Vergessen

Appell Amnesty International bittet um Unterstützung.

Region. Amnesty International bittet, sich in Briefen an die Verantwortlichen für die unten genannten Menschen einzusetzen. Eine Flut von Briefen aus der ganzen Welt setzt nach Meinung von Amnesty International die Verantwortlichen unter Druck und bewirkt nicht selten, dass Gefangene freigelassen werden. So hilft die Solidarität den Opfern von Menschenrechtsverletzungen und ihren Angehörigen beim Kampf um Gerechtigkeit. Formulierte Briefe gibt es im Weltladen in der Dettinger Straße in Kirchheim.

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Für iranische Menschenrechtler

Die iranischen Menschenrechtlerinnen Atena Daemi, Omid Alishenas, Golrokh Ebrahimi Iraee und Arash Sadeghi gehören zur neuen Generation von Menschenrechtsverteidigern, gegen die der Iran seit 2013 verschärft vorgeht. Die vier wurden aufgrund ihrer friedlichen Menschenrechtsaktivitäten zur Zielscheibe. So engagieren sie sich beispielsweise gegen die Todesstrafe. Am 24. Januar wurden Golrokh Ebrahimi Iraee und Atena Daemi vom Evin-Gefängnis in das Gefängnis Shahr-e Rey in Varamin nahe Teheran verlegt. Dort sind weibliche Gefangene unter unmenschliche Bedingungen eingesperrt. Omid Alishenas wurde am 15. Juli 2017 unter Auflagen freigelassen, könnte aber jederzeit wieder eingesperrt werden.

Für eine Mutter aus Guinea

Aissatou Lamarana Diallo aus Guinea war 27 Jahre alt und schwanger, als ihr Mann Thierno Sadou Diallo im Mai 2015 von Sicherheitskräften getötet wurde. Der 34-jährige Schweißer wurde getötet, als die Gendarmerie sein Viertel durchsuchte. Er hatte den Tag mit Freunden in einem ruhigeren Stadtteil verbracht, da gleich neben seinem Haus in Ratoma eine Protestveranstaltung stattfinden sollte. Am Abend fuhr er zu seiner schwangeren Frau und seinen beiden Kindern zurück. An den Protestveranstaltungen hatte er nicht teilgenommen. Aissatou Lamarana Diallo versucht herauszufinden, was ihrem Mann zugestoßen ist, und Gerechtigkeit und Wiedergutmachung zu erlangen. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Conakry, und müht sich täglich ab, den Lebensunterhalt für sich und die Kinder zu verdienen.

Für eine 16-jährige Staatenlose

Jessica Profeta aus der Dominikanischen Republik droht der Verweis von der Schule. Sie ist 16 Jahre alt und hat haitianische Eltern. 2013 wurde Jessica willkürlich die dominikanische Staatsangehörigkeit entzogen. Von dieser Maßnahme betroffen sind Zehntausende Kinder illegal eingewanderter Haitianer. Sie alle sind heute staatenlos. Ihnen wird der Zugang zu Bildung, einer formalen Anstellung und angemessener Gesundheitsversorgung verweigert, sie haben keinen Anspruch auf eine Sozialversicherung oder Rente, können ihr Wahlrecht nicht ausüben und keine Familie gründen.ai