Kirchheimer Umland

Bügeln für den guten Zweck

Beim Kirchheimer „Iron Man“ griffen prominente Männer für das Café Hope zum heißen Eisen

Keiner bügelt gern. Aber wenn aus der lästigen Hausarbeit ein Brettspiel wird, sind alle schnell dabei, auch Männer. Das Café Hope und das Modehaus Eck hatten zum Wettstreit mit dem heißen Eisen eingeladen. Acht Prominente stellten sich der Herausforderung. Bei der Wohltätigkeitsaktion kamen rund 1 200 Euro für das Café Hope zusammen.

Karl Bantlin (vorne) und Hans-Peter Birkenmaier ließen die heißen Eisen beim Wettbügeln in der Finalrunde ordentlich dampfen. Ha
Karl Bantlin (vorne) und Hans-Peter Birkenmaier ließen die heißen Eisen beim Wettbügeln in der Finalrunde ordentlich dampfen. Hans-Peter Birkenmaier nahm voller Stolz und Freude das goldene Bügeleisen entgegen. Seit Samstag ist er offiziell Kirchheims bester Mann hinter dem Bügelbrett. Fotos: Daniela Haußmann

Kirchheim. „Herr Riemer, sie haben den Ärmel vergessen“, tönte es am Samstag aus einer rund 400-köpfigen Menschenmenge, die sich in der Kirchheimer Innenstadt von den Bügelkünsten bekannter Persönlichkeiten überzeugen konnte. Mit Günter Riemer hatte das Rathaus seinen besten Mann ins Rennen geschickt. Tage zuvor hatte er im Trainingslager bei seiner Frau an der richtigen Technik gefeilt, die es bei Kirchheims erstem „Iron Man“ aufs Brett zu bringen galt. Elegant und mit ruhiger Hand schwang Riemer das heiße Eisen über Kragen, Manschetten und Knopfleiste – die Problemzonen eines jeden Hemdes, wie die versierte Hausfrau weiß.

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„Dass das bisschen Haushalt nicht so schlimm sein kann“, wie Johanna von Koczian einst sang, konnte der Landtagsabgeordnete Andreas Schwarz (Bündnis 90/Die Grünen) nicht bestätigen. So sehr er auch am Wettkampfgerät zerrte und zog, es ließ sich einfach nicht höher einstellen. Um sein Können optimal auf das Wettkampfgerät zu bringen, musste der hochgewachsene Politiker deshalb ordentlich in die Knie gehen, um seinen Boliden einigermaßen dynamisch und mit optimaler Haftung auf das Hemd zu bringen.

Körperlich bessere Voraussetzungen brachte da schon Stadtrat Gerd Mogler (CIK) mit. Bekleidet mit Cowboy-Hut, Westernmantel und Chaps ließ er keinen Zweifel daran, dass er den Wettbewerb für sich entscheiden wollte. Dementsprechend machte er mit seinem Iron, wie das Bügeleisen im Englischen heißt, ordentlich Dampf. Allerdings etwas zu viel, denn schon nach kurzer Zeit ging ihm der Treibstoff aus, was zu einer kurzen Unterbrechung führte, bei der alle Bügeleisen erst einmal mit frischem Wasser betankt werden mussten. Stadtrat Christoph Miller (Freie Wähler) griff nach dem Neustart – genau wie sein Amtskollege Albert Kahle (FDP/KiBü) – im Gegensatz zu seinen Mitstreitern relativ entspannt zum Eisen. Ihre Taktik: schwäbische Gemütlichkeit. Die zahlte sich aber, angesichts einer Bügelzeit von vier Minuten, leider nicht aus. Eine Erfahrung, die auch Pfarrer Christoph Schweikle von der evangelischen Christuskirche machen musste. Am Ende bedeuteten verknitterte Manschetten und vor allem die Kreuzungspunkte zwischen Rücken- und Armlochnaht für ihn und andere das Aus.

So standen sich in der Finalrunde der von vielen als Lokalmatador gehandelte Karl Bantlin, der für die Kirchheim Knights antrat, und Hans-Peter Birkenmaier, Geschäftsführer von Wohnbau Birkenmaier, gegenüber. Beide kämpften hart um das goldene Bügeleisen. Der ein oder andere Schubser hinterm Brett blieb dabei nicht aus. Trotz aller Rangeleien konnte Birkenmaier den Wettbewerb für sich entscheiden, womit nun offiziell feststeht, dass er Kirchheims bester Mann hinter dem Bügelbrett ist.

Die Aktion brachte dem Café Hope, das eine wichtige Anlaufstelle für Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen ist, rund 1 200 Euro ein, wie Kassierin Ursula Guse mitteilte. „Im Rahmen ehrenamtlicher Beschäftigung erhalten Langzeitarbeitslose, Personen mit physischen oder psychischen Problemlagen oder auch Flüchtlinge, bei uns Hilfe und ein soziales Netzwerk“, berichtete Ralf Haßelbach. „Sie helfen bei der Zubereitung von Essen an drei Wochentagen und erhalten eine Unterstützung, die dazu beiträgt, dass sie wieder ins Leben zurückfinden.“ Laut Haßelbach ist die evangelisch-freikirchliche Einrichtung für viele auch ein Sprungbrett. „Es kommt immer wieder vor, dass Gäste bei uns nachfragen, ob sich bei unseren Ehrenamtlichen jemand befindet, den sie einstellen können“, erzählt der Teamleiter, für den das evangelisch-freikirchliche Café Hope eine wichtige soziale Funktion in Kirchheim erfüllt.

Da sich der Verein Ursula Guse zufolge bislang allein aus Spenden finanziert, seien die 1 200 Euro, die beim Verkauf von Wettscheinen für den „Iron Man“ eingenommen wurden, ein wichtiger Beitrag, der die Arbeit aller Engagierten nachhaltig unterstützt. „Angesichts der überwältigenden Resonanz und dem Spaß, den Zuschauer und Teilnehmer beim Bügelwettkampf hatten“, ist laut Ursula Guse nicht ausgeschlossen, dass der Wettstreit ums goldene Bügeleisen zu einer alljährlich stattfindenden Aktion wird.

Bügeln für den guten Zweck
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