Kirchheimer Umland

Bürger vermissen Mehrzweckhalle

Workshop zeigt Stärken und Schwächen der Teilorte Ötlingen und Lindorf auf

Was brauchen die Kirchheimer Stadtteile Ötlingen und Lindorf? Eine Bürgerwerkstatt, zu der die Stadt Kirchheim Bürger eingeladen hatte, beschäftigte sich mit dieser Frage unter den Gesichtspunkten Soziales, Gemeinwesen und Sozialraum. Erwartungsgemäß rückten insbesondere die Themen Schule und Mehrzweckhalle in den Fokus.

Als Problempunkt nannten die Bürger neben einer fehlenden Mehrzweckhalle das hohe Verkehrsaufkommen auf der Stuttgarter Straße.
Als Problempunkt nannten die Bürger neben einer fehlenden Mehrzweckhalle das hohe Verkehrsaufkommen auf der Stuttgarter Straße. Auf Stellwänden trugen die Teilnehmer die Stärken und Schwächen der Teilorte Ötlingen und Lindorf zusammen.Fotos: Jean-Luc Jacques, Volkmar Schreier

Kirchheim. „Warum und wozu brauchen wir diese Bürgerwerkstatt?“, fragte Almut Cobet, Leiterin des Fachbereichs Bildung, Kultur und Soziales bei der Stadt, zum Einstieg. Ausgangspunkt sei die Beschäftigung mit dem weiteren Vorgehen beim Thema Haldenschule gewesen. „Schule ist ja mittlerweile ein Ort, der in die Mitte des Gemeinwesens gerückt ist“, so Cobet. Ausgehend von der Haldenschule seien in den vergangenen Monaten mehrere Workshops im Rahmen einer Sozialraumanalyse gestartet worden: Zunächst in der Haldenschule intern, dann gemeinsam mit Schule und Vereinen.

In einem dritten Schritt sollten nun auch die Bürger der Teilorte Ötlingen und Lindorf zu Wort kommen: „Nun ist es nur konsequent, über Ihren Bedarf im Bereich Soziales und Bildung zu sprechen“, setzte Cobet das Tagesthema. Dass dabei das Thema Schule im Mittelpunkt steht, sei eine logisch Schlussfolgerung. „Wir müssen als Kommune schauen, wie wir Schulen und ihre Räumlichkeiten auch dem Gemeinwesen zur Verfügung stellen können.“

Nun war es also an den Teilnehmern der Bürgerwerkstatt, zunächst einmal auf Stellwänden zusammenzutragen, was ihnen derzeit in ihren Teilorten gefällt oder nicht gefällt und was schlicht und ergreifend fehlt. Schade war allerdings, dass gerade einmal 16 Bürger den Weg in die Bürgerwerkstatt gefunden hatten. Moderiert wurde dieser Teil der Bürgerwerkstatt von Marlen Niederberger vom sozialwissenschaftlichen Forschungs- und Beratungsunternehmen TGU Compare Consulting, das die Sozialraumanalyse im Auftrag der Stadt durchführt.

Schnell wurde beim Betrachten der Themensammlung deutlich, dass die Workshopteilnehmer ihren Teilorten in punkto Vereinsleben, Nahversorgung, Verkehrsanbindung und Naherholungsqualität gute Noten geben. Als Problempunkte nannten die Bürger hingegen das hohe Verkehrsaufkommen im Ötlinger Ortskern und auf der Stuttgarter Straße, das Fehlen ­adäquater lokaler Veranstaltungsräume – insbesondere das Thema Mehrzweckhalle – und eine fehlende soziale Mitte im Ötlinger Ortskern.

Es war wenig erstaunlich, dass besonders die Nennungen Mehrzweckhalle, attraktive Ortsmitte und Gesamtkonzept für die Ötlinger Schulen unter der Fragestellung „Was fehlt in Ötlingen und Lindorf“ wieder auftauchten. Klar waren sich alle Teilnehmer darüber, dass diese Themenkomplexe nicht unabhängig vonei­nander betrachtet werden können. Schnell fokussierte sich die anschließende Diskussion auf die Frage eines zukünftigen Schulstandorts, der neben allen für den Schulbetrieb wichtigen Voraussetzungen auch im Bezug auf das Gemeinwesen möglichst viele der genannten Aspekte mit berücksichtigt.

Tatsächlich zeigte sich in der Diskussionsrunde, zu der später auch die Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker stieß, eine Tendenz dazu, den Campus der Eduard-Mörike-Schule als künftigen zentralen Schulstandort für Ötlingen und Lindorf zu präferieren. Deutlich wurde allerdings auch, dass dieser Standort in Bezug auf das Gemeinwesen nicht ideal sei, denn die Schule liege nun einmal auf dem Berg und nicht in der Ortsmitte. Für die Ortsmitte fehle nach wie vor eine Lösung, die dem Anspruch eines richtigen öffentlichen kommunikativen Raums mit Aufenthaltsqualität gerecht werde.

Die Oberbürgermeisterin machte beim Thema Halle nochmals deutlich, dass die Stadt hier eher die Lösung in einer gesamtstädtischen Hallenkonzeption sehe. Für einen Neubau einer Mehrzweckhalle in Ötlingen bedeute dies eher eine Absage.

Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt fließen nun zusammen mit den Erkenntnissen der anderen Workshops in die Sozialraumanalyse ein. Diese soll bis Ende August vorliegen und für den Gemeinderat der Stadt Grundlage für die anstehenden Entscheidungen sein.

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