Kirchheimer Umland

Bürokratische Knüppel

Es ist eine immense Herausforderung, vor denen die Kommunen stehen: Immer mehr Flüchtlinge kommen – und vorne und hinten fehlen die Unterbringungsmöglichkeiten.

Dass es schwierig ist, auf die Schnelle so viel Wohnraum zu schaffen, liegt auf der Hand. Umso unverständlicher ist es, dass Städte und Gemeinden, die Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen wollen, auch noch bürokratische Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen. So auch die Stadt Weilheim, die im Hepsisauer Rathaus in Kooperation mit dem Michaelshof eine Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge einrichten möchte. Damit es Fördermittel vom Land gibt, reicht es nämlich nicht aus, den gesetzlichen Standard von acht Quadratmetern pro Zimmer einzuhalten. Auch neuneinhalb Quadratmeter sind nicht genug. Nein, es müssen genau zehn sein. Der Grund dafür ist, dass es so in den Förderrichtlinien steht. Die sind ausschließlich auf erwachsene Einzelpersonen ausgerichtet, um die es ja in den allermeisten Fällen auch geht. Dass die Landesbehörden nun aber nicht in der Lage sind, für den Sonderfall „Wohngruppe für Jugendliche“ eine Sondergenehmigung zu erteilen, ist ein Armutszeugnis.

Statt den Amtsschimmel wiehern zu lassen, sind pragmatische, schnelle Lösungen gefragt, die sich an der Wirklichkeit orientieren und das Wohl der Menschen in den Mittelpunkt rücken.BIANCA LÜTZ-HOLOCH

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