Kirchheimer Umland

Bunt wie das Laub im Herbst

Herbstmarkt 42 Aussteller von Handwerkskunst, Kosmetikprodukten und selbst genähter Kleidung zeigen in der Schlierbacher Dorfwiesenhalle, was sie können. Die Vielfalt ist groß. Von Sabrina Kreuzer

Bunt wie das Laub im Herbst
Bunt wie das Laub im Herbst

Die Düfte von Kuchen und Kaffee mischen sich mit weit gewagteren Noten von handgemachten Seifen und Cremes. Die Augen kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Insgesamt 42 Austeller reihten sich am Wochenende in der Schlierbacher Dorfwiesenhalle aneinander und hatten für jeden Besucher etwas Passendes dabei: Ob Schmuck, Dekorationsartikel, Körperpflegeprodukte oder Bekleidungsstücke.

Gabriele Fischer-Dümmel aus Holzmaden ist eine von ihnen. An ihrem Stand bietet sie neben Taschen in jeder Größe auch selbst gestrickte Schals, Mützen und Armbänder an. „Ich mache immer das, wonach mir gerade ist“, sagt Fischer-Dümmel. „Momentan nähe ich sehr gerne.“ Die Taschen aus bunten Stoffen fallen selbst im bunten Treiben des Herbstmarktes auf: Gut für die Ausstellerin: „Um kurz nach zehn Uhr war schon ein reger Andrang, das hat mich sehr gefreut.“

Die Schwestern Ingeborg Russ und Edeltraud Rees sind schon zum zweiten Mal auf dem Herbstmarkt vertreten. Sie verkaufen neben Kinderschürzen auch Grußkarten, Holzdekorationen oder Skulpturen. Selbstverständlich alles selbst gemacht. „Ich bastele schon von Kindesbeinen an“, erzählt Russ. Die Beiden waren mit ihren Kreationen schon auf einigen Märkten, aber eines gefällt ihnen an Schlierbach besonders: „Hier ist es eher familiär. Das ist selten auf einem Markt.“

Viele der Aussteller haben neben ihrem handwerklichen Talent noch eine Gemeinsamkeit: Beim Basteln oder Werken können sie abschalten. Auch Robert Fink geht es so. Zusammen mit Roswitha Freimüller war er das sechste Mal beim Schlierbacher Herbstmarkt. Zwischen Holzkerzen, Schneemännern oder Teelichthaltern erkennt man liebevolle und filigrane Details. „Das mache ich alles mit der Dekupiersäge. Ideen hole ich mir aus Zeitschriften oder Zeitungsannoncen“, so Fink. Seit über 25 Jahren fertigt er Weihnachtsdekorationen an. „Die Arbeit beruhigt mich einfach. Wenn ich einmal viel Stress habe, gehe ich in die Werkstatt und dann geht es besser.“

Doch Handwerkskunst ist nicht alles: Am Stand der Salzgrotte Solino in Nürtingen dürfen Interessierte am Glücksrad drehen – mit ein wenig Glück gehen sie mit einem Gutschein nach Hause. Und auch Kathrin Hafemann bietet auf dem Markt etwas für die Seele an: Handgemachte Seifen und andere Kleinigkeiten für das Bad, wie Badezusätze, Cremes oder Peelings. Ihr ist bei der Herstellung wichtig, dass keine Chemikalien verwendet werden: „Wir haben die alte Herstellungspraxis von Seifen auf heute übertragen und verwenden nur Pflanzenöle.“ Auch das Aussehen der Endprodukte spielt dabei eine wichtige Rolle: „Wenn man weiß, was für gute Sachen in den Produkten drin sind, muss das Äußere auch dazu passen.“

Werner Otterbein, Vorsitzender des Trachtenvereins Schlierbach, ist stolz auf seinen Herbstmarkt, der vor zwölf Jahren als Ableger des Ostermarktes entstanden ist. „Die Anfrage war damals so groß, dass wir Ausstellern absagen mussten“, sagt Otterbein. „Deswegen haben wir uns überlegt, einen weiteren Markt im Herbst zu veranstalten, um dort Leute ausstellen zu lassen, die wir an Ostern nicht nehmen können.“ Mit dem Erfolg ist er sehr zufrieden. Etwa 2 300 Besucher kommen jedes Jahr.