Kirchheimer Umland

Busverbindung ist „völlig unattraktiv“

ÖPNV Egal ob für Schüler, Studenten oder Berufspendler: Der Notzinger Gemeinderat fordert eine modernere Infrastruktur.

Symbolbild

Notzingen. Wie in zahlreichen anderen Kommunen ist in Sachen Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) auch in der Gemeinde Notzingen noch Luft nach oben. Die CDU-Gemeinderatsfraktion hat das Thema bereits in der März-Sitzung auf den Tisch gebracht und den Antrag gestellt, die Verwaltung möge doch mit den Nachbarkommunen und Trägern wie dem VVS gemeinsam ausloten, was es für Möglichkeiten hinsichtlich einer besseren öffentlichen Anbindung untereinander gäbe. Dazu lieferte die Fraktion auch gleich den Vorschlag eines gemeinsamen Stadt-Tickets oder Teck-Tickets mit Kirchheim und Wernau. Verbesserungen könne zudem eine Verlängerung der Kirchheimer Stadtbus-Linien bis Notzingen und Wellingen bringen. Neue Gesetze brächten zudem erhebliche Finanzmittel zur Förderung des ÖPNV mit sich, von denen man profitieren könne.

Das Thema landete nun erneut auf der Tagesordnung, nachdem eine Rückmeldung des VVS zur Anfrage der Verwaltung vorliegt. Diese deckt sich laut Notzingens Bürgermeister Sven Haumacher mit der Auskunft, die die Gemeinde Bissingen bekommen hat, die sich bereits um das Stadt-Ticket bemüht hatte. Das habe die Tarifabteilung des VVS als nicht möglich eingestuft. Haumacher selbst bewertet die aktuelle Situation der Notzinger Busverbindungen als ausreichend. Alfred Bidlingmaier von der CDU und Hans Prell (UKW) wiesen darauf hin, dass es bei den Planungen auch um die Folgegenerationen gehen müsse. Gerade in dicht besiedelten Bereichen wie der Region Stuttgart sei der ÖPNV die Zukunft, betonte Bidlingmaier. Man dürfe auch nicht die Corona-Zeit und die in diesem Zusammenhang eventuell etwas gesunkene Nachfrage als Maßstab nehmen.

Individuellen Bedarf decken

Hans Prell nannte als Negativ-Beispiel die nicht vorhandene Direktverbindung von Notzingen zum Wernauer Bahnhof: „Das geht meist via Kirchheim, entsprechend werden die Fahrten teurer, und man muss teils mehrfach umsteigen. Für die zwölf Kilometer kann man eine Stunde unterwegs sein. Das ist völlig unattraktiv.“ Das sahen auch Ulrich Blattner (SPD) und Vera Morlok-Gommel (UKW) so: Von Bedeutung sei es, den konkreten Bedarf bei allen Pendlern abzufragen - ob das nun Schüler seien, Studenten oder Berufspendler. Dabei gehe es ja nicht nur um die Verbindung in die Nachbarorte, manche Schüler müssten auch zu den Berufsschulen in Nürtingen oder zum Schulzentrum nach Esslingen-Zell, Studenten oder Berufspendler gar bis nach Stuttgart. Haumacher sicherte zu, die Anregungen weiterzugeben und sich nach den konkreten Zahlen der Notzinger Pendler zu erkundigen. Katja Eisenhardt

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