Kirchheimer Umland

Das Aus für den Flickenteppich

Sanierung Das nächste Millionenprojekt steht in Dettingen auf dem Plan: Das Dach der Sporthalle ist seit dem schweren Hagel im Jahr 2013 marode und wird nun erneuert. Von Iris Häfner

Das Dach der Sporthalle in Dettingen muss dringend saniert werden.  Foto: Markus Brändli
Das Dach der Sporthalle in Dettingen muss dringend saniert werden. Foto: Markus Brändli

Wir sind stramm unterwegs“, sagte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann und meinte damit ein weiteres großes Bauprojekt in der Gemeinde: die Sporthalle. Knapp 1,5 Millionen Euro wird allein die Sanierung des Dachs kosten. Wann der nächste Bauabschnitt in Angriff genommen wird, steht allerdings noch in den Sternen.

Bei diesem Millionen-Betrag mussten die Gemeinderäte ordentlich schlucken. Ihnen war jedoch auch klar, dass an den Arbeiten kein Weg vorbeiführt. Immer wieder wurde die Maßnahme wegen dringlicheren Dingen - beispielsweise im Bildungsbereich oder Hallenbad - verschoben. Der Hagel 2013 hat jedoch für unabwendbare Tatsachen gesorgt. Nur notdürftig wurden die Schäden ausgebessert. „Die Dämmung des Dachs ist wie ein Flickenteppich“, erklärte Architekt Jochen Stüber. Entsprechend „durchfeuchtet“ ist die Dämmung bei und nach entsprechenden Niederschlägen.

Den Gemeinderäten ist deshalb klar, dass die Halle, Baujahr 1980, „sukzessive zu ertüchtigen“ ist. Die Verwaltung schlägt deshalb vor, abschnittsweise vorzugehen. Ein wichtiger Gesichtspunkt sind dabei auch die Fördermöglichkeiten. „Wir beantragen Gelder von zwei Fördertöpfen“, sagte Kämmerer Jörg Neubauer. Darüber wird aber erst im Mai und Juni entschieden.

Ob Dettingen überhaupt in den Genuss des Füllhorns kommt, ist ungewiss. Die Sportstättenbauförderung ist mit 55 Prozent überzeichnet. Maximal knapp 300 000 Euro könnten dabei herausspringen. Beim Ausgleichsstock, der als Investitionshilfe bei wichtigen kommunalen Einrichtungen greift, hat Jörg Neubauer 400 000 Euro angemeldet.

Über 200 Leitungen umfassen die Rauchwärmeabzugspläne. Die sollen ersetzt werden. Weil sich die einen oder anderen Bestimmungen verändert und verschärft haben, ist auch ein zweiter Ausgang aus der Halle nötig. Dass damit mittelfristig nicht alles im grünen Bereich ist, ist allen Beteiligten klar. „Der Boden ist alt und auch die sanitären Einrichtungen haben wir auf dem Schirm“, so Rainer Haußmann. Bis auf Weiteres müsse das Gebäude „ertüchtigt werden“.

„Parallel zu den anderen Investitionen haben wir noch mal ein Millionen-Projekt. Aber ich bin pragmatisch: Wir müssen die Halle haben“, sagte Andreas Hummel. Da aber nur das Dach saniert wird, machte er sich bezüglich Legionellen Sorgen. Die konnte Gunter Spranz vom gleichnamigen Ingenieurbüro jedoch entkräften. „Regelmäßige Prüfungen zeigen: Es ist alles Okay“, sagte er. Eine sofortige Sanierung der Sanitäranlagen ist aus seiner Sicht deshalb nicht notwendig. Rainer Haußmann sieht diese Thematik entspannt. „Die Halle hängt an der Holzhackschnitzelanlage dran. Bei möglichen Problemen drehen wir halt die Temperatur hoch und die Keime sind ohne Chemieeinsatz erledigt“, sagte er. Gunter Spranz ergänzte: „Nach drei Tagen Ruhe werden die Leitungen automatisch gespült.“

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