Kirchheimer Umland

„Das erste hatte ich vor Monaten“

Von Geschenkestress keine Spur: Kirchheimer gehen vorbereitet in den Weihnachtsendspurt

Online-Shoppen, schon im Sommer anfangen, sich einfach mal von der Tochter verwöhnen lassen: Es gibt viele Wege, dem Geschenkestress zu entfliehen. Der Teckbote hat sich in der Fußgängerzone umgehört, wie weihnachtlich Weihnachten überhaupt noch ist, und festgestellt: So leicht bringt die Kirchheimer nichts aus der Ruhe.

„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“

Kirchheim. Die 24-jährige Maren Lang hat alle ihre Weihnachtsgeschenke schon zusammen – und das Mitte Dezember. „Man muss eben rechtzeitig anfangen“, sagt sie grinsend: „Ich weiß, dass ich jetzt alles einkaufen muss. Ende des Monats hab ich kein Geld mehr.“ Die Studentin wird eher vom Uni- als vom Weihnachtsstress geplagt: Besuch auf dem Weihnachtsmarkt? Keine Chance. Dafür sitzt sie mit Studienfreundin Sarah Dietz in einem Café in der Fußgängerzone und genießt das sonnige Wetter.

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Sarah Dietz hat noch nicht alles für die Bescherung fertig, dafür einen kleinen Tipp parat: Weihnachtsgeschenke einfach von der Couch aus online shoppen – spart Zeit und Nerven, sodass frau sich gemütlich auf Heiligabend freuen kann. Die beiden Freundinnen teilen ihre Pläne für den 24. Dezember. Beim „Heiligen Vormittag“ in Kirchheimer hauen sie richtig auf den Putz. „Dann ruhen wir uns noch mal aus und feiern daheim Weihnachten“, sagt Lang: ganz traditionell mit der gesammeltem Familie und dem ganzen Drumherum. „Nur aus dem Flöten-Alter bin ich langsam raus“, witzelt sie.

Ganz besinnlich geht es bei Walter Herbst zu: Der 95-Jährige verbringt Heiligabend gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin. Geschenke liegen bei ihnen keine unter dem Christbaum: „Wir schenken uns immer das, was wir brauchen. Da müssen wir doch nicht auf Weihnachten warten“, sagt er. Das größte Geschenk? „Dass wir jeden Tag aufstehen können, ist das schönste. Gesundheit kann man nicht mit Geld kaufen.“ Für ihn ist Weihnachten eine besinnliche Zeit. Sie feiern ein bisschen und gehen abends zusammen in die Kirche.

„Normalerweise habe ich immer total den Weihnachtsstress“, sagt Gabriele Lumpp. Aber dieses Jahr ist alles anders: „Meine Tochter hat uns angeboten, dass wir zu ihr nach München kommen.“ Die ganze Arbeit wird ihr abgenommen: backen, kochen, dekorieren. „Wir Mütter müssen ja immer alles perfekt machen. Diesmal haben wir ausgemacht, dass Mama entlastet wird.“ Auch auf Geschenke verzichtet die Familie zum ersten Mal. Die 65-Jährige findet es total schade, dass das besinnliche Fest so ausgeartet ist: „Man hat doch im Alltag schon genug Stress. Das muss man sich doch nicht noch an Heiligabend aufladen.“ Statt sich mit Shopping aufzuhalten, verbringt sie die Vorweihnachtszeit lieber auf Weihnachtskonzerten.

Hans-Jürgen Erlmeier hat vorige Woche sein letztes Geschenk gekauft. „Das erste hatte ich schon vor Monaten. Ich muss es bloß wiederfinden“, sagt er lachend. Jetzt stürzt er sich vor Vorfreude auf alte Traditionen. Sein Highlight in der Vorweihnachtszeit ist eindeutig das süße Gebäck. Das backt er auch gerne selbst. Bevor er sich am 24. Dezember einen schönen Abend mit der Familie macht, hat er noch eine Pflicht zu erledigen: Seine Musikkapelle sorgt noch am Mittag für Unterhaltung. Kein Problem für den Kirchheimer: Von guter Musik hätten schließlich alle etwas.

„Ich hab meine Geschenke selbst gebastelt“, erklärt Insa Knauss. Mit der Bastelei ist sie jetzt schon fast fertig. Und das Beste daran ist: Dafür musste sie sich noch nicht mal in das Weihnachtsgetümmel wagen. Inzwischen hat sie die Lust auf Weihnachten gepackt. Ihr Haus ist schon dekoriert – aber dezent, nicht kitschig. Die Tradition interpretiert sie auf eigene Weise: Die bunten Weihnachtskugeln hängen an ihren Palmen.

Nur einer tanzt aus der Reihe: „Ich fühl mich überhaupt nicht weihnachtlich“, sagt Christoph Eiben. Auch er spielt in einem Musikverein in Römerstein. „Wir spielen schon seit Wochen nur noch Weihnachtslieder. Das nervt total.“ In die Weihnachtslaune könne er sich noch gar nicht reinsteigern – die Sonne strahle noch viel zu kräftig. Ebenso wenig reizt ihn die Suche nach Geschenken: „Das erledige ich dann eine Woche vorher.“

„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“
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„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“
„Das erste hatte ich vor Monaten“
Für viele Menschen sind die letzten Tage vor der Bescherung ein Graus. In Kirchheim kauft man lieber früher ein.Foto: Jean-Luc J
Für viele Menschen sind die letzten Tage vor der Bescherung ein Graus. In Kirchheim kauft man lieber früher ein.Foto: Jean-Luc Jacques