Kirchheimer Umland

Das fliegende Museum hebt ab

100 Jahre Flugsport an der Teck: Die Fliegergruppen feiern das Jubiläum mit einem Flugtag

Am Samstag zogen am Dettinger Himmel etliche historische Segelflugzeuge ihre Bahnen. Grund war der Flugtag der Fliegergruppen aus der Region.

Dettingen. Leise kreisten die zum Teil über 70 Jahre alten Segelflugzeuge am Teckberg entlang. Die Fliegergruppe Wolf Hirth aus Kirchheim und die Dettinger Fliegergruppe führten am Sonnabend einen Flugtag durch. Organisator war der Verein Fliegendes Museum Hahnweide. Die zahlreichen Besucher hatten die Möglichkeit, verschiedene Segelflugzeuge aus alter Zeit aus nächster Nähe anzuschauen.

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Da begeisterte die Holzkonstruktion des Schulgleiters SG 38 aus dem Jahr 1952 genauso wie die „alte Dame“ aus dem Jahr 1937, die Gö 1 Wolf. „Gö“ steht für Göppingen, da dieses Segelflugzeug damals von Wolf Hirth in Göppingen gebaut worden war. Vor vier Jahren holten die Mitglieder des fliegenden Museums Hahnweide den Oldtimer aus Südafrika zurück. Das Flugzeug kam in Einzelteilen verpackt per Schiffscontainer nach England. Als Sieger Maier und seine Segelsportfreunde die Ladung abholten, stellten sie mit Erstaunen fest, dass Termiten wohl auch gerne fliegen. Diese hatten sich nämlich in den Kisten eingenistet.

Sieger Maier – so wird Sigmund Maier von allen genannt – ist der Präsident des fliegenden Museums. Er lacht und sagt: „Fliegend passt schon mal, die Segler stehen ja nicht nur rum, jedoch fehlt das Museum halt noch.“ Er bedauert, dass sein Ziel, ein eigenes Museum für die Oldtimer, durch Insolvenz und Tod der Investoren in weite Ferne gerückt sei. „Jetzt backen wir halt vorerst kleine Brötchen, die drei Millionen Euro für den Museumsbau mit Halle, kleiner Werkstatt und Cafeteria kann ich nicht aus dem Ärmel schütteln.“

Maier freut sich über das rege Interesse am Flugtag in Dettingen und ist froh, dass die Fliegergruppen rund um die Teck keine Nachwuchssorgen haben. „Die Hahnweide liegt halt ideal.“ Selber fliegt er nur noch, um die nötigen Flugstunden und die entsprechende Anzahl Starts für den Erhalt der Lizenz zu erreichen. „Ich werde nächstes Jahr 80, da will ich das Glück nicht rausfordern.“

Bereits als 14-Jähriger eiferte Sieger Maier seinem Vater nach und begeisterte sich für das Segelfliegen. Noch heute ist er stolz darauf, dass sein Jungfernflug mit Wolf Hirth stattfand. Schmunzelnd erzählt er außerdem, dass er nur im Flugzeug schwindelfrei ist. Auf einem Turm oder Berg werde es ihm ganz anders. „Die Freiheit, in der Luft zu schweben, ist ein besonderes Gefühl.“

Der Flugtag auf dem Dettinger Traditionsgelände am Fuß der Teck begeisterte auch ehemalige Segelflieger. So überlegt sich Andreas Schey aus Reudern, der jahrelang nicht mehr durch die Lüfte geglitten ist, sich in naher Zukunft wieder ins Segelflugzeug zu setzen. Otto Bacher aus Kirchheim unterstützt den Museumsverein als Französisch-Dolmetscher. Seit 60 Jahren nämlich besteht eine Partnerschaft mit dem Aero-Club Albert Mangeot aus Pont-Saint-Vincent in Frankreich.

Der nächste Anlass ist das Oldtimer-Fliegertreffen vom 9. bis 11. September auf der Hahnweide. Interessierte finden weitere Informationen im Internet unter der Adresse www.fm-hahnweide.de oder www.wolf-hirth.de.