Kirchheimer Umland

Das Herz sagt Spahn, der Kopf denkt Merz

Parteivorsitz CDU-Mann Michael Hennrich freut sich über die Chance zur Erneuerung.

Jens Spahn (links) mit Michael Hennrich 2010 beim gesundheitspolitischen Teckboten-Redaktionsgespräch.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacq
Jens Spahn (links) mit Michael Hennrich 2010 beim gesundheitspolitischen Teckboten-Redaktionsgespräch.Archiv-Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim/Berlin. Erleichterung liegt über dem Gespräch: „Es wurde Zeit, den Prozess der Erneuerung anzustoßen“, begrüßt Kirchheims CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Hennrich die Entscheidung von Bundeskanzlerin Merkel, sich vom Parteivorsitz zurückzuziehen. Jetzt sei bereits Entspannung spürbar, berichtet er von Aufbruchsstimmung in Berlin.

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Das Rennen um den Parteivorsitz entscheidet sich beim CDU-Bundesparteitag Anfang Dezember. Aussichtsreichste Kandidaten sind Annegret Kramp-Karrenbauer, Jens Spahn und Friedrich Merz. „Alle sind hoch respektabel“ betont Hennrich und bescheinigt dem Trio beste politische Qualitäten. - Auch in der Politik darf es menscheln. So erzählt der Kirchheimer CDUler bereitwillig, dass ihn mit Jens Spahn seit Langem Freundschaft verbindet. „Er ist ein kreativer Kopf, menschlich absolut integer und durch hohe Sensibilität gekennzeichnet“, urteilt er. - Auch wenn das mit der Sensibilität nicht unbedingt jeder gleich erkenne. Von daher scheint es fast ein wenig, als sage das Herz Spahn, der Kopf dagegen Merz. Hennrich betont nämlich, dass Friedrich Merz die Gedanken vieler beflügle und ihm viele Sympathien entgegengebracht würden. Ihm traue er zu, eine Art Konjunkturprogramm für die Volksparteien zu sein, meint Hennrich mit Blick auf die AfD. - Eine Aufgabe, deren Lösung er trotz aller inhaltlich politischer Übereinstimmung weniger bei Annegret Kramp-Karrenbauer angesiedelt sieht.

Kurzum: Für Hennrich ist die wichtig, dass die CDU wieder zu alter Kraft zurückfinden kann. Dass das notwendige Personal bereitsteht, zeige die gute Auswahl für die Besetzung des Postens des Parteivorsitzenden. Die Abgeordneten Hennrich und Grübel aus Esslingen gehören selbst traditionell nicht zu den Delegierten beim Bundesparteitag: „Das überlassen wir bewusst jüngeren CDU-Vertretern.“ Irene Strifler