Kirchheimer Umland

Das Sanierungs-Paket ist geschnürt

Förderprogramm Die Dettinger Ortsmitte entlang der Kirchheimer Straße soll attraktiver werden. Dank erster Schritte des Gemeinderats können die Gelder nun abgerufen werden. Von Iris Häfner

Die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes gehört mit zum Paket der Sanierungen der Gemeinde Dettingen. In unmittelbarer Nähe entsteh
Die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes gehört mit zum Paket der Sanierungen der Gemeinde Dettingen. In unmittelbarer Nähe entsteht das Feuerwehrmagazin.Foto: Jean-Luc Jacques

Jetzt kann‘s also richtig losgehen mit der städtebaulichen Erneuerung in Dettingens Mitte. Der Gemeinderat hat einstimmig die Maßnahme „Kirchheimer Straße - Ortskern II“ verabschiedet und deshalb sind die Gelder ab sofort abrufbereit. „Das ist ein sehr komplexes und schwieriges Thema, wobei wir Abgrenzung und Ziele bereits formuliert haben“, erklärte Bürgermeister Rainer Haußmann. Er freut sich, dass im ersten Schritt das Land bereits 900 000 Euro bewilligt hat. „Das ist ein erster Zuschuss - und das sehe ich schon als Erfolg in diesen Zeiten“, so der Schultes weiter.

Wolfgang Mielitz von der Landsiedlung Baden-Württemberg gab einen kurzen Überblick über die vorbereitenden Untersuchungen beziehungsweise die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung, einhergehend mit der Auswertung der Fragebögen. „Verkehr in all seinen Formen war das große Thema - es gibt offenkundig ein Verkehrsproblem in der Ortsdurchfahrt“, erklärte er. Er zeigte sich ob dieser ungewöhnlichen Eindeutigkeit überrascht, in dieser Form hat er das noch nie erlebt. Dies sieht die Gemeinde als Auftrag, die Kirchheimer Straße „in Angriff zu nehmen“, das heißt, umzugestalten.

Hauptanliegen des Projekts ist jedoch die Aufwertung der Bausubstanz. „Wir wollen keine kosmetischen Maßnahmen finanzieren“, stellte Wolfgang Mielitz klar. Mit dem jeweiligen Eigentümer sei grundsätzlich ein Modernisierungspaket zu vereinbaren. Damit sollen Mängel und Missstände am und im Gebäude beseitigt werden. Er freut sich über den Rücklauf der Befragung. „Bei 23 Objekten sind maßgebliche Modernisierungen geplant. Darunter sind zwei Abbrüche mit Neubebauung“, sagte er weiter. Abbruchkosten werden nur in solchen Fällen erstattet, die sinnvoll erscheinen. „Wir wollen keine gute Substanz vernichten“, begründete er. Planungen, die unter einem Budget von 20 000 Euro liegen, werden bei der Förderung ebenfalls nicht berücksichtigt, zu wenig Nachhaltigkeit springt nach Ansicht der Planer dabei heraus. Mithilfe der Ortskernsanierung soll schließlich auch die Optik architektonisch aufgewertet werden.

Die Gemeinde Dettingen ist in dem Gebiet mit einigen Alt- und Neubauten vertreten. Zwei Schulgebäude gilt es zu modernisieren: Schlössleschule und Alte Schule. Beide sind denkmalgeschützt, dafür gibt es ebenfalls Fördermittel. Dazu kommt noch der Neubau des Feuerwehrmagazins beim Bahnhof. „285 000 Euro können wir schon jetzt für den Grunderwerb abrufen“, erklärte Rainer Haußmann. Auch er hat das Stichwort Verkehr auf dem Schirm. „Das Thema ist widersprüchlich - je nach Standpunkt. In der Kirchheimer Straße ist es eng, es fehlt am Platz. Das ist die Kehrseite der Medaille: Urbane Angebote bedeuten Verkehr“, so der Schultes.

Private Eigentümer fördern und nicht Bauträger will Dr. Steffen Ochs. Damit liegt er grundsätzlich auf derselben Linie wie Verwaltung und Planer. „Wenn ein Investor was machen will, lautet die erste Frage: Braucht es dafür öffentliches Geld?“, erklärte dazu Rainer Haußmann. Als Beispiel nannte er das Berger-Areal, bei dem der Markt das Geschehen geregelt hat - ohne Sanierungsgelder. Er gab zudem Entwarnung: Der Gemeinderat entscheidet über jeden einzelnen Sanierungsfall.

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