Kirchheimer Umland

Dem Roboter Intelligenz beibringen

Workshop Im Mehrgenerationenhaus Linde in Kirchheim können Kinder erste Kenntnisse in Sachen Programmierung erlernen. Dabei soll der Lego Mindstorms EV3 zum Leben erweckt werden. Von Iris Häfner

Es surrt, dieses Mini-Hightech-Gerät, das dank des Fortbewegungsmechanismus entfernt an eine Baggerraupe erinnert und jede Menge neue Intelligenz in sich birgt. Auf der aufgeklebten weißen Linie soll es fahren und exakt einen rechten Winkel mit 90 Grad meistern. „Euer Roboter soll im Viereck fahren“, sagt Nina Beck. Sie absolviert gerade ihr freiwilliges soziales Jahr (FSJ) im Mehrgenerationenhaus Linde in Kirchheim und hat technikbegeisterte Kinder um sich geschart. Das kommt nicht von ungefähr, denn sie selbst hat privat auch gern und viel mit Technik zu tun. Bei ihr können die Kinder mithilfe der Lego-Mindstorms-EV3-Roboter erste Kenntnisse in Sachen Programmierung erlernen - eine Fähigkeit, die aus dem heutigen und vor allem künftigen Alltag kaum mehr wegzudenken ist. Entsprechend begehrt sind die begrenzten Plätze. Mit Spaß und Neugier können die Kinder Roboter selber bauen und ihnen beibringen, was sie zu tun haben. Dabei gehen die Befehle weit über „laufe geradeaus“ oder „laufe nach links“ hinaus.

Der Lego Mindstorms EV3 nimmt Gestalt an.
Der Lego Mindstorms EV3 nimmt Gestalt an.

Auf einem langen Tisch liegen viele Kisten mit teils buntem Inhalt. Es ist eine wahre Schatztruhe, insbesondere für diejenigen, deren Herz allein schon beim Namen Lego höherschlägt. Und dann kommt noch die Technologie-Komponente dazu, die altersgerecht für die Dritt- bis Sechsklässler aufgearbeitet wird. „Der Roboter kann gar nichts. Mit dem Programm muss ich sagen, was er machen soll, beispielsweise sich fortbewegen“, hat Nina Beck den Kindern gleich zu Beginn des Workshops mitgeteilt. Um zu verdeutlichen, wie das funktioniert, hat sie die Kids sich hintereinander aufstellen lassen. Lagen beide Hände auf der Schulter des Vordermanns, ging‘s geradeaus, waren beide Hände weg, mussten die Kinder anhalten, und lag die rechte Hand drauf, drehten sich alle im Kreis.

An diesem Nachmittag wird der Roboter noch mit einem Tast- und Ultraschallsensor ausgestattet. „Die Sensoren sollten weit vorne sein, sonst macht es keinen Sinn. Der Ultraschall darf nichts davor haben“, instruiert Nina Beck ihre Kids. Dann legen sie los. Schnell sind die entsprechenden Teile in den Boxen gefunden und am Roboter angebaut.

Am Computer, der mittels Kabel mit dem Roboter verknüpft ist, ist nun das Programmieren gefragt. „Das ist kindgerecht gemacht“, sagt Nina Beck. Symbole lassen sich einfügen, die Frage ist nur, an welcher Schnittstelle. Die FSJlerin lässt die Nachwuchsprogrammierer ab und zu ins kalte Wasser fallen, ist aber immer ansprechbar und hilft, wenn die Schüler nicht mehr weiterwissen. „Die Kinder sind kreativ und entdecken viele Sachen. Wenn sie die Grundkenntnisse fürs Programmieren haben, lösen und bewältigen die Aufgaben selber“, freut sich Nina Beck.

Die Jungs sind zwar eindeutig in der Überzahl, doch das Programmieren macht diesen beiden Mädchen richtig Spaß.  Fotos: Markus B
Die Jungs sind zwar eindeutig in der Überzahl, doch das Programmieren macht diesen beiden Mädchen richtig Spaß. Fotos: Markus Brändli

Ehrgeizig tüfteln sie in Zweierteams an der Lösung mit dem Viereck-Fahren. Mal ist die Kurve zu eng, mal fährt der Roboter im Kreis, mal einfach nur geradeaus. Ist die erste und zweite Kurve geschafft, driftet er bei der dritten richtig weg. Irgendwann stellt der Erste fest, dass die Zahlen nach dem Komma wichtig und entscheidend für den exakten Dreh sind, und er tüftelt so lange, bis er die Zahl gefunden hat und der Lego Mindstorms EV3 die weißen Linien nachfährt und akkurat den 90-Grad-Winkel nimmt: 1,4365.

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