Kirchheimer Umland

„Den Klimawandel zu stoppen, ist möglich“

Energie In der Kirchheimer Heidenschaft wurde am Samstag ein Blockheizkraftwerk eingeweiht.

Der Teckwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Söllner (Mitte) informiert den Landtagsabgeordneten Andreas Kenner, Staatssekretär
Der Teckwerke-Aufsichtsratsvorsitzende Bernd Söllner (Mitte) informiert den Landtagsabgeordneten Andreas Kenner, Staatssekretär Andre Baumann (hinten links) und den Vorstand der Teckwerke Felix Denzinger (rechts) über die Heizungseinrichtung. Foto: Cornelia Wahl

Kirchheim. Kuschelig warm ist es im Heizungskeller im Roßmarkt 15 in Kirchheim, wo am Samstag im Rahmen der „7. Energiewendetage Baden-Württemberg“ das erste von der Genossenschaft Teckwerke Bürgerenergie eG realisierte Blockheizkraftwerk (BHKW) eingeweiht wurde. In dem Gebäudekomplex in der Heidenschaft stand eine Kesselsanierung an.

BHKW als einzige Lösung

Da das Energiewärmegesetz bei einem Kesseltausch vorschreibt, 15 Prozent des Energieverbrauchs durch regenerative Energien zu decken, entschloss sich die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer für ein BHKW mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) im Contracting-Modell. Andere Möglichkeiten schieden aus: Solarzellen verbietet die Altstadtsatzung, eine Wärmepumpe mit Erdsonde war durch die Tiefgarage und den archäologisch wertvollen Untergrund nicht umsetzbar, und aufgrund der Schallemission musste auf eine Wärmepumpe mit Luft verzichtet werden. Am Ende blieb als einzige Lösung ein KWK-Blockheizkraftwerk.

Das BHKW in der Heidenschaft wird von einem Verbrennungsmotor angetrieben. Es versorgt mit einer Kesselleistung von 280 Kilowatt (kW) zwei Wohnanlagen mit 78 Wohnungen, fünf Läden sowie drei Büros beziehungsweise Praxen mit Heizwärme und Warmwasser. Die elektrische Leistung liegt bei 20 kW, die thermische bei 34 kW. Auswirkungen auf die Kosten für den Kunden hat die Sanierung nicht. Der Wärmepreis liegt nach wie vor bei 6,11 Cent je Kilowattstunde, da der vom BHKW produzierte Strom von den Bewohnern abgenommen wird, heißt es dazu von den Teckwerken.

Finanziert wurde das Blockheizkraftwerk über ein sogenanntes Contracting-Projekt. Ein fachkundiger Dienstleister (Contractor) - im Fall der Heidenschaft sind dies die Teckwerke - plant und setzt die Sanierung um. Er betreibt und hält die Anlage instand, und er trägt die Risiken, was die Energiebereitstellung und die Energieeinsparung anbelangt.

Zur Einweihung war Staatssekretär Dr. Andre Baumann aus dem Landesministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft angereist. „Der Klimawandel hat begonnen. Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel spürt. Wir sind die letzte Generation, die den Klimawandel entscheidend stoppen kann“, zitiert er den früheren US-Präsidenten Barack Obama und fordert, dass „alle am selben Strang in dieselbe Richtung ziehen.“ Und er fügt hinzu: „Den Klimawandel zu stoppen, ist möglich. Das zeigen viele Projekte.“

Der Kirchheimer SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Kenner steht der Energiewende ebenfalls positiv gegenüber, sieht jedoch, „dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben“. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, Andreas Schwarz, konnte aus terminlichen Gründen nicht bei der Einweihung dabei sein. In einem von Andreas Kenner verlesenen Grußwort macht der Kirchheimer Grünen-Politiker Mut: „Gemeinsam werden wir es schaffen, den Klimawandel einzudämmen und den kommenden Generationen eine gesunde Umwelt zu erhalten.“ Cornelia Wahl

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