Kirchheimer Umland

Der Knoten soll endlich platzen

Planung Ein Dauerärgernis für sämtliche Autofahrer ist die B 465 auf Höhe Dettingens. Hier staut sich der Verkehr regelmäßig an den drei Ampeln. Ein Ausbau mit zusätzlichen Spuren soll Abhilfe schaffen. Von Iris Häfner

Die B 465 bei Dettingen soll vierspurig ausgebaut werden.  Foto: Jean-Luc Jacques
Die B 465 bei Dettingen soll vierspurig ausgebaut werden. Foto: Jean-Luc Jacques

Wer die B 465 regelmäßig befährt - egal ob unter der Woche oder an Wochenenden - ist großen Stau-Kummer gewohnt. Insbesondere zur werktäglichen Rushhour oder an sonnigen Sonntagen ist an den drei Ampeln auf Dettinger Markung nur ein stockendes Vorwärtskommen möglich, was regelmäßig zu einem Ausweichverkehr durch den Ort führt. Seit Jahren fordert Dettingen aus diesem Grund einen sinnvollen Ausbau der stark belasteten Bundesstraße.

„Die B 465 funktioniert nicht. Deshalb haben wir zu viel Verkehr im Ort und auf dem Guckenrain. Bereits vor 19 Jahren haben wir beschlossen, die Bundesstraße durchgängig vierspurig auszubauen“, erklärte Bürgermeister Rainer Haußmann in der Sitzung des Gemeinderats. „Am Dresch-Schuppen klemmt es am meisten“, führte er weiter aus. Dies ist die Kreuzung beim Neubau der Drogerie Rossmann. Zusätzliche Fahrspuren bis zum Ortsausgang würde nicht nur aus seiner Sicht für eine „Ertüchtigung“ der Verkehrssituation führen.

Segen und Fluch zugleich ist für die Gemeinde am Fuße der Alb die verkehrsgünstige Lage. Deshalb waren von Anfang an auch Kreisverkehre in der Planung, da sie „den Verkehr ohne Strom 24 Stunden pro Tag bremsen“, wie sich der Schultes ausdrückte.

Dann kam er auch gleich auf eine weitere Planung zu sprechen: die Unterführung. Im Schnelldurchlauf zeigte er „zum Lustmachen“ in einer Präsentation, wie moderne Varianten dieser Verkehrsführung für Fußgänger und Radfahrer aussehen können. Bislang können sie mit keinem guten Image aufwarten: Sie sind kaum beliebt, weil sie gerne dunkel, schmuddelig, nach Urin riechend und damit wenig einladend sind. Nicht selten kommt noch eine gewisse Furcht dazu.

Ganz anders soll die neue unterirdische Querung laut ersten Planungen aussehen. Teilweise offen, barrierefrei und verschwenkt wird die neue Unterführung unter der B 465 zwischen Rauberweg - von der Grundschule - und der Lindenstraße verlaufen. Auch mithilfe von Lichtkonzepten soll sie freundlich wirken. „Wie muss eine Unterführung aussehen, die die nächsten 100 Jahre Bestand hat? Wie muss man sie machen, dass sich alle wohlfühlen“?, erklärte Rainer Haußmann. Für ihn kommt daher nur eine Bürgerbeteiligung infrage. Nicht infrage stellte er das Bauwerk an sich, denn schließlich sollen beide Ortsteile auch für nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer verbunden sein. Zudem ist der Bund zur Hälfte an der Finanzierung beteiligt. Da die Bundesstraße verbreitert wird, muss die Unterführung prinzipiell verlängert werden.

Auf die dringendste Frage des Gemeinderats, wann der Ausbau vom Bund realisiert wird, konnte der Schultes jedoch keine konkrete Antwort geben. Immerhin: Das Regierungspräsidium hat zugesagt, eine Entwurfsplanung für den Ausbau der B 465 zwischen Querspange und Teckstraße Mitte 2021 zu erstellen.

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