Kirchheimer Umland

Der Kunstrasenplatz klumpt und klebt

Sportanlage Der Sommer hat dem Kunstrasenplatz in Notzingen gehörig zugesetzt. Jetzt muss er saniert werden.

Alles verklebt: Der Notzinger Kunstrasen muss nach den heißen Temperaturen im Sommer erneuert werden.Foto: Jean-Luc Jacques
Alles verklebt: Der Notzinger Kunstrasen muss nach den heißen Temperaturen im Sommer erneuert werden.Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Das Problem auf dem Notzinger Kunstrasenplatz ist schnell erkennbar: Das als Füllmaterial verbaute Granulat klumpt und klebt stark. „Das hängt mit einer chemischen Reaktion zusammen, die es durch die Hitze gab. Das ist jetzt hart wie Beton“, fasst Bürgermeister Sven Haumacher den Status Quo zusammen.

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Ergo: So kann das nicht bleiben, der stark frequentierte Platz muss saniert werden. Ärgerlich ist, dass das bereits nach elf Jahren notwendig wird. Schließlich hieß es damals bei der Auftragsvergabe, der Platz hält mindestens 15 Jahre. Vor allem, wenn man die Kostenschätzung anschaut, denn eine Sanierung wird definitiv ein teurer Spaß.

Bei der Sanierung gibt es zwei Varianten, wie Roland Lengtat, Garten- und Landschaftsarchitekt, Fachmann für den entsprechenden Sportstättenbau, erläuterte. Variante eins wäre erneut ein Kunstrasenplatz mit Granulat für rund 360 000 Euro - den Ausbau des kaputten Platzes, ein notwendiger Prallschutz und die Herstellung einer elastischen Tragschicht eingerechnet. Die exklusivere Variante zwei, ohne Granulat, käme auf gut 490 000 Euro.

Die Kosten seien so hoch, da zusätzlich die Fläche unter dem Kunstrasen ausgebessert werden müsse, erklärte Sven Haumacher: „Die ist uneben, da hat es richtige Wellen drin.“ Angesichts der hohen Kosten musste der ein oder andere im Gemeinderat schon erst mal kräftig schlucken. „Das sind Zahlen, die schockieren. Da fragt man sich, ob wir in einer Gemeinde unserer Größe einen solchen Kunstrasenplatz brauchen“, gab etwa Vera Morlok-Gommel zu bedenken. Grundsätzlich war klar: Es soll diesmal einen Platz ohne Granulat geben. Hier spielen unter anderem ein geringerer Pflegeaufwand und der Umweltschutz eine Rolle. Irmtraut Schneider verwies auf die aktuelle Thematik Mikroplastik und die Tatsache, dass hierbei solch granulatbefüllte Plätze ganz vorn mit dabei seien. „Das Zeug gerät ja wirklich überall hin, da muss man schon Verantwortung zeigen.“ Ein Naturrasenplatz, wie er seitens des Gemeinderats auch aufs Tapet gebracht wurde, sei keine Alternative: „Der ist zu pflegeintensiv und verträgt maximal eine Nutzung von 20 Stunden pro Woche.“

Der Gemeinderat hat mit drei Enthaltungen den Beschluss gefasst, dass der Kunstrasenplatz unbefüllt saniert wird. Details soll allerdings zuerst ein Bodengutachten klären. Erst dann wird entschieden, was für ein Material verwendet wird - und das auch nur, wenn Kostenvergleiche vorliegen. Katja Eisenhardt