Kirchheimer Umland

Der Rektor geht mit einem lockeren „und tschüss“

Wolfgang Wörner verabschiedet sich nach 29 Jahren von der Kirchheimer Teck-Realschule

Rektor Wolfgang Wörner wurde nicht nur von Gästen wie der Schulrätin Kirstin Braun herzlich verabschiedet (Bild oben), sondern a
Rektor Wolfgang Wörner wurde nicht nur von Gästen wie der Schulrätin Kirstin Braun herzlich verabschiedet (Bild oben), sondern auch von den Schülern der Teck-Realschule, die ihm gleich mehrere Ständchen sangen.Fotos: Jean-Luc Jacques

Schüler, Kollegen und Wegbegleiter – aktuelle sowie ehemalige: Sie alle waren gekommen, um an der Kirchheimer Teck-Realschule mit dabei zu sein, wenn Rektor Wolfgang Wörner seinen Abschied feiert. 29 Jahre lang war er in der Schulleitung aktiv – erst als Konrektor und seit 2004 als Rektor.

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Andreas Volz

Kirchheim. „Und tschüss ... – wir verabschieden unseren Schulleiter Wolfgang Wörner“: So stand es auf dem Programm des Nachmittags. Und damit ist das Wesentliche bereits gesagt: Es war die gesamte Schule, die sich da noch einmal zu „unserem Schulleiter“ bekannt hat. „Wolfgang Wörner war immer hier“, sagte seine Stellvertreterin Bärbel Kehl-Maurer eingangs und ergänzte: „Hier an unserer Teck-Realschule, für die Schüler und für die Kollegen.“

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zitierte „aus der Akte Wörner“. Im August 1986 war er als Konrektor an die Teck-Realschule gekommen. 2003 hat er, nach dem Abschied seines Vorgängers Detlef Schwerdtfeger, die Schule ein Jahr lang kommissarisch geleitet, bevor er schließlich im Juli 2004 auch offiziell zum Rektor ernannt wurde. Seit 2012 war Wolfgang Wörner außerdem Geschäftsführender Schulleiter in Kirchheim. An der Teck-Realschule, die 1966 bezogen wurde – damals noch unter dem Namen „Südstadtschule“ und unter der Leitung von Harry Schleger –, sei Wolfgang Wörner in 49 Jahren erst der dritte Rektor gewesen.

Zur aktuellen Entwicklung sagte die Oberbürgermeisterin: „Statt die Teck-Realschule für 9,2 Millionen Euro zu sanieren, machen wir uns auf den langen Weg hin zur Campus-Rauner-Lösung.“ Aktuell lägen die Ausgaben für diese Lösung bei 26,5 Millionen Euro. Den Umzug der Teck-Realschule an den neuen Standort stellte sie für das Frühjahr 2019 in Aussicht. Und sie bezog aus Sicht des Schulträgers klar Stellung zur künftigen Schullandschaft: „Am zweigliedrigen Schulsystem wird sich wohl nichts mehr ändern lassen.“

An Wolfgang Wörner lobte sie dessen „ausgeglichene Persönlichkeit“, sein sachliches Auftreten sowie sein Einfühlungsvermögen und sein Verständnis. Somit kam sie zu dem Schluss: „Sie haben dieser Schule gutgetan.“ Es sei gut gewesen, dass sich das Lehrerkollegium ab 2003 dafür eingesetzt habe, „dass Sie hier Schulleiter werden konnten“.

An die schwierige Situation der Stellenbesetzung damals erinnerte Peter Göttert im Namen des Kollegiums: Bei den zuständigen Behörden herrschten Zweifel, ob es gut gehe, wenn der Konrektor an derselben Schule zum Chef befördert wird. Für Peter Göttert gilt aber heute noch dasselbe wie vor elf, zwölf Jahren: „Wir wollten ganz einfach die Taube in der Hand behalten.“

Schulrätin Kirstin Braun vom Staatlichen Schulamt Nürtingen würdigte Wolfgang Wörner als einen Pädagogen, der bei seinen Schülern lieber nach Schätzen suchte statt nach Defiziten zu fahnden. Er habe die Schule zu einem Ort gemacht, an dem Schüler „sich in ihrer Einzigartigkeit angenommen fühlen“.

Clemens Großmann, der Rektor der Freihof-Realschule, attestierte Wolfgang Wörner, dass er als „Lehrer mit Herzblut“ seinen Schülern stets Zuwendung, Aufmerksamkeit und Un­terstützung habe zukommen lassen und dass ihm auch beim Umgang mit Eltern, Lehrern und Schulleiterkollegen die „Kommunikation auf Augenhöhe“ immer wichtig gewesen sei.

Letzteres bestätigte Regina Hoffmann aus Sicht der Eltern. Die Vorsitzende des Elternbeirats gestand in humorvoll-ironischen Worten das „völlige Versagen des Elternrats“ ein, weil sich Wolfgang Wörner beharrlich geweigert habe, „die Eltern als die Störenfriede anzusehen, die sie sind“. Schülersprecherin Isabella Michels dankte dem Rektor für die Unterstützung bei vielfältigen Aktionen wie Halloween-Partys und jüngst noch beim Unicef-Sponsorenlauf.

Nach so viel Lob und Dank und nach so vielen zusätzlichen Grüßen musikalischer Art – vom Chor sowie instrumental von heutigen und ehemaligen Schülern – blieb es Wolfgang Wörner vorbehalten, der Schulgemeinschaft in wenigen Worten für das gelungene Abschiedsfest zu danken. Gerührt stellte er fest, dass er den Eindruck habe: „Etwas von dem, was ich vorleben wollte, ist angekommen.“

Mit dem Schulleiterposten geht es übrigens fast so weiter, wie es für Wolfgang Wörner angefangen hatte: mit einer Hängepartie. Noch ist die Nachfolge nicht endgültig geregelt.