Kirchheimer Umland

Der Rostbraten kehrt zurück

Derzeit gibt es in Jesingen am Abend keine einzige Speisegaststätte

Von Jesingen in die Kirchheimer Innenstadt ist es nicht weit, die Bürger wissen es zu schätzen. Manches hat man trotzdem lieber direkt vor Ort. Seit die Bärenstube zum Jahresende 2014 geschlossen hat, fehlt den Jesingern am Abend eine Gaststätte. Doch das wird sich bald wieder ändern.

Der Jesinger Ortsvorsteher Christopher Grampes in der Bärenstube, die zur Gemeindehalle gehört - bevor zum 1. August ein neuer P
Der Jesinger Ortsvorsteher Christopher Grampes in der Bärenstube, die zur Gemeindehalle gehört - bevor zum 1. August ein neuer Pächter einzieht, kommen die Handwerker.Foto: Peter Dietrich

Kirchheim. „Das ist ein echtes Problem“, sagt Ortsvorsteher Christopher Grampes. Er vermisst ein Lokal „für Leichenschmaus und Konfirmation“ und weitere Anlässe. „Die Sportsbar Bistro 93 hält die Fahne aufrecht“, sagt Grampes. Diese ist aber keine Speisegaststätte. Dafür ist sie bei Sportsfreunden sehr gefragt: „Samstags zur Bundesliga kriegt man dort keinen Parkplatz.“

Wer eine Hochzeit feiere, weiche bisher oft in die Weilheimer Limburghalle aus, beobachtet Grampes, dort sei die Bewirtung direkt vor Ort. „Da haben wir Nachholbedarf.“ Auch wenn Jesingen nahe an Kirchheim oder Holzmaden mit ihren gastronomischen Angeboten liege.

Es gibt in Jesingen Vereinsgaststätten, doch sie werden nicht als öffentliches Gasthaus beworben. Beim TSV Jesingen bewirtschaftet die Abteilung Tennis das Vereinsheim. Die Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde SV hat ein Vereinshaus, das sich mieten lässt, aber ohne Bewirtung. Auch das Schützenhaus steht Gruppen offen.

Um die Mittagszeit geht es in der Metzgerei Ebensperger und ihrem Gasthaus Hirsch zu wie in einem Taubenschlag. Auch viele Nicht-Jesinger nutzen regelmäßig den dortigen Mittagstisch. Das Gasthaus Hirsch ist aber – wie die Metzgerei – abends ab 18.15 Uhr geschlossen. Selbst ein fleißiger Metzger, der sein Geschäft morgens um 7.30 Uhr öffnet, will irgendwann mal Feierabend haben. Samstags ist um 12.30 Uhr Schluss. Für Vereine gibt es mal eine Ausnahme, diese nutzte auch schon der Ortschaftsrat für seine Nachsitzung am Montagabend.

Seit Ende 2014 hat die Bärenstube, die zur Gemeindehalle gehört, geschlossen. Die Küche wird seitdem nur für Veranstaltungen genutzt. Nun hat die Stadt einen neuen Pächter gefunden. Er zieht mit seinem gut eingeführten Gasthaus aus dem Filstal nach Jesingen um. Ab 1. August gibt es im früheren Bärenstüble gediegene schwäbische Küche mit Rostbraten und Co. „An fünf Abenden pro Woche ist geöffnet“, sagt Grampes. Zuvor werde noch umgebaut, der Biergarten werde vergrößert. „Der liegt direkt am Radweg.“ Auch für Feste sei die Halle mit ihren vielen Parkplätzen dann wieder attraktiver.

Mit der sonstigen Nahversorgung im Ort ist Grampes zufrieden, vom „Um’s Eck“-Laden über die Apotheke bis zu zwei Bäckern und dem Metzger. Eine Sorge hat er dennoch: Er möchte auf Dauer einen Allgemeinarzt im Stadtteil halten. Fachärzte gebe es in der Innenstadt, das sei in Ordnung. Grampes freut sich auf die Fertigstellung der neuen Verwaltungsstelle. Der Saal im Erdgeschoss bietet in Stuhlreihen für 40 Leute Platz, die Glaswand lässt sich komplett öffnen. Grampes kann sich den Saal gut für Trauungen vorstellen. „Er bringt Leben in die Ortsmitte.“

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