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Der Schulhof in Schlierbach soll attraktiver werden

Sanierung Die Arbeiten für das Außengelände sind vergeben. Der Gemeinderat hat die Planungen auf den letzten Drücker nochmals modifiziert. Von Volkmar Schreier

Der Schulhof in Schlierbach ist in die Jahre gekommen. Das Platz- und Spielangebot ist auch vor diesem Hintergrund des Ganztagesschulbetriebs nicht mehr zeitgemäß. Auch die Sitzstufen im Hof sowie die Treppe Richtung Sportplatzgelände sind marode. Darüber, dass der Schulhof einer Generalüberholung bedarf, herrscht Einigkeit. Die Arbeiten waren ausgeschrieben, ein beschlussfähiges Angebot liegt vor. Dennoch wurde im Ratsrund vor der Vergabe nochmals diskutiert. Stein des Anstoßes: die Ausgestaltung der Treppe in Richtung Sportgelände.

Die Planung, auf der die Ausschreibung basiert, sieht vor, die vorhandene Treppe weiter nach Osten zu schieben, ansonsten aber nicht zu verändern. Das Problem dabei: Für Rollstuhlfahrer bleibt sie ein unüberwindliches Hindernis. „Deshalb sind wir der Meinung, dass wir hier nochmals nachsteuern müssen“, sagte Schlierbachs Bürgermeister Sascha Krötz, denn: „Wir wollen unsere Schule möglichst vielen Gruppen zur Verfügung stellen können“, richtet der Rathauschef den Fokus auf den Inklusionsgedanken.

 

Das ist jetzt nicht klassisch barrierefrei, aber definitiv besser als vorher.
Landschaftsarchitekt Harald Fischer

 

Sehr kurzfristig hat der Landschaftsarchitekt Harald Fischer noch zwei weitere Treppenvarianten entworfen, die im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf eine geringere Steigung aufweisen und so für Rollstuhlfahrer oder auch Eltern mit Kinderwagen einfacher zu bewältigen sind. Beide Alternativen sehen nun Schleppstufen vor: Dabei werden die Treppenstufen auseinandergezogen – die Treppe wird also länger, da zwischen den einzelnen Stufen Absätze ausgebildet werden.

Während in Variante 2 die Absätze etwa 60  Zentimeter breit sind, hätte die ­Treppenvariante 3 sogar eine Absatzbreite von einem Meter. „Bei der normalen Treppe reden wir von einer Steigung von knapp über 40 Grad, bei den beiden anderen Varianten von knapp über 20 Grad beziehungsweise 16 Grad Steigung“, so der Planer. Zumindest bei Variante 3 sei es wegen der Absatzbreite auch möglich, einen Rollstuhl auf jedem Treppenabsatz komplett abzustellen. „Das ist jetzt nicht klassisch barrierefrei, aber definitiv besser als vorher“, sagte Harald Fischer. Bei dieser Variante wäre auch das Anbringen von Stahlrinnen als Rampe über die Treppenstufen hinweg nicht notwendig.

Die anschließende Diskussion im Ratsrund drehte sich dann weniger um die noch nicht bezifferten Mehrkosten, die auf die Angebotssumme von knapp 240 000 Euro für die Schulhofsanierung inklusive der herkömmliche Treppenvariante noch aufgeschlagen werden müssten, auch, weil Planer Fischer lediglich von circa 6000 Euro ausgeht. Zwar zeichnete sich schnell eine klare Tendenz zuguns­ten einer der Schleppstufenvarianten ab, offen abgewogen wurde aber, ob nun die kürzere oder längere Variante sinnvoller wäre.

Silke Kolbus von der CDU wollte wissen, ob die kürzere Variante mit Stahlrinnen nicht die sinnvollere Lösung wäre, ihr Fraktionskollege Klaus Buchele sprach sich hingegen gegen eine Rinnenlösung aus und plädierte für die längere Variante: „Da pfeift ein Rolli doch über die gesamte Länge hinunter, wenn er aus Versehen losgelassen wird.“ Auch August Leins (Freie Wähler) sah die Rampe kritisch: „Mein Enkel würde da ohne mit der Wimper zu zucken runterfahren.“

Letztendlich kristallisierte sich unter den Ratsmitgliedern eine klare Präferenz für die längere Treppenvariante heraus. Einstimmig vergab der Rat die Schulhofsanierung mit der Maßgabe, die Treppe in der längeren Schleppstufenvariante umzusetzen.