Kirchheimer Umland

Der Schulhof soll billiger werden

Finanzen Rund 220 000 Euro sollen die Außenanlagen rund um den neuen Anbau an der Schlierbacher Schule laut Planung kosten. Dem Gemeinderat erscheint das aber zu viel. Von Volkmar Schreier

Einiges wird anders realisiert, als geplant: Rechts im Bild ist die im Bau befindliche Erweiterung der Schule in Schlierbach. Di
Einiges wird anders realisiert, als geplant: Rechts im Bild ist die im Bau befindliche Erweiterung der Schule in Schlierbach. Die Fläche vor dem alten Gebäude (links) soll zwar aufgewertet werden, aber weniger aufwendig.Foto. Birgit Ehrcke

Mit dem neuen Anbau an der Schlierbacher Schule entsteht auch ein weiterer Schulhof, der zukünftig hauptsächlich von den Schülern der Gemeinschaftsschule genutzt werden wird. Offen ist aber noch die Ausgestaltung des neuen Schulhofes. In der ursprünglichen Kostenberechnung waren rund 166 000 Euro für die Gestaltung des Hofes eingepreist. Die aktualisierte Kostenschätzung der Fachplaner des Büros Fischer und Partner kommt nun aber auf einen Betrag von rund 220 000 Euro - zu viel für einen Schulhof, wie etliche Gemeinderäte meinen. Dazu kämen noch Kosten von 30 000 bis 50 000 Euro für eine Glasüberdachung des Fahrradabstellplatzes.

Allerdings umfasst die nun vorgestellte Planung einen größeren Bereich, als ursprünglich geplant, denn im Zuge der Arbeiten soll auch die Fläche östlich des bestehenden Schulgebäudes aufgewertet werden: Mit einem neuen Fahrradabstellplatz, abschließbaren Mülleimerboxen und einem Geräteschuppen. Hinzu kommt, dass in die Planung auch die Ergebnisse einer Schülerbeteiligung eingeflossen sind. Bürgermeister Sascha Krötz und Dominik Abele vom Planungsbüro hatten sich mit den Schülern der Gemeinschaftsschule im Vorfeld zusammengesetzt und nach deren Ideen für die Schulhofgestaltung gefragt.

„Da kamen sehr gute Sachen dabei raus“, erzählt der Bürgermeister bei der Planvorstellung. Insgesamt seien die Schüler sehr realistisch an die Sache herangegangen: „Mit die erste Frage war: Wie hoch ist eigentlich das Budget?“ Am Ende haben sich bei der Schülerbeteiligung einige sinnvolle Vorschläge herauskristallisiert. So ist den Schülern eine ausreichende Zahl von Fahrrad- und Mopedabstellplätzen wichtig. Ebenso sollten Sitzstufen im Sinne eines „Grünen Klassenzimmers“ und weitere Sitz- oder Liegeflächen wie etwa Outdoor-Liegen im Schulhof installiert werden.

„Die Kosten sind zu hoch“, befand Marco Emmert (CDU) in der sich an die Planvorstellung anschließenden Diskussion im Ratsrund. Sein Fraktionskollege Peter Rapp wartete mit konkreten Sparvorschlägen auf: Seiner Meinung nach könnten die Outdoor-Liegen, einige Bäume der Außenbegrünung, der Geräteschuppen und die Überdachung des Fahrradabstellplatzes entfallen.

Jochen Maurer (FUW) argumentierte in eine ähnliche Richtung. „Die Liegen wären doch auch in einem Schülerprojekt herstellbar.“ Klar sei, dass der Fahrradabstellplatz eine Überdachung benötige, aber: „Das geht sicher auch billiger“, so Maurer. Dass in dem Planentwurf eigentlich keine unnötigen Dinge angedacht sind, machte August Leins (FUW) deutlich. „Ich möchte daran erinnern, dass wir die Gerätehütte brauchen.“ Schließlich sei die bisher als Abstellfläche verwendete Garage für die Schülerbetreuung freigeräumt worden.

Die Diskussion drehte sich aber nicht nur um die Kosten. Etliche Gemeinderäte treibt die Angst um, mit einem schön gestalteten Schulhof, der von außen her auch nicht komplett einsehbar ist, einen neuen Hotspot zu schaffen, der dann außerhalb der Schulzeiten für abendliche Aktivitäten mit entsprechender Lärmbelästigung für die Anwohner missbraucht werden könnte. Auch das Thema Vandalismus beschäftigte das eine oder andere Ratsmitglied. Während Mario de Rosa (CDU) eine Videoüberwachung ins Spiel brachte, plädierte Jörn Feldsieper (FUW) für gesunden Pragmatismus: „Wir müssen da einfach ein gewisses Risiko eingehen, was Vandalismus angeht.“ Er befand die vorgelegte Planung für gelungen. „Ich möchte kein steriles Bauwerk.“

Am Ende entschied sich der Gemeinderat mehrheitlich dafür, die Outdoor-Liegen aus der Planung zu streichen. Sollten diese im Rahmen eines Schulprojekts realisiert werden, will sich die Gemeinde dann aber an den Materialkosten beteiligen. Ebenfalls getrennt behandelt soll das Thema Fahrradständer-Überdachung werden. Der Geräteschuppen hingegen bleibt gesetzt, auch die Anzahl der Bäume bleibt unverändert.

Nun kann die Verwaltung über die Sommerferien die Arbeiten ausschreiben, um dann im September in die Phase der Vergabe zu gehen.

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