Kirchheimer Umland

Der Tausendsassa auf dem roten Sand

Früher verkaufte Hans Justus in Kirchheim Fleisch – heute animiert er Kinder zum Tennisspielen

Ruheständler haben keine Zeit. Für Hans Justus passt dieser Spruch. Statt die Ruhe zu genießen, verbringt er seine Zeit auf dem Naberner Tennisplatz.

Kirchheim. Seit dem Renteneintritt ist es vorbei mit der Ruhe für Hans Justus. Statt in seinem Garten dem „Dolcefarniente“ zu frönen, kümmert sich der frühere Metzgermeister aus Kirchheim um die Jugendförderung im Tennissport. „Wenn es körperlich und geistig geht, mach ich das, bis ich 100 bin“, lacht Justus. Ihm macht die Arbeit mit Kindern und jungen Sportlern so viel Spaß, dass er am liebsten gar nicht aufhören will.

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Vor Jahren ist Hans Justus, wenn er auf dem Weg zu seinem Tennisplatz war, immer wieder an den jüngsten Schulsportlern auf dem Sportplatz vorbeigegangen und fand die vielen Ideen, die sich die Lehrer ausgedacht hatten, toll. Da formte sich der Gedanke, dass die Schüler am Sporttag doch auch Tennis spielen könnten. Also kontaktierte er die Grundschule und fand mit seiner Idee großen Anklang.

Seit acht Jahren gehört der Besuch auf dem Tennisplatz zum Programm des Schulfests der Naberner Grundschule. Hans Justus, der seit der Gründung im Jahr 1975 Mitglied im Tennisclub ist, freut sich über den zahlreichen Besuch der Kinder. Jedes Jahr lässt er sich eine neue Attraktion für den Schulsporttag einfallen und die Jungsportler sind immer schon immer gespannt, mit welcher Überraschung der „Herr Justus“ diesmal aufwartet.

„Ich bin jeden Sonntag von 10 bis 12 Uhr auf dem Tennisplatz“, erklärt der Platzwart und manchmal kann er das Metzgern nicht lassen. Dann gibt es hausgemachte Grillwürste. „Manche kommen zum Vereinsheim nur wegen den Grillspezialitäten“, freut sich Justus. Das Thema Jugendsport beschäftigt ihn. „Leider wird Tennis von den Kindern nur noch mäßig gemocht“, bedauert der Rentner. Viele Grundschüler sind zwar oft auf dem Platz, sobald die Schüler aber älter werden und andere Schulstufen besuchen, fehlt oft die Zeit. „Wir haben eine Jugendmannschaft beim Tennis, aber wenn von vier Leuten einer ausfällt, wird‘s bei Turnieren schwierig“, sagt er.

Deshalb kommen ihm die Schulsportanlässe sehr gelegen. Da kann der Motivator den Jungs und Mädels Tennis näherbringen: „In den letzten zwei Jahren haben wir immerhin 27  Familien dazugewonnen.“ Justus mahnt, dass es Leute braucht, die sich einbringen. Nur mit Engagement könne man was erreichen. „Sich bewegen bringt Segen“, weiß er.