Kirchheimer Umland

Der vierten Amtszeit steht nichts im Weg

Wahl Dieses Ergebnis ist keine Überraschung: Mit 95,6 Prozent der Stimmen ist Rainer Haußmann erneut zum Bürgermeister in Dettingen gewählt worden. Von Iris Häfner

Andreas Hummel (links) gratuliert Rainer Haußmann zur Wiederwahl. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sandra Hink nahm der alte
Andreas Hummel (links) gratuliert Rainer Haußmann zur Wiederwahl. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Sandra Hink nahm der alte und neue Schultes die Glückwünsche entgegen. Foto: Markus Brändli

Corona ist in aller Munde. Doch nicht alle lassen sich von dem Virus beeindrucken. Zahlreiche Menschen sind gestern Abend ins Dettinger Rathaus gekommen, um brandaktuell das Ergebnis der Bürgermeisterwahl mitzubekommen. Mit einer Überraschung hat nun wirklich keiner gerechnet, schließlich war Amtsinhaber Rainer Haußmann der einzige Bewerber. Der 55-Jährige hatte sich zum vierten Mal in der Schlossberggemeinde zur Wahl gestellt.

„Dettingen hat gewählt“, verkündete Andreas Hummel, Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, auf der Treppe im Innern des Rathauses. Um den Spannungsbogen wenigstens ein bisschen aufzubauen, begann er mit der Wahlbeteiligung. Lediglich 1630 Dettinger waren zur Urne geschritten, was 38,04 Prozent der Wahlberechtigten entspricht. „Ob es das Corona-Syndrom oder der Haußmann-Faktor war - wir wissen es nicht“, sagte Andreas Hummel. Womöglich hat auch das schöne Wetter den einen oder anderen davon abgehalten, seine Stimme abzugeben. „Ich hatte mir mehr erhofft - 40 plus“, erklärte er. 4,4 Prozent der Wähler sind offensichtlich nicht mit der Arbeit von Rainer Haußmann zufrieden, weshalb sie andere Namen auf den Stimmzettel geschrieben haben. „Somit ist klar: 95,6 Prozent der gültigen Stimmen entfallen auf Bürgermeister Rainer Haußmann“, so Andreas Hummel. Damit war das Ergebnis ein klein wenig schlechter als vor acht Jahren, damals waren es 96,39 Prozent der Stimmen. Auch die Wahlbeteiligung war höher, sie lag 2012 bei 41,85 Prozent. Bei der aktuellen Wahl waren 85 Stimmen ungültig, auf 68 Stimmzetteln standen andere Namen - beispielsweise der von Andreas Hummel.

Der alte und neue Rathauschef freute sich über das Wahlergebnis und über die Gäste, die ihm zu seiner Wiederwahl gratulierten. Er sprach von 24 Jahren gemeinsam verbrachter Zeit. „Der Musikverein hat fast mit Vollbesetzung das Rathaus gestürmt. Das ist eine Visitenkarte für die Gemeinde“, sagte Rainer Haußmann. Mit den 38 Prozent Wahlbeteiligung fühlt er sich marktfähig. „Andere Kommunen sind da in der Vergangenheit deutlich drunter gelegen“, erklärte der Schultes und zitierte Fußballtrainer Jürgen Klopp: „Du kannst nur alles geben. Ob du alles bekommst, ist die Frage.“ Obwohl einziger Bewerber, habe er die Wahlwerbung ernst genommen, manch einem sei das gar zu viel gewesen. „Wir sind weit weg von sozialistischen Verhältnissen. Die Wähler waren informiert und haben andere Namen auf die Zettel geschrieben“, nahm er das Wahlergebnis gelassen zur Kenntnis. Zudem blickt er zuversichtlich in die Zukunft. „Es gab schon schwierigere Zeiten“, erklärte er. Trotzdem ist er sich bewusst, dass sich die Zeiten ändern, immer mehr und gerne polarisiert wird - entweder dafür oder dagegen - und das Verhalten der Menschen aggressiver wird. „Auch ich will lernen, noch mehr auf sachlicher Ebene zu arbeiten, insbesondere bei konfliktträchtigen Themen“, merkte Rainer Haußmann selbstkritisch an. Konsensfähigkeit ist für ihn wichtig.

Mehrere Bürgermeister-Kollegen aus den benachbarten Kommunen hatten den Weg ins Dettinger Rathaus gefunden, auch der eine oder andere, der sich bereits im Ruhestand befindet. Einer fehlte jedoch in der Gratulationsrunde: der neue Kirchheimer Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader. Damit führt er zumindest eine Tradition seiner Vorgängerin fort - wie mehrere Gäste feixend zur Sprache brachten.

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