Kirchheimer Umland

Der Wirtschaft geht es „besser, aber noch lange nicht gut“

Konjunkturbericht Die IHK-Bezirkskammer sieht die Betriebe im Kreis am Beginn eines steinigen Erholungspfades.

Feuer und Flamme für ihren Job sind viele Köche. Dennoch gehen die Restaurant- und Kneipenbesitzer coronabedingt jetzt durch ein
Feuer und Flamme für ihren Job sind viele Köche. Dennoch gehen die Restaurant- und Kneipenbesitzer coronabedingt jetzt durch ein tiefes Tal. Symbolfoto: Carsten Riedl

Region. Besser, aber lange nicht gut - so kann das Ergebnis der jüngsten Herbst-Umfrage der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen zur Konjunktur zusammengefasst werden. „Nach dem dramatischen

Wirtschaftseinbruch im Frühjahr scheint die Talsohle vorerst durchschritten. Die Wirtschaft im Landkreis Esslingen steht am Beginn eines steinigen Erholungspfads“. So beschreibt Alexander Kögel, Vizepräsident der IHK-Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, den Blick über alle Branchen im Kreis.

Erste Zeichen aus der Industrie, dem Handel sowie von großen Teilen der Dienstleister ließen im September immerhin erkennen, dass der Pfad passierbar ist. „Aber die Rückkehr zum Vorkrisenniveau wird für viele ein langer, schwieriger Weg, insbesondere angesichts der jüngsten Entwicklung bei den Corona Fallzahlen und den nun erneuten dramatischen Verschärfung der Einschränkungen des öffentlichen Lebens“, resümiert der Vizepräsident weiter.

Dennoch ist es ein positives Zeichen, dass die befragten Unternehmen bei der Umfrage zum Herbstauftakt sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate wieder besser bewertet haben. Spätestens mit den drastischen Verschärfungen der Corona Maßnahmen dürften einige Aussagen der befragten Unternehmen allerdings Makulatur geworden sein. In den besonders betroffenen Branchen liegt es nach Erkenntnissen der IHK-Bezirkskammer auf der Hand, dass Erwartungshaltung und Prognose nun deutlich verhaltener ausfallen, ebenso die aktuelle Lageeinschätzung.

„Die Corona Krise beschleunigt Veränderungs- und Transformationsprozesse in unserer exportorientierten Wirtschaftsregion.

„Wir sollten die Chancen nicht aus dem Blick verlieren.

Alexander Kögel

Vizepräsident der IHK-Bezirkskammer

 

Umso wichtiger ist es, dass wir neuen Ideen und Innovationen weiter offen begegnen und sie bei unseren künftigen Entscheidungen berücksichtigen“, betont Vize-Präsident Alexander Kögel, „und indem wir uns weiterhin so flexibel zeigen, wie wir es seit März unaufhörlich tun. Wir sollten die Chancen nicht aus dem Blick verlieren.“

Zum Gesamtbild der lokalen Wirtschaft gehört aber auch, dass für alle Branchen, deren Geschäftstätigkeit aufgrund der Corona-Gesamtlage noch immer, beziehungsweise jetzt erneut stark eingeschränkt sind, die Situation dramatisch bleibt. Dies betrifft vor allem das Messe- und Veranstaltungswesen, Kunst und Kulturbetrieb, sowie Hotel- und Gastronomie.

Gerade bei den Hotelbetrieben im Kreis, die überwiegend ihren Schwerpunkt im Geschäfts- und Messetourismus haben, bleibt die Lage überaus ernst. Denn anders als in klassischen Tourismusregionen mit hoher Nachfrage über die Sommermonate, blieb der Geschäftstourismus auf sehr niedrigem Niveau. „Die umfassende Unterstützung der Wirtschaft durch die Hilfsprogramme des Bundes und des Landes ist daher weiterhin notwendig“, folgert die IHK in einer Pressemitteilung. Wichtig sei, dass die angekündigten Maßnahmen die notleidenden Betriebe nun rasch erreichten.

Im Vergleich zur Region Stuttgart zeigt eine Gegenüberstellung der IHK-Konjunkturindikatoren, dass sowohl der Handel als auch die Dienstleister im Kreis etwas hinterherhinken. Die Zuversicht - und damit die Hoffnung auf Erholung - ist allerdings im Landkreis etwas deutlicher ausgeprägt. pm

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