Kirchheimer Umland

Der Wohnungsmarkt ist angespannt

Politik Kenner fordert Mietpreisbremse für Kirchheim, Wernau und Wendlingen.

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Kirchheim. Aus einer Kleinen Anfrage des Kirchheimer SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Kenner an das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau geht hervor, dass der Wohnungsmarkt in Kirchheim, Wernau und Wendlingen als angespannt gilt.

Andreas Kenner zieht daraus laut einer Pressemitteilung folgenden Schluss: „Ich fordere für diese drei Gemeinden in meinem Wahlkreis die Mietpreisbremse. Hierzu muss das Land noch eine neue Verordnung erlassen. Leider lässt sich die Landesregierung hier zu viel Zeit, während zum Beispiel Bayern schon längst eine neue Verordnung hat. Ich fordere hier rasches Handeln der grün-schwarzen Landesregierung.“ Weiter fordert Andreas Kenner: „Wir brauchen auch eine echte Wohnraumoffensive in Baden-Württemberg für bezahlbaren Wohnraum. Dazu müssen verstärkt auch Landesflächen genutzt werden.“

Es fehlen Wohnungen

Für die Stadt Kirchheim ergebe sich laut Kenner ein Wohnungsversorgungsgrad von 96,8 Prozent. Das klänge zunächst zwar nicht schlecht, die Differenz zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangebot ergebe unterm Strich aber ein Angebotsdefizit von 650 Wohnungen, die fehlen. Für die Stadt Wernau liege ein Angebotsdefizit von 55 Wohnungen vor, in Wendlingen fehlten 28 Wohnungen.

Für Kirchheim ergebe sich auch eine Mietbelastungsquote in Höhe von 19,7 Prozent. Diese liege über dem Landesdurchschnitt von 19,6 Prozent. Die Mietbelastungsquote wird durch die Bruttowarmmiete gemessen, die sich aus der Nettokaltmiete, den Betriebskosten und den Heiz- und Warmwasserkosten zusammensetzt. In Kirchheim beträgt die Bruttowarmmiete 12,71 Euro pro Quadratmeter. Multipliziert mit der durchschnittlichen Wohnfläche von 74,10 Quadratmeter ergebe sich daraus in Kirchheim eine durchschnittliche Bruttowarmmiete von jährlich 11 301,73 Euro. Ins Verhältnis gesetzt mit dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen in Höhe von 57 355 Euro führe dies zur genannten Mietbelastungsquote von 19,7 Prozent.

Zum Vergleich: Die Mietbelastungsquote in Wernau liegt auf Höhe des Landesdurchschnitts von 19,6 Prozent mit 12,23 Euro pro Quadratmeter Bruttowarmmiete, die Mietbelastungsquote in Wendlingen beträgt wie in Kirchheim 19,7 Prozent mit 12,37 Euro pro Quadratmeter Bruttowarmmiete.

In Kirchheim sei, so Kenner weiter, die durchschnittliche Angebotsmiete von 2013 bis 2018 um 26,6 Prozent gestiegen. Die Mietsteigerungen lägen somit über dem Landesdurchschnitt, der 25,4 Prozent beträgt. In Wernau sei die durchschnittliche Angebotsmiete in fünf Jahren um 17,4 Prozent gestiegen, womit die Mietsteigerung hier unter dem Landesdurchschnitt liege. Auch in Wendlingen läge die Steigerung um 24,8 Prozent in fünf Jahren etwas unter dem Landesdurchschnitt.

Weil letztlich aber in allen drei genannten Gemeinden des Wahlkreises Kirchheim vier von fünf Einzelindikatoren erfüllt seien, die zur Identifizierung angespannter Wohnungsmärkte in Baden-Württemberg geeignet sind, sollten Kirchheim, Wernau und Wendlingen nach Empfehlung des Wirtschaftsministeriums in die Gebietskulisse einer neuen Landesverordnung zur Mietpreisbremse aufgenommen werden. Diese neue Landesverordnung wurde im Spitzengespräch der sogenannten „Wohnraum-Allianz“ am 14. Oktober thematisiert. Andreas Kenner bedauert jedoch abschließend in seiner Pressemitteilung, dass ihre Umsetzung nach wie vor auf sich warten lässt. pm

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