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Die DLRG macht Schluss mit der Altpapier-Sammlung

Wandel Sechs Jahrzehnte lang hat die DLRG-Ortsgruppe Weilheim Altpapier in Weilheim, Hepsisau und Ohmden angenommen und gesammelt. Doch jetzt kann der Verein diese Aufgabe aus den verschiedensten Gründen nicht mehr stemmen.

Das Sammeln von Altpapier lag früher vielerorts in den Händen der Vereine. Symbolbild

Weilheim. Seit Monaten diskutiert der Vorstand über den Umgang mit den zunehmenden Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Altpapier und kam zu dem Schluss, der jahrelangen Einnahmequelle den Rücken zukehren. Diese Entscheidung ist aufgrund unterschiedlichster Entwicklungen unumgänglich und wird von der DLRG in einer Pressemitteilung erläutert.

Seit 1963 sammelt die Ortsgruppe Weilheim Altpapier, damals noch am Weilheimer Bahnhof, weil das Altpapier mit Zügen abtransportiert wurde. Nachdem der Standort aufgrund des Neubaugebietes aufgegeben werden musste, fand die Gruppe einen neuen passenden Platz  in der Kalixtenbergstraße.

Bis 1994 sammelte die Ortsgruppe auch in Ochsenwang, stattdessen kam später Ohmden dazu. Mal waren es zwei Sammlungen im Jahr, dann vier oder nach Abschaffung der öffentlichen Altpapiercontainer sechs. In alten Protokollen ist zu lesen, dass es schon damals zu personellen Engpässen kam. Das hat sich bis heute nicht geändert, und aus diesem Grund wurde 2021 die Möglichkeit eingestellt, schon freitags das Altpapier abzugeben. Zuletzt wurde einmal im Monat samstags Altpapier in der Kirchheimer Straße angenommen und es wurden drei Sammlungen im Jahr durchgeführt.

Seit Jahren sinkt nicht nur die Altpapiermenge, sondern auch das Gesamtgewicht eines Containers und damit die Einnahmehöhe. Die blaue Tonne stellt vermutlich eine bequemere und platzsparendere Alternative für die Haushalte dar gegenüber dem Sammeln. Zur Altpapierannahme werden daher meist nur noch die für die blaue Tonne zu großen und sperrigen Kartonagen gebracht.

Sammelmenge ist drastisch gesunken

Als die Ortsgruppe mit dem Sammeln begann, kamen jährlich ein paar hundert Tonnen Altpapier zusammen. Im Jahr 2021, waren es gerade mal 99 Tonnen. Trotzdem war das Altpapier eine stabile Einnahmequelle, und die Ortsgruppe hätte diese auch weiterhin gerne genutzt. Doch Anfang des Jahres forderte der Abfallwirtschaftsbetrieb, die monatlichen Annahmen aufzugeben und stattdessen durch Straßensammlungen zu ersetzen. Das ist für die Ortsgruppe nach eigenen Angaben weder rentabel, noch personell machbar. Für die Sammlungen müssen mehrere Kleintransporter und eine große Helferschar organisiert werden, auch zum Verladen der teils sehr schweren Altpapierpakete an den Straßen. Anfang dieses Jahres hatte Bürgermeister Züfle der Ortsgruppe seine Unterstützung zugesichert, doch zeichnete sich nach und nach ab, dass es hier zu keiner Einigung mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb kommen würde.

Schon seit einiger Zeit gab es immer wieder Schwierigkeiten mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb. So wurden nach Angaben der Ortsgruppe weniger Container als benötigt zur Verfügung gestellt. Das Altpapier musste unter großem körperlichem Aufwand von oben in die Container geworfen werden, so dass Rückenschmerzen nicht ausblieben. Zudem wurden Container an falschen Orten abgestellt, und das Altpapier musste zum Beispiel von Ohmden nach Weilheim oder umgekehrt transportiert werden.

Insgesamt entstand seit längerem der Eindruck, dass eine direkte Sammlung für den Abfallwirtschaftsbetrieb lukrativer ist. „Ehrenamtlich arbeitende Vereine bleiben dabei auf der Strecke“, schlussfolgert die Ortsgruppe.

Auf dem Bauhof wird es weiterhin einen Container zur Altpapierabgabe geben. Damit geht in der Ortsgruppe eine Ära zu Ende, und es muss nach neuen Einnahmequellen gesucht werden, um die Vereinsarbeit aufrechtzuerhalten. „Das wird nicht einfach“, weiß man bei der DLRG. Denn die Altpapierannahme war nicht nur gut planbar und konstant, sondern auch krisenfest. In Coronazeiten, als die Einnahmen durch ausfallende Kurse wegbrachen, konnten Altpapiersammlungen stattfinden. Für die Ortsgruppe ist es weiterhin wichtig, breit aufgestellt zu sein, denn neben Pandemien und politischen Unsicherheiten, beeinflusst auch die ungewisse und bisher alternativlose Zukunft des Hallenbades das Tun und Handeln des Vereines.

Mit den Einnahmen vom Altpapier wurden zahlreiche Jugendprojekte, die Unterhaltskosten des Vereinsheimes und der Aufbau des Breitensport- und Erste-Hilfe-Angebotes finanziert. pm

Die letzte Altpapiersammlung in Weilheim, Hepsisau und Ohmden findet am 12. November statt, am 10. Dezember die letzte Altpapierannahme.

 

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