Kirchheimer Umland

Die Lauter als Garant für den Wohlstand

Historie Der neu gegründete Dettinger Geschichtsverein beschäftigt sich mit dem historischen Erbe der Gemeinde.

Fluss. Foto: Thomas Krytzner
Fluss. Foto: Thomas Krytzner

Dettingen. Mit der dritten Lauter-Exkursion folgte der neu gegründete Dettinger Geschichtsverein der selbst auferlegten Aufgabe, über das historische und kulturelle Erbe Dettingens zu informieren. Die Vorstandsmitglieder Günther Erb und Dr. Eberhard Sieber übernahmen die Ausführung, während Karl Dannenhauer mit selbst gemalten Bildern die notwendige Anschauung lieferte.

Los ging es an der Lauterbrücke beim Bauhof. Hier hat sich mit der Burg Schlossberg, dem Lauterübergang und der Unteren Mühle Mitte des 13. Jahrhunderts ein neuer Siedlungsschwerpunkt in Dettingen entwickelt. Die Finken von Schlossberg, eine Niederadelsfamilie, waren die Erbauer der Burg. Radikale Mitglieder des württembergischen Bauernhaufens haben sie am 3. Mai 1525 im Bauernkrieg in Brand gesteckt. Die Burg war daraufhin Geschichte, der Name aber diente Dettingen noch über 300 Jahre als Beiname, bis er 1880 durch „Teck“ ersetzt wurde. Der Burghof, die Schlossgasse und der Schlossgraben erinnern heute noch daran.

Auf dem Käppele errichteten drei Dettinger Niederadelsfamilien - die Herren von Bol, von Mannsberg und von Tiefenbach - ebenfalls Burgen, was einen Bedeutungszuwachs für die Lauterbrücke bedeutete. Nach dem verheerenden Hochwasser von 1741 wurde die aus Holz gebaute Brücke durch eine steinerne Gewölbebrücke ersetzt. Die Untere Mühle lieferte zusammen mit der Oberen Mühle mehr als 500 Jahre das Mehl für das tägliche Brot der Bauern.

Das Gebiet unterhalb der Mühlstraße war Jahrhunderte lang unbewohnt und wurde ausschließlich landwirtschaftlich genutzt. Mitten drin liegt der heutige Kelterplatz. Nach 1604 errichtete man, nur wenig entfernt vom Hirtenhaus, eine neue herrschaftliche Kelter. Im Umfeld davon entwickelte sich ein Versammlungs-, Rummel- und Spielplatz für die Einheimischen. 1956 musste die Kelter jedoch einem neuen Farrenstall weichen. Albert Schüle schreibt dazu im Heimatbuch: „Damit hat die Gemeinde eines ihrer ältesten, größten und auch für das dörfliche Leben bedeutsamsten Gebäude verloren.“

Ebenfalls stand die Untere Dettinger Wasserwiese - die heutige Hanfstraße - im Mittelpunkt. Sie war Teil einer Kette von Wasserwiesen, die sich vom Lenninger Tal bis nach Dettingen zog. es

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