Kirchheimer Umland

Die Mineralien sind gesichtet und geschätzt

Sammlung Dank einer Erbschaft ist Dettingen steinreich. Fachleute schätzen den Wert auf knapp 24 000 Euro.

So sieht ein Amethyst aus.
So sieht ein Amethyst aus. Symbolbild

Dettingen. Steinreich ist die Gemeinde Dettingen dank einer Erbschaft. Das Ehepaar Wendelin und Berta Oswald haben der Kommune mit notariellem Erbvertrag ihre Fossilien- und Mineraliensammlung vermacht. Im Jahr 2011 ging der Besitz dann auf die Gemeinde über und wurde eingelagert. In den vergangenen Monaten haben sich die Mineralienfreunde Stuttgart der Sichtung der Steine angenommen. 120 Stunden verbrachten sie im Keller der Schlössleschule, um die Stücke zu sichten. „Damit wir wissen, was wir da an Schätzen haben“, erklärte Bürgermeister Rainer Haußmann.

Thomas Jachmann, erster Vorsitzender der Mineralienfreunde, stellte dem Gemeinderat die Ergebnisse vor. „Das war ein sehr beeindruckender Haufen an Mineralien, an den wir uns da rangetraut haben“, erklärte er. Die Mitglieder waren sich schnell einig, sich der Sammlung anzunehmen und sie zu katalogisieren. „630 Exponate haben wir extrahiert“, so Jachmann. Die lagern nun in Kisten, feinsäuberlich sortiert und strukturiert. Wichtig für die Sammler ist die Zuordnung zum Fundort, erfuhren die Gemeinderäte. Den konnten die Fachleute bis auf wenige Stücke bestimmen - nicht zuletzt wegen der Zettel, die oftmals den Steinen beigelegt waren. Einige Stücke wie einen Amethyst oder Pyrit - hierzulande gerne auch Katzengold genannt - hatte er als Anschauungsmaterial mitgebracht. „Das ist eine sehr schöne Kollektion geworden“, beglückwünschte Thomas Jachmann den Gemeinderat, fügte aber an: „Die Frage ist, was machen Sie damit?“ Das Geschäft mit Mineralien sei sehr zäh, es brauche einen Liebhaber, der solch ein Stück kauft.

Diese Frage beschäftigte auch Hermann Pölkow: „Was ist für Dettingen sinnvoll? Wir sind kein Bergwerksort und haben zu Mineralien keine Beziehung, außer dass ein Bürger mal was gesammelt hat.“ Dem konnte Thomas Jachmann nichts hinzufügen, immerhin hat die Sammlung einen Wert von knapp 24 000 Euro. „Was wir damit machen - diese Frage müssen wir beantworten: Leihgabe, verkaufen oder ähnliches“, erklärte Rainer Haußmann. Iris Häfner

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