Kirchheimer Umland

Die Palmen rollen „kübelweise“ an

Nächste Woche folgt die Begrünung des Martinskirchplatzes – rechtzeitig zum Kinostart

Grün-Weiß Kirchheim: Das ist nicht etwa ein neuer Sportverein in der Teckstadt. Es beschreibt vielmehr die Farbgebung des Martinskirchplatzes, sobald er sich nächste Woche in Kirchheims schönsten Freiluft-Kinosaal verwandelt hat. Für das Weiß sorgen die Stühle des Veranstalters und für das Grün die Pflanzen der Kirchheimer.

An die Palme, fertig, los: Anfang nächster Woche sind wieder Hobbygärtner aus Kirchheim und Umgebung gefragt, um den Martinskirc
An die Palme, fertig, los: Anfang nächster Woche sind wieder Hobbygärtner aus Kirchheim und Umgebung gefragt, um den Martinskirchplatz mit mediterran wirkenden Pflanzen zu bestücken. Nach E-Mail-Anmeldung kommen die ersten 50 Baumbesitzer zum Zug. Auf sie wartet eine personalisierte Dauerkarte für das gesamte Sommernachtskino 2015.Foto: Jean-Luc Jacques

Andreas Volz

Kirchheim. Wenn die letzten Vorbereitungen für das Kirchheimer Som­mernachtskino laufen, dann rollen auch die „Palmen“ an, und das gleich „kübelweise“. Diese Palmen sind aber nicht in tropischen oder subtropischen Regionen verwurzelt, sondern in Kirchheim und Umgebung: Liebevoll werden sie von ih­ren Besitzern das ganze Jahr über gehegt und gepflegt. Manchmal werden sie auch nach dem anstren­genden Vorjahreseinsatz erst einmal wieder so richtig aufgepäppelt, um anschließend drei Wochen lang den Kirchplatz aufzupeppen.

„Mediterranes Flair“ sollen die Pflanzen vermitteln. Und mit diesem Flair dürfen sie ruhig auch das dazugehörige Wetter heraufbeschwören – mit lauen und trockenen Sommerabenden, zu denen allenfalls ein angenehmes Lüftchen wehen darf.

Reimund Fischer, der Veranstalter des Kirchheimer Sommernachtskinos, fasst die biologische „Ordnung der Palmenartigen“ deshalb seit jeher um einiges weiter als die Wissenschaft und lässt auch alle möglichen anderen Pflanzen als „Palmen“ gelten. Wichtig ist nur, dass sie das Gefühl südländischer Leichtigkeit vermitteln, um selbst mitten in Kirchheim so etwas wie Urlaubsstimmung zu verbreiten. Schließlich ist ein Abend im Kino durchaus schon mit einem Kurzurlaub zu vergleichen. Ein wenig Auszeit vom Alltag bringt der Kinoabend unter freiem Himmel auf jeden Fall.

Zurück zu den pflanzlichen Variationen, die an Urlaub in südlicheren Gefilden denken lassen: „Letztes Jahr hatten wir zum Beispiel tolle Olivenbäume“, erinnert sich Reimund Fischer. Somit gibt er also schon vor, wie sehr er sich bei der Definition von „Palme“ zu verbiegen bereit ist.

Nur eins behält er sich vor: „Die Bäume sollten schon was gleichsehen.“ Das bezieht sich sowohl auf deren Größe, die bei rund zwei Metern anfangen sollte, als auch auf ein einigermaßen „stattliches“ Äußeres. Zu kleine oder auch sonst zu mickrige Bäume will er – wie in den Vorjahren auch schon – durchaus zurückweisen können, ohne deswegen allzu lange Diskussionen führen zu müssen. Hier bittet er also schon im Vorfeld um Verständnis und um entsprechendes Mitdenken der kinobegeisterten Baum-Leihgeber.

Schließlich sind die Pflanzen auch dafür da, so etwas wie Identifikation zu stiften. Sie sollen die Wände des nach oben offenen Kinosaals schmücken – wie sonst zuhause das Wohnzimmer oder den Wintergarten –, und sie sollen die Hobbygärtner mit dem Sommernachtskino verbinden.

Die ersten 50 Bäume, die bei Reimund Fischer angemeldet werden, können tatsächlich auch einen Standplatz rund um die Martinskirche zugewiesen bekommen. Deren Besitzer erhalten als Dankeschön eine persönliche, nicht übertragbare Dauerkarte für das Sommernachts­kino 2015.

Anmeldungen erbittet Reimund Fischer dieses Jahr ausschließlich per E-Mail, und zwar an die Adresse kirchheim@sommernachtskino.com. Er schickt eine kurze Bestätigung zurück, und dann steht der Anlieferung nichts mehr im Weg: am Dienstag, 11. August, den ganzen Tag über oder aber am Mittwoch, 12. August, bis spätestens 14 Uhr.

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